Digitaltag

Museum der Zukunft – Einsendung von Manfred

Als Sci-Fi-Liebhaber stelle ich mir vor, dass das Museum der Zukunft wie eine Mischung aus „Star Trek“ und „Matrix“ ist. Es sollte holografische Displays haben, die uns mitten in die Handlung ziehen. Stell dir vor, du stehst in einem Raum und plötzlich materialisiert sich eine holografische Nachbildung eines historischen Ereignisses um dich herum. Du könntest mit virtuellen Figuren interagieren, als wärst du selbst Teil der Geschichte. Mit neuronalen Schnittstellen könnten wir Exponate nicht nur sehen, sondern auch fühlen und riechen. Virtuelle Realität und Augmented Reality wären Standard, um tiefer in jede Ausstellung einzutauchen und sogar alternative Geschichtsverläufe zu erkunden.

In meiner Sci-Fi-Welt nutzen Museen die unendliche Energie von Fusionsreaktoren und speisen sie in ein Netzwerk von Quantencomputern, die extrem energieeffizient sind. Digitale Ausstellungen könnten das physische Reisen überflüssig machen. Besucher könnten sich über fortschrittliche Telepräsenzsysteme von überall auf der Welt einloggen und eine immersive Erfahrung genießen, als wären sie tatsächlich vor Ort. Dies würde den CO2-Fußabdruck erheblich reduzieren. Außerdem könnten Exponate durch holografische Projektionen und digitale Replikate ersetzt werden, was den Bedarf an physischen Materialien minimiert und den Ressourcenschutz maximiert.

In der Zukunft, wie ich sie mir vorstelle, wären Museen hochinteraktiv und inklusiv. Jeder Besucher würde beim Eintritt einen personalisierten Zugangscode erhalten, der auf seine Vorlieben und Bedürfnisse zugeschnitten ist. Holografische Projektoren könnten Inhalte in Gebärdensprache anzeigen, während KI-gesteuerte Übersetzer sofortige Untertitel in jede Sprache liefern könnten. Sensorische Schnittstellen könnten den Besuchern mit Behinderungen helfen, indem sie Vibrationen oder auditive Signale senden, um durch die Ausstellungen zu navigieren. Virtuelle Realitäten könnten es Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ermöglichen, schwer zugängliche Bereiche zu erkunden. Museen würden zu einem Ort, an dem jeder, unabhängig von seinen Fähigkeiten, vollständig in die Wunder der Geschichte und Kultur eintauchen kann.

Manfred

Digitaltag

Museum der Zukunft – Einsendung von Verena

Das Museum der Zukunft sollte mehr Möglichkeiten bieten, Inhalte immersiv zu lernen und zu erleben. Digitale Mittel können neue Wege bieten, um Inhalte aufzubereiten, die neben den klassischen Medien wie Text und Bild koexistieren können.
Kurze Filme, Animationen und ähnliche Darstellungswege bringen Abwechslung in den Museumsbesuch. Digital Storytelling ist eine Art, die Innovationen neuer Technik und die aufmerksamkeitsbindenden Stärken von Geschichten zu verbinden. Indviduelle Biographien und Schicksale können, im Gegensatz zur bloßen Darstellung von Kollektiverfahrungen, die Besucher:innen eine persönliche Nähe zu den Inhalten empfinden und das Erlebnis im Museum tiefgehender wirken lassen.

Verena

Museum, Was läuft?

