Bücher

STRANGE KEBAB

In Strange Kebab nimmt uns Ralf Thenior mit auf einen Streifzug durch die Vielfalt und den Charme des Ruhrgebiets.
In kurzen, geradezu episodenhaften Erzählungen – den Kleingeschichten aus dem größten Ruhrgebiet der Welt– tauchen wir ein in eine Welt zwischen Pommesbude und Zechenschacht, zwischen Industrieromantik und multikulturellem Flair.
Eine Welt voller Alltagsbeobachtungen und Skurrilitäten.
Bereits der Titel lässt auf Ungewöhnliches schließen: Strange Kebab gelingt eine authentische Verschmelzung von Kultur und Tradition, die das Ruhrgebiet in seiner Vielfalt und Widersprüchlichkeit so einzigartig macht. Jede Anekdote ist wie ein kaleidoskopischer Blick in das Leben der Menschen, die das Ruhrgebiet zu dem machen, was es ist. So entsteht ein buntes Mosaik aus Geschichten, die zusammen ein lebendiges Bild der Region ergeben.
Die Charaktere wirken nahbar, mal witzig, mal melancholisch – aber immer ehrlich.
Da ist der Kioskbesitzer, der über das Leben philosophiert, der Kneipenwirt, der den Feierabendbiertrinkern Geschichten erzählt, oder der nostalgische Rentner, der an den alten Zechen vorbei schlendert.
Kurzum: Es sind die kleinen, scheinbar unspektakulären Momente, die in Theniors Erzählungen eine besondere Bedeutung bekommen.
Seine Sprache ist klar und direkt, seine Beobachtungen präzise. Es gelingt ihm, den Figuren und ihren Geschichten eine gewisse Tiefe zu verleihen, die über das Offensichtliche hinausgeht. Dabei wirkt er nicht belehrend oder nostalgisch verklärt, sondern eher wie ein guter Bekannter, der einem mit einem Augenzwinkern die Besonderheiten seiner Heimatstadt zeigt.
Mit seinen Momentaufnahmen ist ihm eine Hommage mit klugen Einblicken in das Ruhrgebiet gelungen – eine Region, die so bunt und vielfältig ist wie die Geschichten, die sie erzählt.
Strange Kebab von Ralf Thenior wurde im Jahr 2011 im Aisthesis-Verlag im Rahmen der Bücher der Nyland-Stiftung publiziert. Die hiesige Ausgabe wurde mit einem Nachwort des Herausgebers Walter Gödden ergänzt und beinhaltet eine beigelegte CD, auf der 24 Sound-Prosa-Miniaturen zu finden sind.

Lea Erdmann

Was läuft?

Comics in Westfalen – Eröffnung

Foto: Gwendolyn Hillmer

Es ist soweit – am 7. Juli öffnete die neue Ausstellung „Zok – Roarr – Wumm! Comics in Westfalen“ in Nottbeck ihre Pforten für das Publikum. Noch bis zum 29. September sind hier Originalzeichnungen, Comicbände und künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Phänomen Comic zu sehen. Das Spektrum reicht von der Nachkriegszeit bis hin zur gerade erst entstehenden Graphic Novel.

Bei der Eröffnung war das Wetter in diesem verregneten Sommer gnädig. Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich etwa dreißig Gäste, darunter auch Zeichnerinnen und Zeichner, die an der Ausstellung beteiligt sind: der Karikaturist Stephan Rürup, das Comicduo Mali & Werner, die Zeichnerin Maximiliane Spieß und die Manga-Künstlerin Hirara Natsume, die aus Japan stammt, aber mittlerweile in Castrop-Rauxel lebt.

Nach einem Glas Sekt führte Stefan Höppner, der wissenschaftliche Leiter des Museums, das Publikum durch die Ausstellung, die er selbst kuratiert hat. Visuell gestaltet wurde sie von Jeremias Vondrlik, der bereits viele Projekte in Nottbeck künstlerisch begleitet hat. Dafür ging Vondrlik auch unter die Comiczeichner. Dazu kommen die beiden „Leitkühe“, die Maximiliane Spieß entworfen hat und das Publikum durch die Ausstellung führen. Im Sonderausstellungsraum gibt es eine Medienstation mit Biographien der beteiligten Zeichnerinnen und Zeichner, Video-Interviews mit leidenschaftlichen Leserinnen und Lesern aus der Region und Objekte aus der Comic-Sammlung von Autor Marc Degens, der im Rahmen der Ausstellung am 23. August um 19:30 Uhr lesen wird; in seinen Texten geht es sowohl ums Comicsammeln als auch ums Comicmachen.

