{"id":4824,"date":"2022-04-07T14:46:07","date_gmt":"2022-04-07T13:46:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=4824"},"modified":"2022-04-07T15:05:11","modified_gmt":"2022-04-07T14:05:11","slug":"mit-frank-goosen-und-den-beatles-im-nottbeck-gartenhaus-atelier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=4824","title":{"rendered":"Mit Frank Goosen und den Beatles im Nottbeck-Gartenhaus-Atelier"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4832 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ticket-to-Ride_Goosen-Hempel-c-Dirk-Bogdanski-5-1.jpg\" alt=\"\" width=\"466\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ticket-to-Ride_Goosen-Hempel-c-Dirk-Bogdanski-5-1.jpg 1625w, https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ticket-to-Ride_Goosen-Hempel-c-Dirk-Bogdanski-5-1-300x217.jpg 300w, https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ticket-to-Ride_Goosen-Hempel-c-Dirk-Bogdanski-5-1-768x555.jpg 768w, https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Ticket-to-Ride_Goosen-Hempel-c-Dirk-Bogdanski-5-1-1024x740.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 466px) 100vw, 466px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Stefanie Hempel und Frank Goosen. \u00a9 Dirk Bogdanski<\/em><\/p>\n<p><strong>Am Anfang war es nicht mehr als eine fixe Idee. Als ich Frank Goosens The-Beatles-Buch gelesen habe, gefiel mir gleich die Machart. Es ist ein sehr pers\u00f6nliches Buch, eine Art Homestory, die uns der Autor da pr\u00e4sentiert, nach dem Motto: Nicht Die Beatles und ich, sondern die Beatles, meine Familie und ich.<\/strong><\/p>\n<p><!--more-->Erz\u00e4hlt wird n\u00e4mlich, wie die Beatles-Begeisterung des Autors in seinem famili\u00e4ren Umfeld mit einem gewissen, naja, Achselzucken wahrgenommen, hingenommen wird. Das ist unzweifelhaft eine von vielen sch\u00f6nen Pointen des Buches, ein versteckter dramaturgischer Kniff, der nat\u00fcrlich beim Leser die Frage wachruft: Und, wie geht es nun weiter\u2026 gibt es ein Beatles-Happy-End am famili\u00e4ren Fr\u00fchst\u00fccks- oder Wohnzimmertisch? Und diese Nebenstory gewinnt an Fahrt, als der ansonsten tolerante und h\u00f6chst nachsichtige pater familiaris Ehefrau und Spr\u00f6sslingen im besten Teenager-Alter eine gemeinsame Tour nach Liverpool vorschl\u00e4gt, dem Mekka des Beatles-Enthusiasmus. Und ja, sie sind mit dabei. Wie viel \u00dcberredungsk\u00fcnste besagter Hausherr aufbringen musste, ist nicht \u00fcberliefert, das kann sich jeder selbst ausmalen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Besuch nimmt im Buch ein eigenes Kapitel ein. Vor Ort in Liverpool angekommen, \u00fcberf\u00e4llt die Musik-Touris eine F\u00fclle von Eindr\u00fccken, vor allem den Erz\u00e4hler, der in Erinnerungsseligkeit schwelgt. So viele <em>magic impressions<\/em>, dass man sie alle gar nicht so schnell aufnehmen kann. Ja, auch nicht aufnehmen muss, schlie\u00dflich hat ja jeder sein Handy dabei, das beim Erz\u00e4hler in Dauerrotation ist. Und sp\u00e4testens an dieser Stelle des Buchs hat es auch bei mir Klick gemacht, wie einst, als das Schie\u00dfen eines Fotos noch mit einem solchen akustischen Signal begleitet wurde: K\u00f6nnte man nicht, w\u00e4re es nicht eine interessante Sache, sollte ich vielleicht mal beim Autor nachfragen, ob diese Fotos vielleicht zum Gegenstand einer Ausstellung werden k\u00f6nnten? Eine Beatles-Hommage ganz anderer Natur, bei der es nicht auf die Perfektion der Fotos ankommt, sondern auf die Stimmung, das Ambiente, den Moment, und ja, ein wenig auch auf die famili\u00e4re Begleitmusik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich nahm Kontakt zu Frank Goosen auf und dieser zugegeben etwas ungew\u00f6hnliche Vorschlag stie\u00df bei ihm tats\u00e4chlich auf Gegenliebe. War auf seiner Seite aber auch mit jeder Menge Aufwand verbunden: n\u00e4mlich dem, die ganzen Fotos erst mal wieder hervorzukramen, vielleicht nochmal zu sichten, was ja immer auch mit dem Risiko verbunden ist, sich wieder in den Erinnerungen zu verlieren \u2013 all das kostet schlicht und ergreifend Zeit, \u00fcber die ein Autor, der in der