Der Ich-Erzähler Bernd Hölzenbein übt sich im „Jesuitenschlößchen“ in der Kunst des Verkennens. Zwischen Lethargie und Ich-Bezogenheit entfaltet sich ein Text mit humanistischem (geisteswissenschaftlichem) Inventar und wirkt dennoch nicht überfrachtet. Vielmehr schafft er die „Balance zwischen Witz und Wehmut“, die nicht in die Groteske abzurutschen weiß, vollführt ein Spiel zwischen Ironie und Heiterkeit, changiert zwischen […]
Nicht nur auf unserem Hausblog widmeten wir uns der zweisprachigen Publikation Verabredungen | Afspraken von Katharina Bauer, Thomas Kade, Ralf Thenior und Ellen Widmaier. Auch im Mai/Juni-Heft (38. Jg.) des Magazins POËZIEKRANT, „POETRY INTERNATIONAL“ Special (Gent/BE) wurde dem Band, der – parallel zur Veröffentlichung in der Reihe roterfadenlyrik Edition Haus Nottbeck – auch in den […]
„Es gelang uns, einigermaßen manierlich auszusehen, als wir die Aufnahmestation betraten. Jan hatte sich das Resthaar gestrubbelt, Ralle zog den Bauch ein und ich versuchte, seriös aus der Katzenwäsche zu kucken. Wir hockten uns hin und starrten die Wände an. Die Innenarchitektur war in jedem Sinne des Wortes ernüchternd, aber der Raum war nicht sprachlos.
Eine „Zeitschrift für Gegenwartsliteratur“ auf neuen Wegen Am 23. Mai 2014 war es so weit. Die neue Ausgabe vom Richtungsding wurde in der Zeche Carl in Essen released. Natürlich fulminant, wie sich das gehört, mit Lesung und anschließender Party. Das ist soweit nichts Neues, neu war hingegen diesmal die Ausrichtung des Heftes. Denn zum […]
„Auf der kastanienbegläntzen Wohlers Allee kam uns ein einzelner Mann entgegen. Er schwankte und taumelte, schlingerte, ruderte mit den Armen und stieß Worte aus, die wir nicht verstanden. ‚Armer Kerl‘, sagte Jan, ‚dem ist bestimmt die Frau weggelaufen.‘ ‚Oder sie ist ihm eben nicht weggelaufen‘, konterte Ralle.
… zynisch-ironisch Wiglaf Droste hat den Roman eines Sommers geschrieben. Des Sommers 2013, als er sich vorübergehend selbst aus dem Verkehr zog. Zur Entgiftung, wie er sagt. Um neue Energie zu tanken, weil’s mal wieder sein musste. Das Schreiben konnte er während dieser Abstinenz aber doch nicht lassen. Das Ergebnis heißt „Schalldämpfer“, eine Road Novel, […]
45th anniversary edition Neulich stand plötzlich Nowack in der Tür. Wollte sich ein grad erschienenes Buch abholen. Ich wüsste schon. – Ja, natürlich, klaro. Es dämmerte. Er meinte den Roman „Nowack“, seinerzeit verfasst vom Dortmunder Autor Wolfgang Körner. Aber jetzt als Neuauflage wieder greifbar. Ob er ein paar Fotos schießen könnte, fragte der Live-Nowack. – […]
„Ich wache auf. Wüste. Hitze. Sand. Mein Hals ein versteinerter Kaktus. Mein Kopf ein führendes Versuchslabor für die Erzeugung von ultimativem Weltschmerz. Ich drehe mich um mich selbst und verliere das Gleichgewicht, falle blind, schlage hart auf. Aua. Dann kracht etwas mit Verspätung auf mich herunter und geht zu Bruch. Doppelaua. Eine Stimme, die mir […]
„Mit exakt 50 km/h gleiten wir die Peter-Hahne-Allee entlang. Der enthusiastische Gesangverein in den Bose-Boxen lobpreiset in voller Lautstärke den Höchsten. Ich stelle fest, dass es tatsächlich gute Gründe zum Jauchzen, Frohlocken gibt. Der Nebel lichtet sich. Endlich. Die Mördersuche geht in die entscheidende Runde. Platon betrachtet gedankenverloren die vorbeiziehenden Villen in ihren großzügigen Gärten. […]
Prolog im Himmel „Ich bin im Himmel. Der Himmel ist oben in künstlich leuchtendem Babyblau gehalten, das nach unten heller wird, fast weiß. Das Weiß geht in eine bucklige Wolkenlandschaft über, die sich bis zum Horizont aufbläht. Der Himmel sieht aus, wie ich ihn mir immer gedacht habe. Der Himmel ist auch genauso, wie ich […]
… – und fällt in Janes Arme Was ist bloß von diesem Roman zu halten? Einen Roman der alles und letztlich auch sich selbst durch den Kakao zieht. Der den Leser ebenso irritiert wie düpiert, weil Simon Urban so draufgängerisch und zügellos schreibt, als gäbe es kein Morgen. Eine Story, die zu einhundert Prozent […]
Blogeintrag Nr. 200! Das wollen wir kurz feiern und würdigen – und zwar, in dem wir Euch mit Büchern beschenken. Zwei Romane, zwei Gedichtbände und zwei Lesebücher liegen bereit. Ein wenig muss dafür aber auch getan werden … Und zwar: 1821 versteckte Annette von Droste-Hülshoff in Briefen an ihre Tante Ludowine von Haxthausen mehrere Rätsel. […]