Für alle, die nicht zur ersten Ausstellung im renovierten Gartenhaus kommen konnten…
lebens listen beschäftigt sich mit der Frage, wie man aus dem Leben herauskommen, ihm gleichsam aus dem Wege gehen könnte, jedoch nicht durch Tod oder Exil, sondern mit Blick auf das Leben, aber eben in einer anderen Gestalt. Seine Überlegungen hielt S.J. Schmidt in gleichsam poetischen sowie streng konzeptionellen Texten fest. Der Maler und Zeichner Andreas Grunert hat diesen Schriften jeweils Zeichnungen beigesellt, die Geist, Stimmungen und Gefühle sprechend in grafische Bilder transformieren. Unaufdringlich leise regen sie zur Selbstreflexion an.
das leiden anderer betrachten
die metaphernmaschine
irgendwann unnötig abzusterben
der streik der ereignisse
ein spiegel mit gedächtnis
der tote blick
wer spricht so
die welt als sortiment
„Reell ist, was an seiner Stelle klebt.“
der widerstand der objekte
nichts als
ausscheidungen des empfindungsvermögens
wozu hat der mensch zwei augen?
how these shadows last
erinnerung, sprich!
Siegfried J. Schmidt wurde 1940 in Jülich geboren und ist nicht nur als Professor für Kommunikations- und Literaturwissenschaft bekannt. Er ist zugleich einer der bedeutenden Vertreter der neuen konzeptionellen Poesie. „Er führt das erfolgreichste Doppelleben, das ich je gesehen habe“, schreibt der Philosoph Ernst von Glasersfeld.
Andreas Grunert erhielt zahlreiche Künstlerstipendien und Preise. Seine Malerei und Grafikarbeiten waren weltweit in zahlreichen Ausstellungen – unter anderem in Wien, München, New York, Florenz, Brüssel und Berlin – zu sehen.



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