
Seit dem 22. Februar läuft im Museum für westfälische Literatur eine neue Ausstellung. „Der Gruselklassiker – Fünf Jahrzehnte John Sinclair“ ist noch bis zum 29. Juni zu sehen. Viele Menschen kennen sie: die schwarzen Hefte mit dem gelben Horrorschriftzug, die bis heute in fast allen Zeitschriftenläden und Bahnhofsbuchhandlungen zu finden sind. Schon seit 1973 jagt Oberinspektor John Sinclair von Scotland Yard übernatürliche Wesen – Zombies, Ghouls, Vampire und vieles andere. Bis heute sind fast 2500 Hefte und mehr als 400 Taschenbücher mit dem blonden Helden erschienen.
Hinter dem Phänomen steht ein Autor aus dem Ruhrgebiet – Jason Dark alias Helmut Rellergerd, der in Dortmund aufgewachsen ist. Unsere Ausstellung feiert ihn mit einer Gesamtauflage von über 300 Millionen Exemplaren als den wohl erfolgreichsten Autoren in der Geschichte Westfalens. Sein 80. Geburtstag war der Anlass für unsere Ausstellung. In der von Museumsleiter Stefan Höppner kuratierten Schau sind nicht nur Hefte zu sehen, sondern das ganze Multimedia-Universum, das sich in den vergangenen fünfzig Jahren entwickelt hat – von den Hörspielen, die schon lange Kultcharakter haben, über Kartenspiele und DVDs bis hin zu seltenen Figuren vom Künstler und Sinclair-Fan Jörg Bromm. Viele Exponate stammen aus der Privatsammlung von Jason Dark. Gestalter Jeremias H. Vondrlik verwandelte den Ausstellungsraum kongenial in eine Gruselhöhle, die die Exponate wortwörtlich ins richtige Licht rückt.

Zur Eröffnung gab es ein besonderes Highlight – einen Abend mit Jason Dark und Dietmar Wunder, der den Geisterjäger seit zehn Jahren in den populären Hörspielen spricht. Wunder ist auch Synchronsprecher, unter anderem für Adam Sandler und Daniel Craig, den bisher letzten James Bond. Mit Stefan Höppner sprachen beide begeistert über ihre Arbeit, außerdem las Dietmar Wunder Ausschnitte aus dem Sinclair-Abenteuer „Der Alptraum beginnt“ – und das so gekonnt, dass die Figuren vor dem inneren Auge des Publikums lebendig wurden.
In der Pause gab es außerdem ein weiteres Novum für Nottbeck: Die Schlange vor der Ausstellung war so lang, dass sie bis auf den Hof reichte.
Stefan Höppner




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