Bücher

Lob der Nachdenklichkeit

Harald Hartungs neues Buch Der Tag vor dem Abend ist kein Tagebuch im herkömmlichen Sinn, das Tag für Tag Revue passieren lässt. Aber es hat eine tagebuchähnliche Struktur und hält, nach Jahren sortiert, jene Mosaiksteinchen fest, in denen sich Alltag auch manifestieren kann: In kleinen, streiflichtartigen, vielleicht unscheinbaren Begegnungen, in Assoziationen, die, woher auch immer, plötzlich da sind, in unerwarteten Lese- früchten, in Beobachtungen bei Autorenlesungen und Preisvergaben, unverhofften Begegnungen mit Meisterwerken der bildenden Kunst. Und hin und wieder beschenkt der Alltag den, der danach sucht, mit jenen edlen Momenten, in denen die Profanität transzendiert wird vom glänzenden Schein der Poesie – und dem Lyriker ein vielleicht besonderer Vers gelingt. So betrachtet, mag man in dem von Hartung offerierten Memorabilien-Steinbruch das Material, den Urstoff vieler seiner Gedichte erkennen. Bestätigt wird diese Vermutung im Falle von „Langsamer Träumen“ aus dem gleichnamigen Band (2002 erschienen). Dort heißt es:

Im Frühlicht sehe ich die zwei Maschinen / die eine plump die andere schlanker / pathetisch steigen: richtig feierlich / Da wären Bomben ordinär und gegen / die Abmachung des Traums / Doch fallen schon / die Eier aus der Legehenne während / die andere (durchaus kein Tier) / etwas verliert wie ein Torpedo / und den obszönen Gegenstand / (ganz Dame) übersieht und ihren Kurs hält / Fragen des Stils die Sache von Sekunden / zu kurz um das Geschehen zu verbessern / Langsamer träumen! denke ich und sehe / mich nach Deckung um Weiterlesen…

Bücher

Exilwestfale auf Heimaturlaub

Rückzug in die Natur, ins ländliche Idyll, mitten ins Grüne, weit weg von jeglicher Zivilisation. So stellt man sich die Arbeit der großen Dichter der Vergangenheit vor. Was zunächst nach altmodisch-romantischer Genie- ästhetik klingt, ist tatsächlich gar nicht so antiquiert und unzeitgemäß, wie es auf den ersten Blick scheint.

Der aus Hamm in Westfalen stammende Autor und Verleger der Literaturzeitschrift [SIC], Christoph Wenzel, entschied sich, wie schon voriges Jahr, eine Woche zurückgezogen auf dem Kulturgut Haus Nottbeck zu verbringen und sich ganz der Lyrik zu widmen. Anders als in den sogenannten Aufenthaltsstipendien, welche Künstlern nach vorangegangener Bewerbung für mehrere Monate die Möglichkeit bieten, sich intensiv mit einem Projekt zu beschäftigen, arbeitete der heute in Aachen lebende „Exilwestfale“ auf Einladung von Walter Gödden ein paar Tage auf dem Kulturgut.

Diesmal ohne ein konkretes Projekt, sondern in der Absicht, Ordnung in Skizzen und unfertige Projekte zu bringen. Um sich einfach mal Zeit zu nehmen und die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, „ohne den brotberuflichen Kontext als Filter“ mit sich herum zu tragen. Gemeint sind damit Wenzels Anstellung an der Universität Aachen und seine Tätigkeit als Verleger. Für die eigene Lyrik bleiben da meist nur die Abendstunden. Weiterlesen…

Was war!

Westfalen als Schicksal

Vor wenigen Tagen wurde der in Versmold geborene Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Hans-Ulrich Treichel 60 Jahre alt. Gelegenheit zum Blick auf Werk und Leben.

