2011 ist das Jahr der Arbeiterliteratur und -dichtung. Nach der hier gezeigten Ausstellung zur Gruppe 61 und ihrer Erkundung eines untergegangenen Jahrzehnts, in denen Staublungen auf Farbfernsehen trafen und die Arbeit vor Kohle in den symbolischen Raum der Literatur abwanderte, hat die LWL-Literaturkommission nun noch einen Meilenstein der hiesigen Bergarbeiterdichtung aus den lichtlosen fünfziger Jahren […]
In der Gattung der Schwarz-Weiß-Literatur, soviel ist sicher, hätte sich Max von der Grün ebenso wie als Arbeiterschriftsteller einen Klassikerstatus redlich verdient. Seine Bücher wirken, als sei die Farbschriftstellerei erst lange nach ihnen erfunden worden. Aber ähnlich wie die Meister des Schwarz-Weiß-Films wusste er gekonnt mit der Farbreduktion umzugehen und entdeckte sie als Stilmittel für […]
Christoph Wenzel liest Adrian Kasnitz Pils Eine einzige Silbe, ein Fremder in diesem Landstrich auf schmalem Fuß. Ein goldner Leib, der sich unter den Griffen windet ein junges Mädchen vor seiner Zeit. An den Straßen, den Schienen liegt abgestreift die Haut. Eine Büchse, eine Scherbe genügt um die Taubheit aus den Fingern zu jagen. Mach […]
Hannelies Taschau hat 1978 einen Roman über die miefige münsterländische Provinz und den Verrat an Idealen der 1968er Bewegung geschrieben. Das Museum für Westfälische Literatur stellt Buch und Autorin in der Reihe „lost/found“ vor. ER ist Ende, SIE Anfang zwanzig. ER ein smarter, karrierebedachter Junglehrer, dem die Herzen nur so zufliegen. SIE eine introvertierte angehende […]
Schon eine bezwingende Idee: Der Suhrkamp-Verlag nährt sich dem Rentenalter und bietet zum Sechzigsten ein exklusives Raphael Horzon Regal, befüllt mit 800 bunt schillernden Bänden der geschichtsträchtigen „Edition“. Bitter nur: mit 5990 Euro ein Spass allein für professorale Besserverdiener. Abgeschaut hat Suhrkamp sich die Idee für diese monströse Schuberlösung bundesrepublikanischer Intellektuellenhistorie – so steht zu […]