
Der 1985 von Prof. Dr. Detlev Kopp und Dr. Michael Vogt gegründete Aisthesis Verlag mit Sitz in Bielefeld ist ein kulturwissenschaftlicher Fachverlag mit den Programmsparten Literaturwissenschaft, Philosophie, Geschichtswissenschaft, Medientheorie und Literatur. In den bald dreißig Jahren seines Bestehens hat sich Aisthesis als ein führender Wissenschaftsfachverlag im Segment Literatur- und Kulturwissenschaft etabliert.
Die enge Zusammenarbeit mit der Literaturkommission für Westfalen und der Nyland Stiftung – beides Institutionen, die sich die Erforschung, Pflege und Verbreitung westfälischer Literatur zum Schwerpunkt gesetzt haben – kommt auch in unserem Verlagsprogramm zum Ausdruck, so in den „Veröffentlichungen der Literaturkommission für Westfalen“ oder auch in „Nylands Kleine Westfälische Bibliothek“. Darüber hinaus finden sich im Verlagsprogramm Veröffentlichungen zur lippischen Landesgeschichte und Literatur über lippische AutorInnen.
Umfängliche Informationen zum Verlagsprogramm, den AutorInnen des Verlags und manches mehr findet sich auf unserer Homepage.
Der ARKA Verlag ist ein Ableger der ARKA Kulturwerkstatt auf dem Welterbe Zeche Zollverein XII in Essen. Er entstand 1992 aus einem Schreib- und Literaturkurs heraus. Wer damals gesagt hätte, in zehn Jahren werdet ihr 20 Titel heraus- gebracht und über 10.000 Bücher insgesamt verkauft haben und in 20 Jahren werden es über 30 Titel und ca. 20.000 Bücher sein, den hätten wir ausgelacht. Unser hochgestochenes Motto stammt vom Philosophen Hans-Georg Gadamer, der im Jahr 2003 102-jährig verstorben ist – er möge uns verzeihen: Das Schöne ist das um seiner selbst willen Daseiende – im Unterschied zum Nützlichen, das auf einen außerhalb seiner selbst liegenden Zweck verweist.
Seit dem Jahr 2000 gibt es eine regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Französischen Kulturzentrum und der Französischen Bibliothek Essen, die alle zwei Jahre einen bundesweiten Schüler-Übersetzungswettbewerb französisch-deutsch ausschreiben, für den der Verlag die Broschüre erstellt. 2010 gab es hierfür aus Anlass der Kulturhauptstadt Essen für das Ruhrgebiet ein TWINS-Projekt mit zwei Doppelbroschüren.
Im Jahr 2003 wurden die Fühler nach Übersee ausgestreckt – es entstanden ein Reisebuch über Chile, zusammen mit Prof. Dr. Angelika Wolf von der Universität Essen, und ein Deutsch-Brasilianischer Kunstkatalog über ein Frauenprojekt, federführend dabei Susanne Faber von der ARKA Kulturwerkstatt. Auch Romane und Kurzgeschichten erscheinen im Verlag, zum Beispiel von Volker König, sowie Kunstkataloge.
Mit NRW verbindet uns der Standort im Ruhrgebiet, die meisten Kontakte zu Institutionen und Autoren und Autorinnen befinden sich in diesem Bereich. Manchmal auch die Themen.
Kleinverleger zu sein lohnt sich ökonomisch nicht. Nur unser Idealismus und die Liebe zur Literatur halten uns in Gang. Und wir werden es weiterhin so halten, wie der Karpfen in unserem Gedichtband mit Haikus: Ab und zu träumen!
Ulrich Straeter
www.straeter-kunst.de
Christa Voigt präsentiert ihr Verlagsprogramm an Kinder- und Jugendbüchern am 8. und 9. September und stellt den Verlag vorab im Kurzporträt vor:
Seit 1998 betreibe ich meinen Kinder- und Jugendbuchverlag. Erst in Petershagen bei Minden; seit gut 11 Jahren ist mein Verlagssitz in Schloß Holte-Stukenbrock.
