Was läuft?

Du, ich? Ja, wer denn nun?

Am 5. März waren sie zum zweiten Mal in Nottbeck zu Gast, die Sprechduettisten/-duellisten/-artisten Julia Trompeter und Xaver Römer. Und zeigten es dem Publikum und auch sich selbst. Wie in einem Wettstreit: Du, nein ich, nein du… ja, wer hat denn nun das Sagen? Wie im wirklichen Leben also, wo es ja auch schon mal zu Hahnen-, Hennen-oder sonstwelchen Kämpfen kommen kann. Oder ganz einträchtig im Zwiegespräche, eins plus eins, sich zu ungeahnten Höhen aufschaukelnd. Nicht Lesung, nicht Performance àla Poetry-Slam, nicht ganz, aber doch dreiviertel Dada, nicht dies oder das, sondern ganz pur, konzeptionell und originell.

Im vorletzten Jahr waren Julia Trompeter und Xaver Römer Gäste des Wortfestivals laut & luise. Wobei der Titel laut und luise ja schon alles sagt: Es ging ums Sprachspielerische, um ungewöhnliche Literatur, ungewöhnliche Performances und auch um ungewöhnliche Leseorte überall auf dem Nottbeck-Campus, in der Obstwiese zum Beispiel, im Gewölbekeller, in kleinen Lesepavillons überall auf dem Gelände. Und es war damals gleich unser aller Wunsch: Mehr davon, auf jeden Fall mehr Sprechduette, sie können geradezu süchtig machen… Das Treffen des Fördervereins (mit über 120 Teilnehmern!) schien da genau das richtige Forum.

Julia Trompeter wurde in Siegburg geboren. Sie ist Mitarbeiterin der Uni Bochum und beschäftigt sich zurzeit mit ihrer Promotion, nein, nicht im Bereich der Literatur, sondern der antiken Philosophie. Sie schreibt Lyrik und Prosa und trägt diese seit gut zehn Jahren zwischen Stuttgart und Berlin vor, mit allseits großem Erfolg. So war sie beispielsweise Finalistin beim „Open Mike“ Lesebühnen-Wettstreit und erhielt 2012 das ebenso begehrte Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln. Im Herbst dieses Jahres erscheint ihr erster Roman.

Xaver Römer steht ihr in nichts nach. Auch er schreibt höchst erfolgreich Lyrik und Prosa, auch er mit einem zweiten, außerliterarischen Leben  – er hat nämlich auch musikalische Wurzeln, hat Jazzgitarre in Rotterdam studiert.

Als Sprechduo sind beide seit 2009 unterwegs, wobei sie sich und ihr Programm immer wieder neu erfinden. Denn wie wir alle wissen: Die Sprache stirbt zuletzt und treibt immer wieder neue Blüten, in unser aller Alltag, im Internet, im Sprichwörtlichen, wo immer man genauer hinhört.

Walter Gödden

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