Hier ein zweiter kleiner Einblick in die Lyrik Erich Grisars, der später eher als Dortmunder Anekdotenschreiber bekannt und erfolgreich wurde. (Erster Einblick: hier). Dämmerstunde Wenn der Abend in die Gassen fällt und das Licht auf den Plätzen verdämmert, wenn der Himmel sein Blau verliert und in allen Farben matt aufzuleuchten beginnt, kommen die Frauen aus […]
Nun ist sie erschienen, die erste umfangreichere Werkausgabe des Dortmunder Autors Erich Grisar (1898–1955). Ein Band, der den Ausgangspunkt einer Wiederentdeckung dieses Schriftstellers bilden kann und soll, dessen Erzählungen mit Texten Heinrich Bölls, Siegfried Lenz’ und Wolfgang Weyrauch verglichen werden. „Sein ureigenes Thema war die Industrie- und Arbeitswelt als Faszinosum und Fluch, als menschenzerstörendes Ungeheuer. […]
Wir sprechen über Weckschafe in Unterstromberg. Das sind Schafe, die durch ihr Blöken zu nachtschlafender Zeit auch dem tiefsten Schlaf den Garaus machen. Wir reden aber auch über Fracking im Münsterland und das Öldesaster in Gronau-Epe. Diesmal ist Sabine Scho in Nottbeck zu Gast. Sie schaut sich das Gartenhaus als möglichen Ort einer Ausstellung über […]
Eine „Zeitschrift für Gegenwartsliteratur“ auf neuen Wegen Am 23. Mai 2014 war es so weit. Die neue Ausgabe vom Richtungsding wurde in der Zeche Carl in Essen released. Natürlich fulminant, wie sich das gehört, mit Lesung und anschließender Party. Das ist soweit nichts Neues, neu war hingegen diesmal die Ausrichtung des Heftes. Denn zum […]
„Ich wache auf. Wüste. Hitze. Sand. Mein Hals ein versteinerter Kaktus. Mein Kopf ein führendes Versuchslabor für die Erzeugung von ultimativem Weltschmerz. Ich drehe mich um mich selbst und verliere das Gleichgewicht, falle blind, schlage hart auf. Aua. Dann kracht etwas mit Verspätung auf mich herunter und geht zu Bruch. Doppelaua. Eine Stimme, die mir […]
„Mit exakt 50 km/h gleiten wir die Peter-Hahne-Allee entlang. Der enthusiastische Gesangverein in den Bose-Boxen lobpreiset in voller Lautstärke den Höchsten. Ich stelle fest, dass es tatsächlich gute Gründe zum Jauchzen, Frohlocken gibt. Der Nebel lichtet sich. Endlich. Die Mördersuche geht in die entscheidende Runde. Platon betrachtet gedankenverloren die vorbeiziehenden Villen in ihren großzügigen Gärten. […]
Prolog im Himmel „Ich bin im Himmel. Der Himmel ist oben in künstlich leuchtendem Babyblau gehalten, das nach unten heller wird, fast weiß. Das Weiß geht in eine bucklige Wolkenlandschaft über, die sich bis zum Horizont aufbläht. Der Himmel sieht aus, wie ich ihn mir immer gedacht habe. Der Himmel ist auch genauso, wie ich […]
… – und fällt in Janes Arme Was ist bloß von diesem Roman zu halten? Einen Roman der alles und letztlich auch sich selbst durch den Kakao zieht. Der den Leser ebenso irritiert wie düpiert, weil Simon Urban so draufgängerisch und zügellos schreibt, als gäbe es kein Morgen. Eine Story, die zu einhundert Prozent […]
Wegweiser das Schild der Nebel untauglich das Foto nicht festzuhalten der Weg wohin Arnold Leifert (1940–2012) Arnold Leifert: damit der Stein wächst. Gedichte (1994)
Sonntag im Bergischen Heißluftballons fliegen Wetterfronten ab zwischen Siefen und Maulwurfshügel der Bussard wird überleben erdgetarnte Männer im Gleichschritt üben das Sterben am Sonntag in Richtung Köln brennt der Abend Arnold Leifert (1940–2012) Arnold Leifert: damit der Stein wächst. Gedichte (1994)
„Ich bin einfach schlecht darin, nichts zu machen.“ Jörg Albrecht – Schriftsteller „Ich bin sowohl Originalgenie als auch Medium … ja, Medium ist vielleicht gar nicht so ein schlechtes Stichwort. Das hat schon viel damit zu tun, Dinge durch sich durchgehen zu lassen, Texte irgendwie aufzunehmen, aber dann daraufhin abzuklopfen, wie die funktionieren, aber auch […]
Kraniche wann sehr hoch über uns ihre Rufe unser Dorf ein Hof eine Bauerschaft ein Weiler genehmigte Luftaufnahme wir vergessen die Daten einmal im Frühling einmal im Herbst Arnold Leifert (1940–2012) Arnold Leifert: damit der Stein wächst. Gedichte (1994)