Der zweite Teil der Ausstellung befindet sich im Gartenhaus. Hier sind Comics westfälischer Zeichnerinnen und Zeichner aus den letzten achtzig Jahren versammelt. Das Highlight sind aber die Originalzeichnungen, unter anderem von Nils Oskamp, Line Hoven, Katz + Goldt und Ralf König, der mit Bänden wie Der bewegte Mann ein riesiges Publikum erreicht. Verbunden werden beide Teile der Ausstellung durch Transparente mit Comiczeichnungen, die Jeremias Vondrlik im Hof des Kulturguts aufgespannt hat.

Die Ausstellung „Zok Roarr Wumm! Comics in Westfalen“ ist noch bis zum 29. September geöffnet. Der Eintritt ist frei. Im Begleitprogramm gibt es neben der erwähnten Lesung von Marc Degens einen Manga-Workshop mit der Zeichnerin Martina Peters (25. August, 14 Uhr) und eine Lesung mit Nils Oskamp, der mit Drei Steine eine eindrucksvolle „Graphic Novel gegen rechts“ vorgelegt hat (4. September, 19:30 Uhr).

Stefan Höppner

Foto: Lisa Uphaus

Bücher

Das kuriose Ostwestfalenbuch

Das kuriose Ostwestfalenbuch von Bernd Gieseking, erschienen 2024 im Satyr Verlag, porträtiert die Region Ostwestfalen auf humorvolle und liebevolle Weise. Der Kabarettist und Autor präsentiert in einem Mosaik aus vielen kleinen Kapiteln kuriose Fakten, Eigenheiten und Geschichten aus seiner Heimat, in die er nach 30 Jahren zurückgekehrt ist. Dabei nimmt er sowohl die Bewohner als auch die Klischees über Ostwestfalen aufs Korn und zeigt, dass die oft unterschätzte Region viel mehr zu bieten hat, als man gemeinhin denkt. Der Bestseller behandelt verschiedene Themen, die von der Geschichte und Kultur der Region über die Menschen und ihren Dialekt bis hin zu lokalen Merkmalen reichen und ein facettenreiches Bild von Ostwestfalen darstellen. Gieseking gelingt es, mit viel Witz und Charme das Besondere an Ostwestfalen herauszustellen und den Lesern einen neuen Blick auf die Region zu ermöglichen. Als eine gelungene Mischung aus Information und Unterhaltung, kann das Buch sowohl Einheimische als auch Nicht-Ostwestfalen begeistern.

Lena Grusemann

Allgemein, Aus dem Museum

Nottbecker Sommernacht 2024 – „Zu Gast in Osteuropa“

Foto: Katharina Kirsch

Am 22. Juni 2024 fand die 7. Nottbecker Sommernacht unter dem Thema „Zu Gast in Osteuropa“ statt und war mit seinen knapp 650 Besucher:innen ein voller Erfolg.

Was genau ist die Nottbecker Sommernacht?

Die Nottbecker Sommernacht ist ein Open-Air-Konzert inszeniert vom Leiter der Schule für Musik im Kreis Warendorf. Sie basiert auf dem Konzept eines früheren Open-Air-Konzertes namens „Notti-Night“, wo ebenfalls unter verschiedenen Mottos Musik von Pop bis Schlager gespielt wurde.

Die Sommernacht versteht sich darin, größtenteils mit klassischer Musik das Publikum zu begeistern. Dieses Jahr eroberten das Streichorchester „Stringendo“ unter der Leitung von Andreas Klingel, der Mädchenchor „Himmelsstürmer“ unter der Leitung von Uta Rathmer-Schumacher und das Große Sinfonieorchester der Schule unter der Leitung von Holger Blüder und seinem Nachfolger Micheal Unger, die Herzen der Menschen.

Wie lief die Vorbereitung?

