Einst schleppte ein Weihnachtsmann so schwer an seinem Sack mit Geschenken, daß er gerechterweise in der Stadt G. eine Pause einlegte. In der Stadt G. aber war zur selben Zeit ein Weihnachtsmarkt aufgebaut. Den sah der Weihnachtsmann und aß eine Bratwurst, aß eine Krakauer, aß eine Brühwurst und trank eine Cola. Gestärkt ging er einen […]
„Muster, Schablonen, eingefrorene Metaphern und Bilder bewusst aufbrechen“ Christoph Wenzel, Lyriker „Ich habe mal in einem kleinen Essay den Lyriker mit einem Allergiker verglichen. (…) Irgendetwas, sei es eine Nachrichtenmeldung, sei es ein verquerer Satz in der Zeitung, in dem ein Druckfehler steht, oder eine völlig unscheinbare Kleinigkeit, ist dann so ein Partikel, ein Allergen […]
Heiligabend mit Martha vor frist polierte Schaufensterfronten, sie waren das erste, dem der müde Blick begegnete. der Brunnen auf dem Markt verwaist, Eisrosen am Grünsandstein, an den Gittern ein paar Zapfen. die Stille hier, sie tätowierte Müdigkeit in ihre warmen Augen, die mehr sahen als nur eine Jahreszeit. nicht weit von hier der Antennenmast […]
Spätestens seit Erwin Grosche wissen wir, wie die Kräfteverhältnisse im Bad verteilt sind. Der Mann darf auf dem Stöpsel sitzen. Denn: „Er ist der Mann, sie ist die Frau!“ Da gibt es gar kein Vertun. Für das Autorengespann Oliver Uschmann/Sylvia Witt ist die Badewanne seit je ein soziales Refugium. Ein Rückzugsort, ein Ort der Besinnung […]
Winter Anwesenheit, Abwesenheit, der Schimmel in einer schneeigen Koppel. Gleichmaß des Winters. Einen Gang ums Dorf, einen Blick zurück. Gehen, nicht ankommen. Ein Weiß also im Schnee, das sind verlorene Gegenden für uns. Hans Georg Bulla in: Wechselgetriebe. Ausgewählte Gedichte und Notate. Bielefeld 2011
„Der Mensch ist ein Säugetier, das vergisst er in zunehmendem Maße. Das Fahrzeug, mit dem er sich auf diesem Planeten bewegt, ist sein Körper.“ Arnold Leifert, Lyriker (1940–2012) „Auf die Gedichte bezogen, kann ich mit Disziplin überhaupt nichts anfangen – gar nichts, überhaupt nichts. Die entstehen beim Ausmisten der Pferde, beim Saubermachen des Teichs, beim […]
Als der Lünener Metallarbeiter Werner Warsinsky am 26. März 1953 den erstmals vergebenen Europäischen Literaturpreis der Gemeinschaft der Büchergilden und Buchklubs erhielt, wurde sein Name in der literarischen Öffentlichkeit mit einem Schlag bekannt. Sein ausgezeichneter Roman Kimmerische Fahrt erlangte sofort ein vielfältiges Medienecho und wurde in den Feuilletons großer Zeitungen besprochen. Der Roman war somit […]