Barbara Morgenstern ist im positiven Sinn eine Unberührbare. Sie existiert in ihrer ganz eigenen – also in einer der besten aller Popwelten – die so gar nichts zu tun hat mit der tumben deutschrockigen Restwelt von „Wir sind Helden“ und „Zwei Raum Wohnung“. Wenn es überhaupt einer Analogie bedarf, dann lassen sich musikalische Verwandtschaften mit den märchenhaft-idiosynkratischen Elfenklängen isländischer Künstler wie múm oder Sigur Rós erkennen. Weiterlesen…
Am 11. Januar 2011 ist der große Schauspieler und Regisseur Imo Moszkowicz im Alter von 85 Jahren verstorben. Dem Museum für Westfälische Literatur war der gebürtige Ahlener verbunden. In Rahmen des Projekts „Jüdische Schriftsteller und Schriftstellerinnen in Westfalen“ veranstaltete Moszkowicz einen Workshop im Kulturgut. Auch eine Hör-CD mit Klassikern der jüdischen Literatur- und Geistesgeschichte entstand in Zusammenarbeit. Ulrich Schmidt hat einen Nachruf verfasst: Weiterlesen…
Wir möchten den Blog in regelmäßiger Unregelmäßigkeit dafür nutzen, Autoren zu würdigen, Ereignisse und Anekdoten der westfälischen Literaturgeschichte zu dokumentieren und an Bücher zu erinnern, die man ganz einfach mal wieder lesen sollte.
Der Autor Thomas Valentin scheint von einem der unzähligen schwarzen Löcher der Literaturgeschichte verschluckt worden zu sein. Ein untrüglicher alltagspraktischer Beweis ist die Abwanderung seiner einstmaligen Bestseller-Romane in die Magazinkatakomben meiner Stadtbibliothek. Sein heute sich jährender Geburtstag (13.1.1922-22.12.1980) soll deshalb genutzt werden, an Valentin zu erinnern.
Valentin war ein literarischer Senkrechtstarter: sein Debütroman erschütterte 1961 die gemäßigt-sozialkritische Literaturlandschaft in „Adenauerland“. Als 1968 noch in weiter Ferne lag, war es Valentin, der in seinem Roman als erster mit der nazistischen Elterngeneration abrechnete. Weiterlesen…
Nach mehreren Stücken des wirklich guten …
auf Haus Nottbeck
Die Früchte: die Früchte überhaupt sind
zu fragen, wenn nirgends was fällt. Zu fragen ist,
was der Fruchtraum der Welt von Pflückungen hält, welche
Typen und Mengen und Größen erlaubt sind und welche
Armeslängen; denn wenn man den Fachleuten glaubt, ist ja
Himmelsentfernung im Rahmen der jüngeren Umwelt-
debatten ein kritisches, gradezu tückisches Feld, das
nicht zu beackern das Oben des Bodens beraubt, das heißt:
des Greifens nach oben – und nicht zuletzt der Boden an sich:
Was stehen, was gehen zu lassen? Dürfen wir wirklich die
Dinge in dieser Ordnung verbinden? Sollten wir nicht versuchen, die
Schnittmengen süßend, die Hitze zu nutzen, damit unser Ringen uns
dermaleinst verbindet? Dann sollte ein hartes Werk uns gelingen, vielleicht
nicht ganz wie bei Muttern, der Pflaumenkuchen.
„Mit der apodiktischen Gewißheit, dass keiner unserer Verlegernarren es druckt.“
Austellung: Gustav Sack – Ein verbummelter Student. Enfant terrible und Mythos der Moderne im Museum für westfälische Literatur in Nottbeck“.
Nachlässe von Dichtern wie Gustav Sack sind weltvergessen und trotzen dem literarischen Tagesbetrieb. Fast ein Frevel, solch lichtempfindliche Wesen ihre Einsamkeit zu rauben, nur um sie fremden, flüchtigen Blicken auszusetzen. Das Museum für Westfälische Literatur verwandelte sich deshalb anlässlich seiner großen Gustav-Sack Retrospektive in ein begehbares Archiv – der packpapiernen Innenwelt eines großen hölzernen Überseekoffers, dem ursprünglichen Aufbewahrungsortes des Nachlasses, nachempfunden. Hier sind sie nun versammelt, Sacks Skizzen, Manuskripte und Briefe. So, als hätte sie der Dichter gerade dort verstaut, um – zeitlebens blieb ihm das versagt – irgendwann doch noch mal einen Verleger für sie zu finden. Weiterlesen…
Was waren ihre Eindrücke auf der Fahrt nach Nottbeck?
Well, es regnete und es war pechschwarz und irgendwie fühlte ich mich gleich an meine Heimat West Yorkshire erinnert.
Viele Autoren entwickeln einen sentimental-melancholischen Blick auf die Orte ihrer Kindheit. Bei Ihnen das genaue Gegenteil: West Yorkshire wirkt in ihren Red Riding Romanen wie ein dantisches Inferno? Was ist schief gelaufen?
Ich empfand das so als, ich den 70er Jahren dort aufwuchs. Es war die Zeit der großen Rezession, die alten Industrien – Kohle, Stahl und Textil – wurden systematisch zerstört, es gab den Krieg in Nordirland, Streiks. Und dann war da noch der Serienkiller, der Yorkshire Ripper. Es war eine tiefschwarze Zeit im Norden Englands. Natürlich habe ich glückliche Familienerinnerungen, aber …alles in allem empfand ich sehr düster. Weiterlesen…