Als freie Mitarbeiterin begann für mich das Konzert bereits sehr viel früher als für die meisten Gäste. Als ich vormittags am Kulturgut Haus Nottbeck ankam, waren die meisten Helfer:innen bereits tatkräftig dabei, Stühle und Essensstände aufzubauen. Mein Tag bestand darin Tickets für die Gäste zu reservieren, für Fragen zur Verfügung zu stehen und natürlich aus allgemeiner Museumsarbeit.
Während meiner Arbeit hatte ich ein kleines Privileg. Und zwar konnte ich bei den Proben der Musikschule zuhören. Quasi ein kleines Privatkonzert während den Vorbereitungen.

Wie lief das Konzert selbst ab?

Bereits am Einlass war die Vorfreude der Besucher:innen nicht zu übersehen. Mit einem großen Lächeln und glücklich über das großartige Wetter zeigten sie ihr Ticket vor und betraten das Kulturgut. 
Um 19:30 Uhr fing es endlich an. Meine Kolleg:innen und ich lauschten dem Konzert noch immer am Eingang, um mögliche Nachzügler zu begrüßen. Nun bin ich selbst keine professionelle Musikerin, aber wenn ich das Konzert beschreiben müsste, würde ich Begriffe wie „dramatisch“ und „emotional“ verwenden. Dies war bereits meine dritte Sommernacht und ich freue mich bereits auf die nächste.

Thora Krüger

Was läuft?

Offenes Atelier im Kulturgut Nottbeck: Horst Dieter Gölzenleuchter zeigt seine Arbeit

In der aktuellen Ausstellung „Worte und Bilder“ zeigt das Museum für Westfälische Literatur Arbeiten von Horst Dieter Gölzenleuchter. Der Künstler und Lyriker aus dem Ruhrgebiet, der gerade seinen 80. Geburtstag feiern konnte, bot am 5. Mai ein offenes Atelier im Museum an. Vor einem interessierten Publikum von etwa dreißig Personen zeigte er seine Arbeit mit Holz- und Linolschnitten und beantwortete Fragen zu seiner Kunst. Das ist durchaus körperliche Arbeit – sei es das Eingraben der Linien ins Material oder die Verteilung der Farbe. Gölzenleuchter arbeitet nicht mit einer Presse, sondern reibt mit einem einfachen Löffel über das Papier, um die Farbe an den Untergrund anzudrücken. Am 16. Juni um 14 Uhr gibt es noch einmal die Gelegenheit, den Künstler live zu erleben. An diesem Tag, dem letzten der Ausstellung, führt er noch einmal durch sein Werk. Die Aktion ist auch Teil des Schlösser- und Burgentages 2024, an dem das Münsterland seine historischen Bauwerke feiert. Der Eintritt ist frei, Spenden werden aber gern entgegengenommen. Kommen Sie und treten Sie in den Dialog mit Horst Dieter Gölzenleuchter!

Stefan Höppner

Offenes Atelier im Kulturgut Nottbeck: Horst Dieter Gölzenleuchter erklärt seine Arbeit.
Foto: Dirk Bogdanski

Digitaltag

Museum der Zukunft – Einsendung von Lena

Das Museum der Zukunft sollte durch den Einsatz von digitalen Tools ansprechend gestaltet sein. Bildschirme mit Touchscreens, interaktiven Features und leichter Handhabung sollten zur Verfügung stehen, um die Ausstellung audiovisuell zu untermalen. Es könnten Quizfragen am Ende jedes digitalen Textes in die Objektpräsentation integriert werden, um den Spaß am Lesen zu fördern und nachzuvollziehen, inwieweit die Texte verstanden und kritisch hinterfragt wurden. So können Menschen aus allen Altersklassen dazu eingeladen werden, ihren Museumsbesuch individuell zu gestalten. Zudem bietet es sich an, die Objekte der Ausstellungen zusammen mit einem informativen Text auf der Plattform museum-digital bereitzustellen. Dort wurden bereits über 6.200 Sammlungen mit nahezu 700.000 Objekten von insgesamt 938 Museen veröffentlicht, darunter auch 31 Museen in Ostwestfalen-Lippe.