Liest man (noch mal) in den Romanen und den frühen Erzählungen Treichels, streift durch die Interviews, so wird eines immer ziemlich schnell deutlich: Westfalen lässt ihn nicht los. Von diesem „Niemandsland“, das sich vor allem „durch Abwesenheit von besonderen Eigenschaften“ hervortut, muss Hans-Ulrich Treichel immer wieder reden und schreiben – obschon er bereits 1972, mit zwanzig Jahren, zum Studium nach Westberlin zog (floh?) und dort bis heute lebt und arbeitet. Was nun wie ein unsäglicher Fluch wirken muss, ist letztlich für einen Schriftsteller ein nicht zu unterschätzendes Geschenk; Treichel weiß dies sehr genau. Im Interview mit Heinz Blumensath spitzt er diesen Wirkmechanismus zwischen Westfalen und poetischer Produktivität zu: Erst aus der erzwungenen Orientierung in diesem leeren, erfahrungskargen Raum namens Westfalen sei er unter anderem zum Schreiben gekommen. Denkt man an Treichels erzählerischen Anfänge zurück – zuvor hatte er sich bereits mit mehreren Gedichtbänden, u.a. im Suhrkamp-Verlag, einen veritablen Ruf als Lyriker erarbeitet –, so stößt man sogleich auf diesen Problemkomplex. Seine als ‚Berichte‘ bezeichneten Prosastücke in „Von Leib und Seele“ nehmen ihr Ziel gleich zu Beginn fest ins Visier: „Der Ort, an dem ich geboren wurde und der einmal als DIE STADT DER WÜRSTE UND SCHINKEN in die Geschichte Ostwestfalens eingehen wird, war für mich nichts als eine trübsinnige Ansammlung von Zweifamilienhäusern und Umgehungsstraßen, von Möbelgeschäften und Fleischereien. Und die Menschen, die diesen Ort bevölkerten, erschienen mir immer als äußerst verschlossene und mißgünstige, einzig dem Gelderwerb und dem Alkohol ergebene Wesen, die mit mir, der ich durch eine bloße Laune des Schicksals in diese Welt hineingeraten war, nicht das mindeste verband.“ Weiterlesen…

Was war!

Du sollst nicht langweilig sein

Karr & Wehner, als Autorenduo aus dem Ruhrgebiet mit ihren „Gonzo“- Thrillern bekannt geworden, erhielten 1996 den Friedrich-Glauser-Preis für den besten Krimi des Jahres und 2000 den Literaturpreis Ruhrgebiet. Nottbeck verließen sie als Gewinner des Westfälischen Kurzhörspiel-Awards. Mit Arnold Maxwill sprachen sie über die allerwichtigste Krimiregel und ihren Ehrgeiz beim Schreiben.

Herzlichen Glückwunsch, Sie beide haben als das langbewährte Autorenduo Karr & Wehner mit Ihrem Text „Das Robinson-Dilemma“, einem trickreichen Kurzkrimi, der wohl als Hommage an Daniel Defoe, den ‚Erfinder‘ des Robinson Crusoe, gelten kann, beim Westfälischen Kurzhörspiel-Award „Shortcuts“ auf dem Kulturgut Haus Nottbeck vom Publikum einen der ersten drei Preise zugesprochen bekommen! Zudem wurde Stefanie Heim, Bauhaus-Universität Weimar, für die Inszenierung Ihres Textes der Regiepreis zugesprochen. Ein gutes Gefühl?

Karr: Ein tolles Gefühl, gerade auch wegen der wirklich starken Konkurrenz, gegen die wir antreten durften

Wehner: Und besonders wegen der Doppelauszeichnung – ein ganz dickes Dankeschön an die Regisseurin!

Seit vielen Jahren verfassen Sie gemeinsam Erzählungen, Krimis und Hörspiele, sind auch schon öfter mit Preisen bedacht worden. Trotz oder gerade aufgrund Ihrer naturgemäß verschiedenen Biografien will ich fragen: Wie sind Sie zum Schreiben, zum Hörspiel gekommen? Weiterlesen…

Was war!