Ich verlege Kinder- und Jugendbücher, Fantasieromane, Kinder- und Jugendkrimis, Erzählungen von 7-13 Jahren, Abenteuerromane; Texte bzw. Themen, die Kinder und Jugendliche bewegen. Mit diesen Texten überzeugen wir Schulen, die gern mit diesen Texten arbeiten. Dazu erhalten die Schulen kostenlos Arbeitsmaterial gestellt. Wichtig ist uns auch, dass wir Kinder vom Erstlesealter bis ins jugendliche Alter mitnehmen und ihnen Texte anbieten, damit sie später auch noch gern und direkt zum Buch greifen. Denn Lesen aus einem Buch ist effektiver als am Computer. Und schreiben mit einem guten Stift ist besser als am Computer. Wir möchten die sogenannte „Digitale Demenz“ bei Kindern und Jugendlichen vermeiden. Die Bedeutung der deutschen Sprache ist uns sehr wichtig.
Ich habe mich quasi aus der Mitarbeit an einer Schule selbständig gemacht. Meine Mitarbeiter – es sind keine festen Mitarbeiter – sind qualifizierte Lektoren, Übersetzer und Grafiker. Ich lebe nun schon viele Jahre in Nordrhein-Westfalen, und das sehr gern.
Christoph Wenzel ist Preisträger des diesjährigen Stipendiums, das im Namen des von 1962-1975 in Köln lebenden Lyrikers, Schriftstellers und Herausgebers Rolf Dieter Brinkmann seit 1990 von der Stadt Köln vergeben wird. Das mit 10.000 € dotierte Stipendium haben neben bekannten Autoren wie Thomas Kling und Marcel Beyer auch die noch vor wenigen Wochen in Nottbeck beim „Laut und Luise“-Lyrikfestival präsentierten Schriftsteller Adrian Kasnitz (2005) und Julia Trompeter (2012) erhalten. Bewerben können sich Autoren und Autorinnen, die in NRW wohnen und das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
Wir gratulieren Christoph Wenzel, der neben Auszügen aus jüngsten Publikationen auch aktuelle Arbeitsmanuskripte eingereicht hatte, herzlich. Seine Gedichte erkunden sehr präzise die prägende Physiognomie des Ruhrgebiets, erforschen die Mentalitäts- und Sprachgeschichte(n), kartographieren und memorieren in Schnappschüssen, Annäherungen und Collagen die Jahrzehnte des Bergbaus, des Strukturwandels und die postindustriellen Landschaften. Zurzeit beschäftigt sich Christoph Wenzel mit den Geisterdörfern und den verschwundenen Ortschaften im rheinischen Braunkohlerevier. Man darf auf die Publikation neuer Texte gespannt sein… Weiterlesen…

Der im Jahr 1999 gegründete literarische Verlag aus Düsseldorf, benannt nach der Legende von den 11.000 Jungfrauen, die Krieg und Gewalt mit Kultur über- wanden, editiert individuelle, von bildenden Künstlern gestaltete Bücher. Er wird am 8. und 9. September auf der text & talk-Buchmesse auf dem Kulturgut Haus Nottbeck zu Gast sein. Georg Aehling stellt ihn im Kurzinterview vor.
Warum haben Sie den Verlag gegründet?
Weil es ein hochinteressanter und motivierender Beruf ist; Freude an der Selbstständigkeit und Freude an der Produktion von schönen Büchern.
Was macht Ihren Verlag einzigartig?
Es sind kleine Auflagenhöhen und Spezialprodukte mit einer wertvollen Ausstattung, da ich den Verlag allein führe und finanziere und nicht von lebensunterhaltenden hohen Gewinnen abhängig bin.
Was ist Ihnen bei Ihrem Programm wichtig?
Literatur, Kunst, Philosophie und Politik.
Stellen Sie sich bitte kurz vor.
Hauptberuf Studiendirektor; Studium der Mathematik, Informatik, Philosophie, Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaft.
Was verbindet Ihren Verlag mit NRW?
Die meisten Autoren und Autorinnen meines Verlags stammen aus NRW; die Möglichkeiten der Buchpräsentation und Lesungen sind für mich wichtig – und liegen aufgrund meiner Kenntnis der regionalen Partner (Literaturbüro, Heine-Institut, Museen, Literaturhäuser etc.) in Düsseldorf und NRW.