Lena

Digitaltag

Museum der Zukunft – Einsendung von Anna

Das Museum der Zukunft steht ganz unter dem Motto KI. Künstliche Intelligenz kann in den unterschiedlichsten Bereichen verwendet werden. Egal ob in der Literaturvermittlung oder im kreativen und pädagogischen Bereich. KI-Systeme bieten die Möglichkeit, digitale Sammlungen zu erweitern und den Besucherinnen eine größere Auswahl an verschiedenen Themen zu bieten. KI-Systeme schaffen außerdem eine mögliche Bildersuche, die den Besucherinnen gewisse Themen auch visuell darbietet.

Anna

Digitaltag

Museum der Zukunft – Einsendung von Anonym

Was müssen Museen heute und in Zukunft leisten? Was sollen sie ihren Besucher:innen bieten können? Wie ist ein Ausgleich zwischen digitalen und analogen Konzepten zu erreichen? Und welche Kommunikationsstrukturen sind somit gefragt oder können ausgebaut werden? Das sind die zentralen Fragen, die sich an ein Museum der Zukunft richten. Aber schauen wir erst einmal darauf, was ein Museum per Definition ist: Es ist eine Institution deren Aufgaben im „erforschen, sammeln, bewahren, interpretieren und ausstellen besteht. Demnach erfüllt es einen höheren Bildungsauftrag und sollte somit für alle zugänglich sein. Die Zugangsbarrieren sollen dazu weiter und systematisch abgebaut werden. Dafür könnte man eine nationale, erschwingliche Museumskarte einführen, die in allen Museen ihre Gültigkeit hat. Auch inklusiv darf weitergedacht werden. So könnten Infotafeln mit Hilfe von KI z.B. auch in Blindenschrift, mehreren Sprachen oder mehr audiovisuell angeboten werden. Audioguides sind vielerorts bereits im Einsatz, aber sprechende Infotafeln oder Boards auf denen die Informationen visuell erfahrbar gemacht werden, wäre eine Innovation. So kann sich ein Museumsbesuch heute auch ganz virtuell abspielen. Über entsprechende Websites kann der Besuch rein virtuell sein und der physische Raum ist gar nicht mehr notwendig. Man könnte die Funktionen hier sogar so weit ergänzen, dass Gespräche, Führungen und sogar Veranstaltungen rein virtuell stattfinden. Das kann somit über jedes Smartphone geschehen oder auch mithilfe von VR-Brillen, die z.B. im Unterricht an den Schulen hervorragend eingesetzt werden können. Damit ist die Möglichkeit gegeben sich in Museen zu begeben, die physisch zu weit entfernt sind und das Museum ist nicht nur eine Sammlung von Dingen, sondern auch Versammlung von Menschen, die über die Themen diskutieren und darüber, wie diese in der Sammlung dargestellt sind. Damit Museen als inklusive Kulturorte noch besser gelingen, ist es notwendig, dass das Personal in den Museen so divers wie die Gesellschaft in Deutschland ist, aber auch die Sammlungen in den Museen müssen unsere gesellschaftliche Vielfalt abbilden, damit Museen ein Ort der Demokratie sind.

Im Sinne der Nachhaltigkeit sollten Zukunftsmuseen vor allem auch „grüne Museen“ sein, das heißt die Stromzufuhr könnte aus Photovoltaik-Anlagen gewonnen werden und damit weiterhin ein attraktiver Bildungs- und Erlebnisort bleiben.

Anonym

Digitaltag

Museum der Zukunft: Ein Kreatives Abenteuer durch Raum und Zeit – Einsendung von Julian

Stell dir ein Museum vor, das es den Besuchern ermöglicht, echte Zeitreisen zu unternehmen. Mit Hilfe von hochentwickelten Virtuellen Zeitreisen können Leute nicht nur historische Ereignisse betrachten, sondern tatsächlich daran teilnehmen. Ein spezieller Anzug und ein Helm übertragen den Besucher in eine holografisch rekonstruierte Vergangenheit, in der er sich frei bewegen und interagieren kann. Möchtest du den Bau der Pyramiden beobachten oder an der Seite von Leonardo da Vinci arbeiten? All das könnte im Museum der Zukunft möglich sein.

Die Exponate im Museum der Zukunft könnten alle Sinne ansprechen. Räume könnten so gestaltet sein, dass sie Gerüche, Geräusche, und sogar Temperaturen passend zum jeweiligen Thema wiedergeben. Beim Betreten einer Ausstellung über den Regenwald würden Besucher die feuchte, erdige Luft riechen, den Gesang exotischer Vögel hören und die Wärme der Tropen spüren. Eine Ausstellung über die Arktis könnte eisige Kälte und das Knacken des Eises unter den Füßen simulieren.

