Audioguide statt Wand mit Text, Informationen nach Interesselage am Bildschirm und Angebote zum Mitmachen wie Rallyes und Do-It-Yourselfe-Elementen in Ausstellungen gibt es schon. Doch wie sollen Museen in Zukunft Menschen anziehen und Interesse an ihren Angeboten wecken, satt in der digitalen Informationsflut unterzugehen?
Zunächsteinmal ist Digitalisierung eine Frage der Zugänglichkeit der Museen. So ist ein nicht zu übersehender Punkt, dass Museumsbesuche eingeschränkt sind, durch die Gegebenheiten des physischen Museums. Das kann die Treppe sein, die es Rollstuhlfahrenden unmöglich macht, das örtliche Stadtmuseum zu besichtigen oder die Buskosten, die den Klassenausflug unbezahlbar machen. Hier kann ein digitaler Museumsrundgang mit 360°-Aufnahmen helfen, zusammen mit einem Audioguide macht er einen Museumsbesuch von zu Hause oder aus dem Klassenzimmer möglich. Die Angebote des Museums sollten digital erfahrbar sein und so allen Menschen ein Museumserlebnis erlauben, in kurzen Happen oder als mehrstündiges Event, ganz so wie es ihre Zeit und Aufnahmefähigkeit zulässt.
Das heißt nicht, dass die physischen Museumsgegenstände etwa ein Notizbuch in der Vitrine oder der Infotext ihren Wert nicht behielten. Sie heben das Museumserlebnis im Gegensatz sogar vom digitalisierten Alltag der Menschen ab und können den Museumsbesuch zu etwas Besonderem machen. Hier wird es eine große Herausforderung sein, die Waage zu halten zwischen neuer Technologie und altem Charme, der besonders in Museen mit historischen Themen immens wichtig ist. So sollten die visuelle und audiell Museumsangebote digital abrufbar sein, die Atmosphäre und Haptiek des Museumsraums bleiben etwas Besonderes, das durch digitale Angebote erweitert gar bereichert werden kann, durch diese aber nicht ersetzbar ist und nicht als austauschbar angesehen werden sollten.
Ein großes Plus digitaler Angebote – ob aus der Ferne abgerufen oder vor Ort erlebt: Sie sind leicht zu aktualisieren und an Interessen und Alter der Besucher, hier geht es besonders um Gruppeführungen anzupassen. Auch unabhängig von angekündigten Besuchsgruppen können digitale Angebote es erleichtern ihre Ausstellungen aktuell zu halten. Das mag für manche Museen relevanter sein als für andere, aber es ist unbestreitbar, dass eine Anpassung an die sich wandelnden Wissensgrundlagen und Kontexte der Zeit enorm dazu beiträgt, für Besucher:innen relevant zu sein und besonders auch für Stammgäste ein langfristig interessanter Ort zu bleiben. Die digitale Infowand ist hier der analogen Festinstallation, die eher alle paar Jahrzehnte ausgetauscht wird, weit überlegen und kann so oft erneuert werden wie die Ressourcen des Museums und die Umgebungswelt es erlauben bzw. nötig machen. Sie können zudem dazu dienen, Themenführungen zu begleiten oder sie können mithilfe künstlicher Intelligenz unkompliziert die Fragen der Besucher beantworten und das gleich untermalt mit dem passenden Bild, Ton oder einer entsprechenden Grafik. Ein Informationsfluss, an den heutige Museumsbesucher gewöhnt sind und den das Museum als Ort des Wissens und Lernens unbedingt ermöglichen sollte.
Ein schöner Nebeneffekt solcher digitalen Angebote ist die Papierersparnis, denn Nachhaltigkeit ist heute überall ein wichtiges Thema und man sollte auch in Museen darüber nachdenken, wie ein nachhaltiger Betrieb möglich ist. Das kann von verbreiteten Lösungen wie dem Infobildschirm am Eingang, der die Plakatwand ersetzt, über Rallys, Rätsel und Aufgaben am Tablet statt auf Papier bis hin zur Solaranlage auf dem Dach reichen, die die ganzen digitalen Angebote und die in Museen weit verbreitet und oft unersetzbare künstliche Beleuchtung mit klimaneutralem Strom zu beleifern.
Dana



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