Warum lohnt es sich, Kleinverleger/in zu sein?
Weil die Motivation extrem hoch ist, etwas Wertvolles und Schönes herzustellen und der Öffentlichkeit zu präsentieren; dadurch entsteht auch eine besonders große Freude am Beruf; dazu die höchst interessanten und lehrreichen Begegnungen mit Menschen aller Art.
Homepage: www.editionvirgines.de
Nordrhein-Westfalen ist nicht als Heimat der großen Verlagshäuser bekannt. Sehr wohl gibt es aber eine Vielzahl von Kleinverlagen in NRW, die mit ihren innovativen Programmen die Vielfalt der deutschen Literaturlandschaft prägen.
Diese Kleinverlage lohnt es am 7. und 8. September 2013 im Rahmen der »text & talk«-Buchmesse auf dem Gelände des Kulturguts Haus Nottbeck zu entdecken.
Auch wenn der Tod des gedruckten Buches schon oft beschworen wurde und die Angst vor Verlagstätigkeiten des Internetriesen Amazon regelmäßig geschürt wird, gibt es besonders in NRW viele Kleinverleger, die mit Herzblut für das Büchermachen eintreten und mit geringem Etat und Personal ein absolut entdeckungswürdiges Programm realisieren.
Kleinverlage einem großen Publikum bekannt zu machen und die Vernetzung untereinander zu stärken ist der Wunsch von Prof. Dr. Walter Gödden, dem Initiator der Buchmesse. Besonders bei den Hauptakteuren, den Kleinverlagen, ist die Messe bisher auf großes Interesse gestoßen, sodass die Besucher Verlage wie Pendragon, Ch. Schroer, Lektora, parasitenpresse, Aisthesis, Lilienfeld und Edition Virgines erwarten. Weiterlesen…

„Ich brauche Menschen. Ich brauche auch eine Stadt, ehrlich gesagt. Ich brauche Ablenkungen, ich brauche Kino, ich brauche Bücher, ich brauche Bars.“
Tilman Rammstedt, Schriftsteller
„Beim Schreiben läuft das meistens so, dass ich es den ganzen Tag versuche und es klappt nicht richtig und dann setze ich mich abends wieder hin und es klappt erstmal wieder nicht und dann geht es irgendwann. Dann ist es wieder nachts. Das will ich auf Dauer nicht so haben.“
„Ich stell’ mir Inspiration sehr einfach vor. Inspiration heißt, es gibt irgendetwas und plötzlich kriegt man die zündende Idee. Das passiert mir sehr selten. Es gibt das Suchen nach Ideen und es gibt das Suchen nach Lösungen für irgendwelche Probleme des Textes. Das ist dann aber in dem Sinne Arbeit.“
„Einerseits bin das alles irgendwie ich und andererseits versuche ich, mich auch so weit wie möglich von mir zu entfernen. Ich möchte mir ja auch Dinge ausdenken. Es ist ja furchtbar, wenn man nur das aufschreibt, was man erlebt hat. Das wäre, glaube ich, sehr langweilig. Andererseits möchte ich da auch gar nicht so viel mischen und ich möchte schon gar nicht mein Herz oder meine Gedankenwelt in Büchern ausbreiten.“
Tilman Rammstedt, 1975 in Bielefeld geboren und dort aufgewachsen, studierte Philosophie und Literaturwissenschaft, heute lebt er in Berlin. Er ist Mitglied der Gruppe Fön sowie der Berliner Lesebühne Visch und Ferse Bei DuMont erschienen sein Debüt Erledigungen vor der Feier (2003) sowie die Romane Wir bleiben in der Nähe (2005), Der Kaiser von China (2008) und Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters (2012). Tilman Rammstedt wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis.
2012 erschien die von Adrian Kasnitz und Christoph Wenzel herausgegebene Anthologie Westfalen, sonst nichts? – am Samstag beim Laut & Luise-Festival zu erleben –; das Buchversammelt 32 Stimmen zeitgenössischer Lyrik. Arnold Maxwill sprach mit beiden über Westfalen und Lyrik – und wie (und wo) das eine mit dem anderen zusammenhängt.