Regel schon gedanklich beim n\u00e4chsten und \u00fcbern\u00e4chsten Buchprojekt, respektive mit dem Auftritt besch\u00e4ftigt ist, erstmal aufbringen muss. Aber es wurde! Und dank der Hilfe von Jeremias Vondrlik wurde dann eine richtige Ausstellung daraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Homestory ist nat\u00fcrlich nur ein Element des Buchs. Im Mittelpunkt stehen die Beatles, die Musik, die musikalische Sozialisation des Autors selbst. Und die Entstehungsgeschichte des Buchs. Ich zitiere:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eUnd dann fragte mich mein Lektor, ob ich Lust h\u00e4tte, in der Musikbibliothek von KiWi dabei zu sein, und \u00fcber wen ich w\u00fcrde schreiben wollen. Ich glaube, die Antwort hatte ich raus, bevor er die Frage beendet hatte. Ich h\u00e4tte es nicht ertragen k\u00f6nnen, wenn jemand anders \u00fcber die Beatles geschrieben h\u00e4tte.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">So f\u00e4ngt sie an, die Vorgeschichte von Frank Goosens Buch <em>The Beatles<\/em>. Das Konzept der erw\u00e4hnten Musikbibliothek: Prominente Fans schreiben \u00fcber ihre Lieblingsmusiker bzw. Bands. Und das im bequemen Pocket-Format, ideal f\u00fcrs Nachtschr\u00e4nkchen oder auch zum Verschenken \u2013 an Gleichgesinnten d\u00fcrfte kein Mangel bestehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">KiWis Musikbibliothek erhebt keinen enzyklop\u00e4dischen Anspruch. So subjektiv wie m\u00f6glich soll\u2019s sein und nat\u00fcrlich unterhaltsam. Und da ist Frank Goosen fraglos der richtige Mann. Seine Romane und B\u00fchnenprogramme spielen bevorzugt in den 1980er und 1990er Jahren \u2013 in eben jener Zeit, als der Autor mit der Musik der Beatles bekannt wurde. Sein Initialerlebnis hatte er 1979, mit 13 Jahren. Ein Freund hatte ihm <em>Sergeant Pepper\u2019s Lonely Hearts Club Band<\/em> auf Kassette \u00fcberspielt. Sp\u00e4testens bei <em>Lucy in the Sky with Diamonds<\/em> war\u2019s um ihn geschehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben der Euphorie, endlich die Originalschaupl\u00e4tze der Jugendhelden live zu sehen \u2013 eben w\u00e4hrend des geschilderten Trips nach Liverpool, spart Goosen nicht mit Kritik. Der von der Stadt zelebrierte touristisch gesch\u00fcrte Beatles-Hype erscheint ihm wie ein liebloser Totalausverkauf, den er mit der Ballermann-Meile auf Mallorca vergleicht. \u201eDer Plan hei\u00dft: Nehmt ALLES und nehmt es JETZT! Wir dr\u00f6hnen euch voll, bis ihr nicht mehr wisst, wer ihr seid: ,I am he as you are he as you are me and we are all together.\u2018 Malle f\u00fcr alle, nur mit den Beatles statt J\u00fcrgen Drews.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frank Goosens <em>The Beatles<\/em> ist ein leichtes, kurzweiliges Buch \u2013 f\u00fcr Goosen- und Beatles-Fans ein Muss, f\u00fcr alle anderen eine Lekt\u00fcre mit hohem Unterhaltungswert. Aber auch ein reflektiertes Buch, das auf Gef\u00fchls\u00fcberschwang verzichtet. Das gilt auch f\u00fcr Goosens Schlusswort, das die Kernfrage aufgreift: Was z\u00e4hlt letztlich am Pop? \u201eMit Anfang f\u00fcnfzig, nachdem man Vater von zwei S\u00f6hnen geworden ist, die manchmal gucken, als suchten sie einem jetzt schon ein Altersheim in Kasachstan aus, stellt man die Frage nach dem Warum durchaus \u00f6fter.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Goosens Buch ist nicht die einzige Hommage an die Beatles aus einer westf\u00e4lischen Feder. Weitere sind in der hier in Rede stehenden Gartenhaus-Ausstellung zu sehen, aus dem Pendragon Verlag und fast noch druckfrisch aus j\u00fcngerer Zeit: Maik Br\u00fcggemeyers <em>Sch\u00f6ner kann es gar nicht sein. Die Beatles von 1957 bis 1970<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Text: Dirk Bogdanski<\/em><\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D4824&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stefanie Hempel und Frank Goosen. \u00a9 Dirk Bogdanski Am Anfang war es nicht mehr als eine fixe Idee. Als ich Frank Goosens The-Beatles-Buch gelesen habe, gefiel mir gleich die Machart. 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