Kunstwerke im Museum der Zukunft könnten interaktiv sein und auf die Anwesenheit der Besucher reagieren. Ein Gemälde könnte seine Farben ändern, wenn jemand näher tritt, oder eine Skulptur könnte sich bewegen, wenn sie berührt wird. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz könnten die Kunstwerke sogar mit den Besuchern kommunizieren und ihre Geschichten erzählen. Eine spezielle Galerie könnte Werke präsentieren, die von den Besuchern selbst in Echtzeit erstellt werden – durch Bewegungen, Geräusche oder sogar durch Gedankensteuerung.

Julian

Digitaltag

Museum der Zukunft – Einsendung von Dana

Audioguide statt Wand mit Text, Informationen nach Interesselage am Bildschirm und Angebote zum Mitmachen wie Rallyes und Do-It-Yourselfe-Elementen in Ausstellungen gibt es schon. Doch wie sollen Museen in Zukunft Menschen anziehen und Interesse an ihren Angeboten wecken, satt in der digitalen Informationsflut unterzugehen?

Zunächsteinmal ist Digitalisierung eine Frage der Zugänglichkeit der Museen. So ist ein nicht zu übersehender Punkt, dass Museumsbesuche eingeschränkt sind, durch die Gegebenheiten des physischen Museums. Das kann die Treppe sein, die es Rollstuhlfahrenden unmöglich macht, das örtliche Stadtmuseum zu besichtigen oder die Buskosten, die den Klassenausflug unbezahlbar machen. Hier kann ein digitaler Museumsrundgang mit 360°-Aufnahmen helfen, zusammen mit einem Audioguide macht er einen Museumsbesuch von zu Hause oder aus dem Klassenzimmer möglich. Die Angebote des Museums sollten digital erfahrbar sein und so allen Menschen ein Museumserlebnis erlauben, in kurzen Happen oder als mehrstündiges Event, ganz so wie es ihre Zeit und Aufnahmefähigkeit zulässt.

Das heißt nicht, dass die physischen Museumsgegenstände etwa ein Notizbuch in der Vitrine oder der Infotext ihren Wert nicht behielten. Sie heben das Museumserlebnis im Gegensatz sogar vom digitalisierten Alltag der Menschen ab und können den Museumsbesuch zu etwas Besonderem machen. Hier wird es eine große Herausforderung sein, die Waage zu halten zwischen neuer Technologie und altem Charme, der besonders in Museen mit historischen Themen immens wichtig ist. So sollten die visuelle und audiell Museumsangebote digital abrufbar sein, die Atmosphäre und Haptiek des Museumsraums bleiben etwas Besonderes, das durch digitale Angebote erweitert gar bereichert werden kann, durch diese aber nicht ersetzbar ist und nicht als austauschbar angesehen werden sollten.

Ein großes Plus digitaler Angebote – ob aus der Ferne abgerufen oder vor Ort erlebt: Sie sind leicht zu aktualisieren und an Interessen und Alter der Besucher, hier geht es besonders um Gruppeführungen anzupassen. Auch unabhängig von angekündigten Besuchsgruppen können digitale Angebote es erleichtern ihre Ausstellungen aktuell zu halten. Das mag für manche Museen relevanter sein als für andere, aber es ist unbestreitbar, dass eine Anpassung an die sich wandelnden Wissensgrundlagen und Kontexte der Zeit enorm dazu beiträgt, für Besucher:innen relevant zu sein und besonders auch für Stammgäste ein langfristig interessanter Ort zu bleiben. Die digitale Infowand ist hier der analogen Festinstallation, die eher alle paar Jahrzehnte ausgetauscht wird, weit überlegen und kann so oft erneuert werden wie die Ressourcen des Museums und die Umgebungswelt es erlauben bzw. nötig machen. Sie können zudem dazu dienen, Themenführungen zu begleiten oder sie können mithilfe künstlicher Intelligenz unkompliziert die Fragen der Besucher beantworten und das gleich untermalt mit dem passenden Bild, Ton oder einer entsprechenden Grafik. Ein Informationsfluss, an den heutige Museumsbesucher gewöhnt sind und den das Museum als Ort des Wissens und Lernens unbedingt ermöglichen sollte.