Siegerbeiträge online

Für alle, die nicht dabei sein konnten oder es sich gerne noch mal zu Gemüte führen wollen: Die drei Siegerbeiträge des Westfälischen Kurzhörspiel-Awards sind nun im Internet frei zugänglich. Wer sich also nicht gedulden will, bis die CD mit den gut zwanzig an diesem Abend präsentierten Stücken erscheint, muss nun nicht länger warten. In Kooperation mit dem Litradio, einem Projekt des Studienganges „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ an der Universität Hildesheim sind die Kurzhörspiele von Karr & Wehner, Ludger Haumann und Lara Sielmann nun hier abzurufen: http://www.litradio.net/home.html Wir wünschen viel Hörvergnügen! Einen herzlichen Dank nach Hildesheim an Guido Graf! [Update: Die Beiträge lassen sich online leider nicht mehr finden, ein kurzer Bericht zum Event findet sich unter diesem Link]

Was war!

„Man kann sich ausleben“

Lara Sielmann, Jahrgang ’87, gehört zu den vier glücklichen Kurzhörspielautoren, deren Text vom Nottbecker Publikum  bei der „Shortcuts“- Kurzhörspiel-Gala mit einem Preis bedacht wurde. Nach der Verleihung sprach sie mit Arnold Maxwill über Literatur im Radio, die Kunst der Verknappung und verriet etwas über die Lust am Experiment bei Kurzhörspielen.

Herzlichen Glückwunsch, Du hast mit Deinem Text „Wo wir wuchsen“, einer poetischen Rekonstruktion von Vergangenheit, wenn ich das so sagen darf, heute Abend bei den „Shortcuts“ – Westfälischer Kurzhörspiel-Award hier in Nottbeck vom Publikum einen der drei ersten Preise zugesprochen bekommen! Zudem gehörte Dein Text zu den wenigen, die sich glücklich schätzen können, gleich von zwei Regisseuren in verschiedenen Versionen inszeniert zu werden. Ein gutes Gefühl?

Ja, in jedem Fall! Dass ich überhaupt unter den zehn Nominierten war, hat mich schon sehr gefreut. Es war spannend, zu hören, wie unterschiedlich akustische Inszenierungen ausfallen können, wo sie doch vom selben Text ausgehen.

Zunächst die Frage: Wie bist Du zum Hörspiel, zum Kurzhörspiel gekommen? Was hat Dich dazu getrieben?

Ich habe 2008 in Hildesheim angefangen zu studieren, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, und habe gleich zu Beginn ein Literaturradio mit aufgebaut. Weiterlesen…

Was war!

Shortcuts Preisverleihung

Es war eine große Gala, so, wie es sich alle gewünscht hatten. Mit ebenso amüsanten wie pointierten Kommentaren führte Martin Becker von der Bauhaus-Universität Weimar durch einen Abend, der es in jeder Hinsicht in sich hatte. 13 Autorenbeiträge standen bei „Shortcuts – Westfälischer Kurzhörspiel-Award“ auf dem Programm und das Publikum durfte entscheiden, wer die drei ersten Preise und einen zusätzlichen Regiepreis erhalten sollte. Daneben gab es auf der Bühne kurzweilige Interviews mit den Initiatoren des Wettbewerbs, den beteiligten Autorinnen und Autoren und denjenigen, die dafür gesorgt hatten, dass aus den Hörspielmanuskripten richtige Hörspiele wurden: Studierenden der Fachbereiche IMT Medien der Universität Paderborn sowie Experimentelles Radio der Bauhaus-Universität Weimar. Um mit Letzterem zu beginnen: Die hörspieltechnische Umsetzung entsprach höchsten professionellen Ansprüchen und fand bei Autoren und Publikum großen Anklang – es gab gleich serienweise Szenenapplaus.

Rund 100 Autorinnen und Autoren hatten sich mit 180 Beiträgen am „Shortcuts“-Wettbewerb beteiligt. 13 von einer Fachjury nominierte Beiträge hatten es in die Endausscheidung geschafft. Rund 120 Besucher bestimmten als Publikumsjury die Siegerbeiträge in den Kategorien „Beste Textvorlage“ und „Beste Regie“. Nach knapp drei Stunden und einer spannenden Stimmauszählung stand es dann fest: Mit jeweils ersten Preisen wurden das Autorenduo Karr & Wehner („Das Robinson-Dilemma“), Lara Sielmann („Wo wir wuchsen“) und Ludger Haumann („Aufkröppen in Gelsenkirchen“) ausgezeichnet. Der Regiepreis ging an Stefanie Heim von der Bauhaus-Universität Weimar. Eine CD mit den insgesamt 18 Kurzhörspielen, die  vorgestellt wurden, wird demnächst in kleiner Auflage erscheinen. Allen Beteiligten an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank! Und dem Publikum für einen vergnüglichen und kurzweiligen Abend!