Worte und Bilder

Ausstellungsraum im Haupthaus. © Gwendolyn Hillmer

Worte und Bilder – unter diesem Titel zeigt das Museum für westfälische Literatur seit dem 24. März eine Ausstellung von Horst Dieter Gölzenleuchter. Anlass ist der 80. Geburtstag des Künstlers. 1944 in Freiburg geboren und in Dahl bei Hagen aufgewachsen, gehört er seit Jahrzehnten zu den großen Künstlern des Ruhrgebiets. 1970 Gründungsmitglied im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt, machte er sich im folgenden Jahr als bildender Künstler selbstständig. Horst Dieter „Oskar“ Gölzenleuchter ist dabei eine der seltenen ‚Mehrfachbegabungen‘ – er ist nicht nur Grafiker und Bildhauer, sondern auch Schriftsteller, vor allem Lyriker. Aber damit nicht genug: Als Herausgeber der Zeitschrift Asphalt, des Verlags Proletenpresse und seit 1979 der Edition Wort und Bild erteilt er auch anderen Autorinnen und Autoren das Wort. Darunter sind zentrale Figuren der westfälischen Literatur wie Michael Klaus, Hugo Ernst Käufer und Arnold Leifert, aber auch Klaus-Peter Wolf, der durch seine Ostfriesen-Krimis mittlerweile ein riesiges Publikum gewonnen hat. Die Umschläge der Edition Wort und Bild gestaltet Gölzenleuchter liebevoll mit eigenen Holzschnitten.

Unsere Ausstellung möchte nun den ‚ganzen‘ Gölzenleuchter zeigen. Im Haupthaus und im Gartenhaus von Nottbeck sind Acrylgemälde ebenso zu sehen wie Stahlskulpturen, Mappen mit Texten befreundeter Künstler und Bücher aus der Edition Wort und Bild und ihrer Vorgängerin, der Proletenpresse. Die Kunstwerke reichen von den späten 1960er Jahren bis in die Gegenwart und dokumentieren Gölzenleuchters Entwicklung vom Agitprop-Künstler zu einem Meister der subtilen Zwischentöne. Dabei fällt auf, dass viele der Exponate Gemeinschaftsarbeiten sind, entstanden aus dem Zusammenwirken Gölzenleuchters mit Autoren, Autorinnen und Kunstschaffenden. 

Die Ausstellung Worte und Bilder ist noch bis zum 16. Juni im Kulturgut Nottbeck zu sehen. Zwei besondere Veranstaltungen stehen noch an: Am 5. Mai um 14 Uhr gibt es die Möglichkeit, Horst Dieter Gölzenleuchter live bei seiner Arbeit mit Holzschnitten zu erleben. Und am 16. Juni, zur Finissage, führt der Künstler selbst durch die Ausstellung.

Text: Stefan Höppner

Museum, Was läuft?

Mit Frank Goosen und den Beatles im Nottbeck-Gartenhaus-Atelier

Stefanie Hempel und Frank Goosen. © Dirk Bogdanski

Am Anfang war es nicht mehr als eine fixe Idee. Als ich Frank Goosens The-Beatles-Buch gelesen habe, gefiel mir gleich die Machart. Es ist ein sehr persönliches Buch, eine Art Homestory, die uns der Autor da präsentiert, nach dem Motto: Nicht Die Beatles und ich, sondern die Beatles, meine Familie und ich.

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Museum, Was läuft?

Auffe Halde gehen

 

 

 

 

 

 

 

Karl-Heinz Gajewsky © Dirk Bogdanski

 

 

 

 

 

 

 

Jürgen Brôcan © Dirk Bogdanski

 

Das ist wieder so eine Geschichte von nebenan. Die sich irgendwo im Verborgenen abspielt: Da treffen sich zwei gestandene Männer, schnüren ihre Wanderschuhe, trotzen Wind und Wetter, begeben sich auf Höhenwanderungen, die Körper und Geist alles abverlangen, verarbeiten dies literarisch und fotografisch zunächst nur für sich und’s Privatissimum – und, ja, womöglich hätte das alles gar keine Spuren hinterlassen, wäre nicht irgendwann im persönlichen Gespräch zwischen uns der Gedanke an diese Ausstellung hier im Literaturmuseum aufgekommen.  Weiterlesen…

Museum, Was läuft?

Archivierte Tiere – eine virtuelle Ausstellung

Ingrid Schneider: Illustration zu Delphinensommer (Coverbild). Privatbesitz.