Eine Anthologie ist immer auch eine Entscheidung, eine inhaltliche Ausrichtung: die Wahl des Themas, der Texte, des Titels. Durch das Fragezeichen in Westfalen, sonst nichts? wird einem vorschnellen Argwohn der Wind aus den Segeln genommen. Pragmatik statt Programmatik also?
Christoph Wenzel: Ja, das würde ich schon so sagen. Wir waren sehr großzügig, was die Auswahl der Autoren anging bzw. der Kriterien dessen, was hier als „westfälisch“ zu gelten hat. Das Fragezeichen im Titel stellt ja gleichzeitig auch zur Debatte, wie sinnvoll es ist, dieses Kriterium überhaupt anzuwenden und deutet zudem an, dass wir sehr großzügig verfahren sind, indem wir eben nicht gesagt haben: Man muss hier geboren sein, man muss hier so und so viel Jahre gelebt haben, unbedingt aufgewachsen sein. Die Autoren im Buch haben unterschiedlichste biographische Bezüge zu Westfalen, keiner ist aber unbedeutend. Nur ein Mal mit dem Regionalexpress hier durchgefahren zu sein – das reichte dann aber auch nicht. Wir haben schon geschaut, dass der Bezug ein deutlicher ist. Auf der anderen Seite bedeutet das Fragezeichen auch: natürlich gibt es viel mehr als Westfalen, und genau das wollen wir zeigen, indem wir sagen: Die Anthologie ist eine poetische Reise, die in unserem Fall ihren Ausgangspunkt in Westfalen hat, und dieser Ausgangspunkt strahlt auf verschiedenste Weisen ab auf das Leben der Autoren, die hier vielleicht nur aufgewachsen und dann in die „große weite Welt“ gezogen sind und dort jetzt leben und schreiben.
Adrian Kasnitz: Dieses Westfalen, sonst nichts? ist ja auch eine Frage der Identität und das kann ja nur eine bestimmte Ebene der Identität sein, also meistens ist man ja erstmal z.B. Münsteraner, dann kommt vielleicht sowas wie Münsterländer, Südwestfale, Ostwestfale … Weiterlesen…

Am 28. und 29. Juni 2013 geht das Open-Air-Wortfestival Laut & Luise mit Performances, Literatur, Musik und zahlreichen bekannten Künstlern auf dem Kulturgut Haus Nottbeck an den Start.
Im Vordergrund steht ein kreativer, experimenteller Umgang mit Literatur und Musik heute, ganz im Zeichen von Ernst Jandls Gedichtband Laut und Luise. Das Spiel mit Sprache und Rhythmik, die ins Musikalische übergeht; Performances, die die Grenzen zwischen Zuschauer- und Bühnenraum auflösen; ein Verschieben der Grenzen zwischen klassischen Kunstformen und ihren Normen.
Während die Flowerpornoes, Frank Spilker (Die Sterne), Oliver Uschmann, Ralf Thenior und viele andere mehr auf der Bühne zu erleben sein werden, wird am Samstag für besondere Interaktionen zwischen Publikum und Künstlern gesorgt: Das gesamte Gelände des ehemaligen Rittergutes wird zum künstlerisch-experimentellen Forum… Weiterlesen…

westfälische dichtung, fehlanzeige?
