„Ich bin einfach schlecht darin, nichts zu machen.“ Jörg Albrecht – Schriftsteller „Ich bin sowohl Originalgenie als auch Medium … ja, Medium ist vielleicht gar nicht so ein schlechtes Stichwort. Das hat schon viel damit zu tun, Dinge durch sich durchgehen zu lassen, Texte irgendwie aufzunehmen, aber dann daraufhin abzuklopfen, wie die funktionieren, aber auch […]
Kraniche wann sehr hoch über uns ihre Rufe unser Dorf ein Hof eine Bauerschaft ein Weiler genehmigte Luftaufnahme wir vergessen die Daten einmal im Frühling einmal im Herbst Arnold Leifert (1940–2012) Arnold Leifert: damit der Stein wächst. Gedichte (1994)
August Stramm Briefe an Nell und Herwarth Walden 30. 6. 15 Ihr Lieben Lieben. […] Urlaub gibt es nicht. Keine Möglichkeit. Und Krankheit heuchele ich nicht. Ich halte das eines deutschen Soldaten nicht für würdig. Und ein deutscher Dichter darf auch nicht fahnenflüchtig werden. Ihr kennt ja meine Auffassung. Ein Dichter kann wohl […]
„Jeder Text ist immer tatsächlich ein neuer Kampf“ Martin Becker – Prosa- und Hörspielautor „Am Ende dieser Tage hat man oft den Eindruck, gar nichts getan zu haben, was natürlich Quatsch ist, weil Schreiben auch ganz oft so ist, dass man schreibt, auch wenn man nicht schreibt. Man hat aber trotzdem oft das deprimierende Gefühl, […]
August Stramm Kampfflur Glotzenschrecke Augen brocken wühles Feld Auf und nieder Nieder auf Brandet Sonne Steinet Sonne Und Verbrandet.
Paul Zech Brief an Stefan Zweig Nordfrankreich, den 12/7 1916 Mein lieber Freund, ich hatte nie geglaubt, daß die Hölle von Verdun noch zu überbieten gewesen wäre. Ich litt dort furchtbar. Nun es vorbei ist, darf es ausgesprochen werden. Aber nicht genug: nun sind wir an die Somme verschickt worden. Und hier ist alles gesteigert: […]
Frühling Es wird Frühling – alles schimmert Nur die Kiefer quietscht und wimmert Jammert über Winterschäden Muss zum Kieferorthopäden. Wiglaf Droste Wiglaf Droste: nutzt gar nichts, es ist Liebe. Gedichte. Leipzig 2005
Paul Zech Genug … Genug! Belaubung sproßt … der Wald gilbt alt, aus blauem Licht wird weißes Wehn. Wir waren jung und sind schon kalt im rasenden Vorüberdrehn der Jahre zwischen Krieg und Krieg. Wir haben kein Einander mehr, der Alb, der unsern Schlaf bestieg, fraß unsere Seele mitleidleer, der Tag, der uns […]
Welche literarische Bedeutung kommt Paul Zech (1881–1946) zu? Paul Zechs literarisches Werk ist nur schwer greifbar. Bekannt wurde Zech vor allem durch seine Nachdichtungen aus dem Französischen von Werken Rimbauds und Villons. Viele kennen Kinskis Ich bin verrückt nach deinem Erdbeermund – das ist eine Nachdichtung Zechs. Daneben wird er als expressionistischer Arbeiterlyriker rezipiert. Aber […]
Paul Zech Unsere Nächte haben keine Schreie mehr Unsere Nächte haben keine Schreie mehr, voll von Falten brechen unsere Munde. Und doch reißt uns jede Stunde eine neue Wunde, tobt Verfall durch unsere Gehirne quer. Noch den Schlaf zu rufen haben wir nicht den Mut; das Blut vergreist … Weißt Du wirklich, was […]
Gustav Sack Brief an Paula Sack 31. XII. 1914, Nachmittag, im Graben von Hardécourt Warum schreibst Du nicht, mein Lieb? […] nachdem es heute nacht gefroren hatte, pinkelt es jetzt wieder, so ekelhaft dünn und grau und endlos – zum Heulen traurig. Und überall stürzen die mühsam wieder ausgebesserten Grabenwände ein – Sumpf, Dreck, […]
Patrouille Die Steine feinden Fenster grinst Verrat Äste würgen Berge Sträucher blättern raschlig Gellen Tod. August Stramm