Ein Hähnchen, das am Beginn von Annette von Droste-Hülshoffs dichterischem Schaffen steht. Ein sprechender Delphin, mit dem die halb vergessene Kinderbuchautorin Katherine Allfrey uns in die Welt der griechischen Antike entführt. Ein Fisch, den der vielfach preisgekrönte Lyriker Ernst Meister zu einem verstörenden Mahl serviert.

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Bücher

„Fantasy im Münsterland“ – eine Buchreview

Fantasy als Genre ist wohl seit jeher eins der beliebtesten in der Literatur und auch in so ziemlich allen anderen Unterhaltungsmedien. Von Tolkien über Paolini bis hin zu all den aufstrebenden Autor:innen, alle haben sie eins gemeinsam: ihre Liebe zu fantastischen Welten. Dass man, um Abenteuer zu erleben, nicht immer in ferne Welten reisen muss (auch wenn man das beim Lesen natürlich relativ betrachten kann), zeigt sich in dem Sammelband, um den es heute gehen soll.

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Was war!

„Man muss sich nur mal vorstellen, alle Kunst- und Kulturschaffenden würden einen einzigen Tag schweigen. Kein Lied, kein Film, kein Buch. Es wäre still.“

Bei dem Versuch eine Lesung mit Ihnen zu buchen, scheitert man momentan kläglich. Alle Veranstaltungen sind bis Ende November aufgrund des zweiten Lockdowns verständlicherweise abgesagt worden. Dennoch sind Sie kreativ geworden und geben auf Ihrem eigenen YouTube-Kanal fröhlich Einblicke in Ihre Werke. Wie wirkt sich diese momentane mediale Umstellung auf Sie aus?

Es ist überhaupt kein Vergleich. Lesungen sind etwas sehr persönliches. Und etwas reales. Mein Beruf spielt sich überwiegend in meinem Kopf ab, mit erdachten Geschichten, fiktiven Personen, Gesprächen und Emotionen. Dieser direkte Kontakt mit den Menschen, die meinen Geschichten während einer Lesung zuhören, die sich für mich Zeit genommen haben, die lachen, staunen, sich wundern, also irgendwie reagieren, den vermisse ich sehr. Da ist ein erhobener Daumen unter einem Video wirklich nicht dasselbe.

Ihr neuster Roman „Klammerblues um zwölf“ erschien im Juli dieses Jahres. Denken Sie, dass dieser Zeitpunkt für die Publikation Unterschiede im Vergleich zu Zeiten vor der Corona Pandemie ausgemacht hat? Weiterlesen…

Was war!

„Nichts, wirklich nichts, kann den direkten Kontakt zu meinen Leser*innen ersetzen“

Heute interviewen wir Renate Behr für unsere Reihe „Kreativität in der Krise“.

Bevor wir auf die eigentliche Thematik zu sprechen kommen, ein paar Fragen zum Einstieg. Auf Ihrer Homepage steht als Banner folgender Spruch geschrieben: „Ein spannendes Buch ist Urlaub vom Alltag“. Wie definieren Sie ein spannendes Buch und welches lesen Sie selbst aktuell?

Ein Buch ist für mich persönlich spannend, wenn der/die Autor*in es schafft, Bilder in meinem Kopf zu erzeugen. Dann lese ich nicht nur, sondern erlebe die Story mit. Zurzeit lese ich „Messepartner“ aus der Mainhattan-Krimi-Reihe von Dietmar Cuntz.
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Was war!

„Ohne Literatur, Musik, Schauspiel oder bildende Künste fehlen Räume, in denen Menschen auftanken können.“

Heute interviewen wir Christiane Dieckerhoff für unsere Reihe „Kreativität in der Krise“.

