Was war!

Erkenntnis aus Widersprüchen

„Mich reizt die Paradoxie, dass es ein gelungenes Scheitern gibt.“
Ulrich Horstmann – Literaturwissenschaftler und Literat

„Routine und Disziplin? Sehr wichtig. Man muss zur Verfügung stehen, man darf aber nichts erzwingen. Das heißt also, man sollte den Dienst antreten, zu einer ganz bestimmten Zeit am Schreibtisch und anfangen, den Papierkorb zu füttern.“

„Ich kann nur sagen, dass ich mich auch in meinem 61sten Lebensjahr noch nicht an diesen Planeten gewöhnt habe, dass ich das Gefühl habe: „Ich bin hier fehl am Platz“ – und dass ich mir auch sicher bin, ich sollte dieses Gefühl artikulieren, ich sollte dieses Gefühl aussprechen, ich sollte dieses Gefühl literarisieren, weil ich mir sicher bin, dass ich Gesinnungsgenossen habe und dass ich nicht der Einzige bin, der sich hier als Alien vorkommt.“

„Ich glaube, man sollte Denken nicht unbedingt auf Affektstaus zurückführen. Die mögen auslösende Wirkung haben, aber wenn Aphorismen einfach Explosionen sind, dann sind es schlechte Aphorismen. Es geht immer um Kontrolle, es geht immer um möglichst präzise und effektive Artikulation und ich hoffe doch, dass ich sehr, sehr wenig aus einem Gefühlsüberschwank heraus oder aus Abscheu heraus zu Papier gebracht habe. Denn dafür müsste ich mich im Nachhinein entschuldigen.“

„Ich habe gelernt, ohne Publikumsresonanz zu leben. Es wäre gelogen, zu behaupten, dass mir das leicht gefallen wäre, aber jetzt kann ich es.“

Ulrich Horstmann, geboren 1949 in Bünde, aufgewachsen unter beredten Büchern im mundfaulsten Teil Westfalens (Selbstaussage). Studium der Anglistik und Philosophie. Im Besitz der niederen und höheren akademischen Weihen, gleichwohl der literarischen Schwarzarbeit ergeben: Erzählungen, Lyrik, Theaterstücke, Hörspiele, Aphorismen, Romane. Zuletzt erschienen Kampfschweiger. Gedichte 1977-2007 (2011) und Abschreckungskunst. Zur Ehrenrettung der apokalyptischen Phantasie (2012).

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