Was war!

„verwundet von Anfang an…“ Paul Schallück zum 90.

„Woran ich glaube“, „Der Platz, an dem ich schreibe“… Paul Schallück (1922-1976) war ein sehr nahbarer Autor. Das war er auch in seinen Romanen. Der Leser stand ihm immer ganz nah vor Augen. Schallück schrieb einfache Sätze, Hauptsätze, die für jedermann plausibel waren und ihre Wirkung nicht verfehlten. Auf diese Wirkung kam es ihm an. Schallück wurde einmal ein „missionierender Spezialist des Gewissens“ genannt, jemand, der zur Selbstbezichtigung anstiftete, um den „Traum von einer besseren Wirklichkeit einzulösen“ (Siegfried Lenz).

Im Zentrum des Werks von Paul Schallück stehen seine fünf Romane. Für sie wurde er schon früh mit bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis“ (Westfälischer Literaturpreis). Mit Blick auf Westfalen ist besonders „Engelbert Reineke“ zu nennen – ein Werk, das die NS-Verstrickung seiner Heimatstadt Warendorf thematisiert. Der Roman wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und gilt als Schallücks Hauptwerk.

Für Schallück war die schriftstellerische Tätigkeit „immer zuerst und vor allem ein moralischer, ja politischer Akt“ (Heinrich Vormweg). In diesem Licht sind Schallücks Erzählungen und gesellschaftskritische Essays zu sehen. Er verfasste Hunderte Leitartikel, Statements, Leserbriefe, Pamphlete. Man erkennt einen Aufklärer aus Passion und unbeugsamen Wahrheitsverfechter, der sich mit der gesell-schaftlichen Entwicklung Deutschlands nicht abfinden konnte und wollte. Auch in seinen journalistischen Texten und seinen zahlreichen Beiträgen für den Rundfunk und das Fernsehen stehen die Fragen nach der Wahrheit und der schuldhaften Verstrickung des Menschen im Vordergrund. Weiterlesen…

Bücher

Atmosphärisch dicht

Christoph Wenzel gewann im schönen Südtirol beim diesjährigen Lyrikpreis Meran den mit 3.500 Euro dotierten Alfred-Gruber-Preis

Große Freude über solch frohe Botschaft aus Italien: Mit seinem neuen Zyklus das schwarzbuch die farbfotos ging der in Nottbeck gut bekannte Lyriker unter den neun nominierten Finalisten als Gewinner des von der Südtiroler Sparkasse gestifteten Preises hervor. Den mit 8.000 Euro dotierten Hauptpreis erhielt Uwe Kolbe, der mit 2.500 Euro ausgestattete Medienpreis ging an Karin Fellner.

Christoph Wenzel, in Hamm geboren und dort auch aufgewachsen, lebt als selbsternannter „Exilwestfale“ seit über zehn Jahren in Aachen und findet gerade in dieser Distanz, der veränderten Perspektive zu poetischer Produktivität. In seinen Gedichten setzt er sich mit seiner Heimat, dem Ruhrgebiet und Hamm, auseinander. Die FAZ meint: ein „bildkräftiges, zärtliches und in der Wortfindung höchst originelles Denkmal“.

Dem können und wollen wir nur zustimmen – und fügen schmunzelnd (nicht mit stolz geschwellter Brust) hinzu: An den nun in Meran ausgezeichneten Gedichten hatte Christoph Wenzel im vergangenen Herbst auch während eines Aufenthaltes bei uns im Westfälischen Literaturmuseum gearbeitet. Die von der Jury gelobte „kluge Abwägung aller poetischen Mittel“ atmet also auch ein wenig Nottbecker Luft…

Kaum ein Zufall also, dass seine „atmosphärisch dichte“ Kompositionskunst noch dieses Jahr in der zweiten Runde der Reihe roterfadenlyrik. Edition Haus Nottbeck erscheinen wird. Was mit Dortmunder Dichtern wie Ralf Thenior seinen Anfang nahm, wandert nun mehr weit, weit ins Rheinland hinein. Wir sind gespannt! Und harren der Dinge, die da noch kommen…

Arnold Maxwill

Was war!

