Vor Kurzem ist im Aisthesis Verlag Erich Grisars Roman „Cäsar 9“ über das Leben in Dortmund in den Jahren 1943 bis 1946 erschienen. Das Buch musste knapp 70 Jahre auf seine Veröffentlichung warten und zeigt sowohl die Schrecken des Bombenkrieges als auch die Schwierigkeiten des Neubeginns nach 1945, wie Herausgeber Arnold Maxwill im Interview erläutert.
Wir waren wieder mal umgezogen. Und zwar bewohnten wir jetzt eine sogenannte Dreizimmerwohnung, deren drittes Zimmer, das zwischen Küche und Schlafraum lag, kein Fenster hatte. Selbst, wenn man die Tür, die dieses Zimmer mit der Küche verband, oder die andere Tür zum Schlafzimmer, dessen einziges Fenster auf eine enge Gasse ging, öffnete, war es in […]
Hier ein zweiter kleiner Einblick in die Lyrik Erich Grisars, der später eher als Dortmunder Anekdotenschreiber bekannt und erfolgreich wurde. (Erster Einblick: hier). Dämmerstunde Wenn der Abend in die Gassen fällt und das Licht auf den Plätzen verdämmert, wenn der Himmel sein Blau verliert und in allen Farben matt aufzuleuchten beginnt, kommen die Frauen aus […]
Nun ist sie erschienen, die erste umfangreichere Werkausgabe des Dortmunder Autors Erich Grisar (1898–1955). Ein Band, der den Ausgangspunkt einer Wiederentdeckung dieses Schriftstellers bilden kann und soll, dessen Erzählungen mit Texten Heinrich Bölls, Siegfried Lenz’ und Wolfgang Weyrauch verglichen werden. „Sein ureigenes Thema war die Industrie- und Arbeitswelt als Faszinosum und Fluch, als menschenzerstörendes Ungeheuer. […]