„Ich wache auf. Wüste. Hitze. Sand. Mein Hals ein versteinerter Kaktus. Mein Kopf ein führendes Versuchslabor für die Erzeugung von ultimativem Weltschmerz. Ich drehe mich um mich selbst und verliere das Gleichgewicht, falle blind, schlage hart auf. Aua. Dann kracht etwas mit Verspätung auf mich herunter und geht zu Bruch. Doppelaua. Eine Stimme, die mir […]
„Mit exakt 50 km/h gleiten wir die Peter-Hahne-Allee entlang. Der enthusiastische Gesangverein in den Bose-Boxen lobpreiset in voller Lautstärke den Höchsten. Ich stelle fest, dass es tatsächlich gute Gründe zum Jauchzen, Frohlocken gibt. Der Nebel lichtet sich. Endlich. Die Mördersuche geht in die entscheidende Runde. Platon betrachtet gedankenverloren die vorbeiziehenden Villen in ihren großzügigen Gärten. […]
Prolog im Himmel „Ich bin im Himmel. Der Himmel ist oben in künstlich leuchtendem Babyblau gehalten, das nach unten heller wird, fast weiß. Das Weiß geht in eine bucklige Wolkenlandschaft über, die sich bis zum Horizont aufbläht. Der Himmel sieht aus, wie ich ihn mir immer gedacht habe. Der Himmel ist auch genauso, wie ich […]
Ein Tagebuch (3–5) 3. Enten (18.05.2014) Eva und ich sitzen auf einer Treppe, es ist spät geworden. Sie wollte schon um Mitternacht nach Hause, aber wir sitzen immer noch in der Brooklyner Nacht (die in der Tat einen bemerkenswerten Mond anzubieten hat) und reden über Dinge, über die man normalerweise nicht nach kurzer Bekanntschaft redet. […]
Ein Tagebuch (2) 2. Angst und Bange am Stück (17.05.2014) Andy sagt: Ja, es ist tatsächlich so, als müsse man eine pflegebedürftige Person betreuen. Andy sagt: Die ganze Zeit fragt man sich, ob Martin gerade wieder Angst hat oder nicht. Andy sagt: Du bist wie diese Ziegenart (Anmerkung: Es handelt sich dabei um die sogenannte […]
Der Tagebuchbeauftragte legt los (1) Noch rund vier Wochen, dann ist es soweit. Erstmals findet – unter Kurator Tom Liwa – am 13. und 14. Juni auf dem Kulturgut Nottbeck ein Tagebuch-Festival statt. Renommierte Künstler wie Gisbert zu Knyphausen, Barbara Morgenstern, Cäthe, Tim Isfort, Tom Liwa, Thomas Hoeveler und die Band Messer widmen sich namhaften […]
… – und fällt in Janes Arme Was ist bloß von diesem Roman zu halten? Einen Roman der alles und letztlich auch sich selbst durch den Kakao zieht. Der den Leser ebenso irritiert wie düpiert, weil Simon Urban so draufgängerisch und zügellos schreibt, als gäbe es kein Morgen. Eine Story, die zu einhundert Prozent […]
Wegweiser das Schild der Nebel untauglich das Foto nicht festzuhalten der Weg wohin Arnold Leifert (1940–2012) Arnold Leifert: damit der Stein wächst. Gedichte (1994)
August Stramm Brief an seine Frau Else Krafft 21. 3. 15 Frühlingsanfang! Sonntag! Sonne! Lerchen! Schüsse! Granaten! Flieger! Lehm! Halme! Gluten! Kühle! Man findet nicht mehr recht aus und ein! Lieb! Es ist eine seltsame Zeit. Schau ich übers Feld, so sehe ich grünen, wachsen, Hasen hupfen, Rebhühner streichen, Zwitschern, Singen, Jubilieren! Und dann pfeifen […]
Blogeintrag Nr. 200! Das wollen wir kurz feiern und würdigen – und zwar, in dem wir Euch mit Büchern beschenken. Zwei Romane, zwei Gedichtbände und zwei Lesebücher liegen bereit. Ein wenig muss dafür aber auch getan werden … Und zwar: 1821 versteckte Annette von Droste-Hülshoff in Briefen an ihre Tante Ludowine von Haxthausen mehrere Rätsel. […]
Sonntag im Bergischen Heißluftballons fliegen Wetterfronten ab zwischen Siefen und Maulwurfshügel der Bussard wird überleben erdgetarnte Männer im Gleichschritt üben das Sterben am Sonntag in Richtung Köln brennt der Abend Arnold Leifert (1940–2012) Arnold Leifert: damit der Stein wächst. Gedichte (1994)
August Stramm Brief an seine Frau Else Krafft 5. 3. 15 Nacht um mich! Ich sitze in einer Erdhöhle, kauere! Genannt Unterstand! Draußen klatschen die Kugeln und schleichen meine Patrouillen! Ich habe sie ermahnt: bringt mir einen tot oder lebendig! Ich muß auskundschaften, was für Truppen vor uns liegen! tot oder lebendig! […]