Zu Anfang eine Frage der Präferenz: Sie haben vor Kurzem auf Ihrer Facebook-Seite einen Beitrag geteilt, der zeigt, dass Sie Ihre Texte handschriftlich vorschreiben. Hilft Ihnen das im Schreibprozess? Was halten Sie für Ihr kreatives Schaffen ertragreicher, handschriftliches Schreiben oder das Tippen am Laptop? Und warum sehen Sie das so?

Eigentlich schreibe ich alles bis auf Kurzgeschichten am Computer. Meine Schrift tendiert dazu, mit jeder Seite unleserlicher zu werden. Außerdem bin ich ein Kreuz- und Querschreiber. Während des Tippens passiert etwas zwischen meinem Gehirn und meinen Fingern, was ich nicht wirklich verstehe. Oft weiß ich nicht, was ich gedacht habe, bis ich es geschrieben vor mir sehe.

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Was war!

„Gerade in Zeiten, in denen wir so sehr auf uns zurückgeworfen sind, in denen Kontakte nur eingeschränkt möglich sind, in denen für manch einen das eigene Zuhause zum Gefängnis wird, ist Kunst wichtig.“

Heute interviewen wir Sarah Meyer-Dietrich für unsere Reihe „Kreativität in der Krise“.

„Auch wenn Corona uns allen einiges an Distanz abverlangt: Wir lassen uns nicht bremsen.“ Dieses motivierende Zitat lässt sich in einem Post auf Ihrer Facebook-Seite in Bezug auf einen Schreibworkshop finden. Würden Sie sich als positiven Menschen bezeichnen, für den die Corona-Pandemie keine berufliche und privat unlösbare Herausforderung ist?

Definitiv bin ich Optimistin. Manchmal irrt mein Optimismus allerdings. Als Anfang des Jahres die ersten Corona-Meldungen kamen und mein Mann einen Notvorrat in der Speisekammer anlegte, habe ich das noch für völlig übertrieben gehalten. Wenig später war ich froh über den Vorrat, auch wenn wir ihn letztlich doch nicht gebraucht haben, da wir nicht in Quarantäne mussten. Aber grundsätzlich bin ich immer erst einmal der Ansicht, dass wir die Dinge schon irgendwie hinkriegen werden – zur Not mit einem Plan B oder C oder D.
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Was war!

„Sind halt miese Zeiten für Menschen, die eigentlich von der Bühne leben.“

Heute interviewen wir Andy Strauß für unsere Reihe „Kreativität in der Krise“.

Zum Einstieg einige Fragen zu Ihrer Person. In Ihrer Facebook-Info haben Sie folgendes über sich selbst geschrieben: „Schriftsteller und Kram. Wirrsch. Halb Mensch, halb Pony. Endlich Nichtraucher.“ Wie definieren Sie das „und Kram?“. Und warum ausgerechnet „halb Pony“?

Oha, ja, dieses Facebook… Ich glaube, dass die Informationen dort so veraltet sind wie die Plattform selbst. Auch wenn ich den »endlich Nichtraucher«-Passus erst jüngst hinzugefügt habe. Früher stand dort Raucher. Da ich aber seit 27 Tagen nicht mehr rauche war es mir wichtig, das zu kommunizieren. Vorbildfunktion und so. Die anderen Sätze aus der Facebook-Infospalte sind mindestens 6 Jahre alt. Seit dem war ich für 1,5 Jahre festangestellt als Frühstücksfernsehenmoderator im Internet, habe als Technojesus Ravemessen auf diversen Festivals veranstaltet, bin als Poetry Slammer aufgetreten, habe obskure Kulturbusfahrten moderiert und dies und das gemacht. Kram eben. Das definiere ich gar nicht, das definiert sich immer neu, aber es ist meist irgendwas, bei dem einem eine pfiffige Nutzung von Sprache zu gute kommt. Und das mit dem »Halb Pony« ist wohl meiner damaligen Frisur geschuldet. Im »echten Leben« habe ich eine Pferdehaar-Allergie und bin vermutlich weder Pony noch anderes Reittier.

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