Shortcuts 2012

Die Sieger des Wettbewerbs „Shortcuts – Westfälischer Kurzhörspiel-Award“ werden am 6. Juli 2012 im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Museum für Westfälische Literatur (Oelde-Stromberg) bekannt gegeben und ausgezeichnet. Es entscheidet eine Publikumsjury. Zur Wahl stehen zehn von einer Vorjury ausgewählte Kurzhörspiele, die im Rahmen von Projekten der Bauhaus-Universität Weimar (Studiengang Experimentelles Radio) und der Universität Paderborn (IMT-Medien) als Hörspiele realisiert wurden und bei der Veranstaltung am 6. Juli ihre Premiere feiern. Insgesamt beteiligten sich rund 100 Autorinnen und Autoren mit über 180 Beiträgen an dem Wettbewerb. Der Shortcuts-Hörspielaward ist ein von der LWL-Literaturkommission und den IMT-Medien der Universität Paderborn entwickeltes Projekt des westfalenweiten Festivals [lila w]: Literaturland Westfalen. Die Preissumme beträgt für den ersten bis dritten Preis je 500 Euro. Außerdem wird ein Regie-Preis in Höhe von 300 Euro vergeben. Die Siegerbeiträge erscheinen auf einer CD und sind außerdem an Hörinseln im Park des Literaturmuseums zu hören.

Bücher

Expeditionen ins Rockreich

In seinem neuen Buch „Überleben auf Festivals“ stellt Oliver Uschmann ultimative Fragen: Wie soll man sich verhalten, wenn man einem „Bollo“-Typen begegnet? „Der Bollo ist ein von jeglichen Umgangsformen befreiter, tätowierter Mann, der meistens Jogginghosen aus Ballonseide trägt. Von sich selbst sagt er, dass er ein lieber Typ sei, doch im Gegensatz zur Gattung Männerherz, auf die das wirklich zutrifft, muss der Bollo leider regelmäßig etwas oder jemanden zu Klump schlagen, am liebsten zu den Klängen seiner Lieblingsgattung des Musikers, dem Grobian. Die Bezeichnung Bollo stammt aus dem alltäglichen Sprachgebrauch des ‚Herumbollerns‘, also des rüden und unsensiblen Verhaltens. Manche behaupten allerdings, sie gehe auf ein Leibgericht des Bollos zurück: die ‚Pom Bollo‘, einen Riesenhaufen Pommes frites mit zwei Litern Hacksoße. Ein barbarisches Gericht, das es in dieser Form nur im Ruhrgebiet gibt.“ Weiterlesen…

Bücher

100 Dinge/Das Mixtape

von Tobias Wimbauer

Peter Probst hatte vorhin ein Photo auf seiner Facebookpinnwand. Darauf eine Musikkassette und  ein Bleistift. Drunter stand: »unsere Kinder werden den Zusammenhang nie verstehen.« Und es entspann sich eine Diskussion darüber, dass man sich ja noch nicht ganz alt fühlen müsse, solange  da »unsere Kinder« und nicht »unsere Enkel« stehe, und dass die Kinder erst recht verwirrt wären, wenn die Kassette über den Löchern oben auch noch Tesastreifen aufweisen würde.
Das brachte mich darauf, dass ich von Mixtapes schreiben wollte. Doch erst noch eines zu dem Bleistift und der Kassette: Also, mit Kulis oder Stabilos ging das manuelle Spulen viel besser als  mit Bleistiften. Die waren nach exzessivem Spulen irgendwann abgenuddelt, das war dann beim  Draufrumkauen (ich bin ein alter Bleistiftkauer beim Schreiben oder Korrekturlesen) unangenehm, weil die Lackierung abblätterte. Und man immer (»pfff-t pfff-t«) die Lacksplitter ausspucken musste. Weiterlesen…