von Crauss
„in der pflege der kunst und dichtung sind wir westfälinger hinter den anderen deutschen volksstämmen weit zurück,“ schreibt Justus Möser, ein zeitgenosse von Matthias Claudius. „die freundliche gottheit des liedes liebt leichtentzündliche naturen, wir aber sind zu ernst, zu gründlich, zu schwerfällig.“
mag es an dieser schwerfälligkeit liegen, dass bis heute, 2013, zwar die bildende kunst und die musik, seltener aber die literatur eine echte, d.h. dauerhaft intensive förderung hierzulande erhalten hat. da mühen sich dichter nach wie vor, in ihren heimatstädten und -städtchen etwas auf die beine zu stellen, eine kleine lesebühne vielleicht, müssen aber schon bald am desinteresse der veranstalter verzweifeln. in oberzentren wie siegen (und das gilt durchaus auch für schwestern wie hagen oder lüdenscheid) gilt bei buchhändlern für literatur, was sich als roman verkaufen lässt; auf den bühnen der stadt müssen kabarettisten und comedians, vielleicht noch amüsierkolumnisten den job des dichters übernehmen. gebucht wird, was publikum zieht. liest man veranstaltungskalender, wird man westfalen für eine ausgesprochen kriminale, banal reimende region halten. als neu und interessant gelten poetry slams, die vielleicht ein kurzes vergnügen, aber doch selten einen bleibenden wert vermitteln. das publikum wird dabei oft genug mit der eintagsfliege verwechselt, die sich auf den gleichen haufen setzt wie alle ihre genossinnen – und bitteschön nirgendwo anders hin. Weiterlesen…
„Für mich gibt es nichts Schöneres, als wenn das Publikum lacht.“
Mischa-Sarim Vérollet, Poetry Slammer und Autor
„Irgendwann kommt der Punkt, dann muss ich schreiben und dann setzt man sich hin, macht sich eine Flasche Bier auf und schreibt dann so drei, vier Stunden, wenn man so richtig in den Flow reinkommt. Und dann möchte man auch nicht rausgerissen werden.“
„Ich bin zum Schreiben gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Ich habe kein Literaturinstitut besucht, ich habe einfach angefangen zu schreiben und habe das Glück, dass ich vielleicht ein bisschen Talent habe und deswegen auch Bücher verkaufen darf.“
„Ich bin Buchfetischist. Ich finde das Medium Buch toll. Ich finde es toll, ein Buch in der Hand zu haben, und ich werde mich auch weiterhin dagegen wehren, mir einen Kindle zuzulegen. Und ich könnte mir sehr gut vorstellen, ein paar Kindles auf dem Marktplatz zu verbrennen, einfach, weil ich das furchtbar finde. Bücher sind eines der schönsten Kulturgüter, die es gibt. Und ich finde es nicht in Ordnung, dass man die irgendwie abschaffen möchte.“
Mischa-Sarim Vérollet, 1981 auf Gibralta geboren, in Bielefeld aufgewachsen und bekennender Arminia Bielefeld-Fan. Er gehört zu den bekanntesten deutschsprachigen Poetry Slammern und Storytellern, betreibt mit Sulaiman Masomi, Andy Strauß und Sebastian 23 die Lesebühne LMBN und veröffentlichte Texte unter sehr einprägsamen Titeln wie Das Leben ist keine Waldorfschule oder Warum ich Angst vor Frauen habe. Zuletzt erschienen neue Kurzgeschichten („Irgendwas mit Menschen“, 2013). Empfohlen sei vor allem Vérollets „Regionalroman“ Westfalen. Als Leo Frida suchte und Pumpernickel fand (2011).
Letzte Dinge… Ein Auge, das sich schließt.
von Mirko Kussin
Die berühmten letzten Worte.
Das letzte Bier der letzten Nacht.
Der letzte Kuss: am Flughafen, auf dem Bahnsteig, im Auto.
Der letzte Arbeitstag: schön vor dem Urlaub, bitter vor der Arbeitslosigkeit.
Der letzte Urlaubstag.
Die Henkersmahlzeit, das letzte Essen.
Dinge, die das Allerletzte sind.
Das letzte Virusscanupdate.
Der letzte Zahnarztbesuch, der immer zu lange her ist.
Das letzte Stückchen Klopapier.
Der letzte Pfennig, den man hergibt.
Als letzter ins Ziel einlaufen und denken, dass die Letzten die Ersten sein werden.
Die letzte Zigarette. Am Abend, für immer.
Das letzte Hemd, das keine Taschen hat.
Der letzte Tag des Jahres.
Das PS: Ich liebe Dich.
Der letzte Text in einem Buch.
Die letzte Seite.
Die letzten Sätze.
Die letzten Worte.
In letzter Konsequenz.
Die letzte Folge der besten Fernsehserie aller Zeiten.
Then what? fragt Sawyer. Then it ends, sagt Jack.
Die letzte Szene der besten Fernsehserie aller Zeiten.
Ein Auge, das sich schließt.
99 weitere Dinge gibt es hier: Mirko Kussin / Tobias Wimbauer: Hundert Dinge. Eisenhut Verlag 2012, 144 Seiten, 14,90 €