Ein schöner Nebeneffekt solcher digitalen Angebote ist die Papierersparnis, denn Nachhaltigkeit ist heute überall ein wichtiges Thema und man sollte auch in Museen darüber nachdenken, wie ein nachhaltiger Betrieb möglich ist. Das kann von verbreiteten Lösungen wie dem Infobildschirm am Eingang, der die Plakatwand ersetzt, über Rallys, Rätsel und Aufgaben am Tablet statt auf Papier bis hin zur Solaranlage auf dem Dach reichen, die die ganzen digitalen Angebote und die in Museen weit verbreitet und oft unersetzbare künstliche Beleuchtung mit klimaneutralem Strom zu beleifern.

Dana

Digitaltag

Museum der Zukunft – Einsendung von Manfred

Als Sci-Fi-Liebhaber stelle ich mir vor, dass das Museum der Zukunft wie eine Mischung aus „Star Trek“ und „Matrix“ ist. Es sollte holografische Displays haben, die uns mitten in die Handlung ziehen. Stell dir vor, du stehst in einem Raum und plötzlich materialisiert sich eine holografische Nachbildung eines historischen Ereignisses um dich herum. Du könntest mit virtuellen Figuren interagieren, als wärst du selbst Teil der Geschichte. Mit neuronalen Schnittstellen könnten wir Exponate nicht nur sehen, sondern auch fühlen und riechen. Virtuelle Realität und Augmented Reality wären Standard, um tiefer in jede Ausstellung einzutauchen und sogar alternative Geschichtsverläufe zu erkunden.

In meiner Sci-Fi-Welt nutzen Museen die unendliche Energie von Fusionsreaktoren und speisen sie in ein Netzwerk von Quantencomputern, die extrem energieeffizient sind. Digitale Ausstellungen könnten das physische Reisen überflüssig machen. Besucher könnten sich über fortschrittliche Telepräsenzsysteme von überall auf der Welt einloggen und eine immersive Erfahrung genießen, als wären sie tatsächlich vor Ort. Dies würde den CO2-Fußabdruck erheblich reduzieren. Außerdem könnten Exponate durch holografische Projektionen und digitale Replikate ersetzt werden, was den Bedarf an physischen Materialien minimiert und den Ressourcenschutz maximiert.

In der Zukunft, wie ich sie mir vorstelle, wären Museen hochinteraktiv und inklusiv. Jeder Besucher würde beim Eintritt einen personalisierten Zugangscode erhalten, der auf seine Vorlieben und Bedürfnisse zugeschnitten ist. Holografische Projektoren könnten Inhalte in Gebärdensprache anzeigen, während KI-gesteuerte Übersetzer sofortige Untertitel in jede Sprache liefern könnten. Sensorische Schnittstellen könnten den Besuchern mit Behinderungen helfen, indem sie Vibrationen oder auditive Signale senden, um durch die Ausstellungen zu navigieren. Virtuelle Realitäten könnten es Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ermöglichen, schwer zugängliche Bereiche zu erkunden. Museen würden zu einem Ort, an dem jeder, unabhängig von seinen Fähigkeiten, vollständig in die Wunder der Geschichte und Kultur eintauchen kann.

Manfred

Digitaltag

Museum der Zukunft – Einsendung von Verena

Das Museum der Zukunft sollte mehr Möglichkeiten bieten, Inhalte immersiv zu lernen und zu erleben. Digitale Mittel können neue Wege bieten, um Inhalte aufzubereiten, die neben den klassischen Medien wie Text und Bild koexistieren können.
Kurze Filme, Animationen und ähnliche Darstellungswege bringen Abwechslung in den Museumsbesuch. Digital Storytelling ist eine Art, die Innovationen neuer Technik und die aufmerksamkeitsbindenden Stärken von Geschichten zu verbinden. Indviduelle Biographien und Schicksale können, im Gegensatz zur bloßen Darstellung von Kollektiverfahrungen, die Besucher:innen eine persönliche Nähe zu den Inhalten empfinden und das Erlebnis im Museum tiefgehender wirken lassen.

Verena