{"id":4705,"date":"2020-08-26T09:34:11","date_gmt":"2020-08-26T08:34:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=4705"},"modified":"2025-12-17T11:05:07","modified_gmt":"2025-12-17T10:05:07","slug":"der-kuchen-ist-ungerecht-verteilt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=4705","title":{"rendered":"Der Kuchen ist ungerecht verteilt"},"content":{"rendered":"<p><em>F\u00fcr unsere Reihe <strong>&#8222;Kreativit\u00e4t in der Krise&#8220;\u00a0<\/strong>interviewen wir <strong>Thorsten Nagelschmidt<\/strong>:<\/em><\/p>\n<p><strong>Vorweg eine Frage ohne Literaturbezug: Kurz vor dem sogenannten Lockdown waren Sie mehrere Wochen in Chile und dokumentierten die dortigen Proteste u. a. auf Ihrem Facebook-Account. Wie wichtig ist das Recht auf Demonstrationsfreiheit im Vergleich zum Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus?<\/strong><\/p>\n<p>Ich war bis zum 10. M\u00e4rz 2020 in Chile, das Coronavirus war zu dem Zeitpunkt noch nicht das beherrschende Thema dort und es gab keinen Lockdown. Die Demonstrationsfreiheit ist nat\u00fcrlich elementar wichtig in einer Demokratie, zumal es ja auch in Coronazeiten grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich ist, ohne die Gefahr von Ansteckungen zu demonstrieren. Bei den Aufst\u00e4nden in Chile geht es auch nicht nur um Demos im herk\u00f6mmlichen Sinne, sondern um ganz unterschiedliche Protestformen wie Streiks, Nachbarschaftskomitees, Landbesetzungen und ziviler Ungehorsam. Die gro\u00dfen gesundheitlichen Probleme ergeben sich in einem so marktradikalen System wie dem chilenischen auch nicht unbebdingt oder zumindest nicht nur aus der Zusammenkunft vieler Menschen bei Protesten, sondern vor allem aus den katastrophalen Wohn- und Arbeitsbedingungen eines gro\u00dfen Teils der Bev\u00f6lkerung, sowie einem v\u00f6llig maroden und in weiten Teilen privatisierten Gesundheitssystem, zu dem viele Chilenen auch schon vor Covid-19 keinen oder nur eingeschr\u00e4nkten Zugang hatten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/kultur\/2020-03\/santiago-de-chile-demonstrationen-regierung-polizei\">Hier<\/a> \u00fcbrigens die Reportage von Julia Krummhauer und mir.<\/p>\n<p><strong>Die Nachrichten aus der Literaturbranche sind zurzeit wenig hoffnungsvoll. Lesungen und Workshops werden abgesagt, ganz zu schweigen von den gro\u00dfen Buchmessen, und die sogenannten Soforthilfen von Bund und La\u0308ndern liefen zuna\u0308chst nur tra\u0308ge an. Wie geht es Ihnen beruflich mit der aktuellen (Corona-)Situation? Gibt es eine Vera\u0308nderung seit den ersten Monaten der Krise, dem \u201eLockdown\u201c? Haben Sie die unterschiedlichen Unterstu\u0308tzungsprogramme (Fonds, Darlehen, Kredite&#8230;) wahrgenommen? Wie beurteilen Sie diese?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe die 5000,- vom Land Berlin erhalten und war zun\u00e4chst positiv \u00fcberrascht von dieser schnellen und unkomplizierten Ma\u00dfnahme. Auch wenn sie bei einem Fortdauern der Krise wohl zum ber\u00fchmten Tropfen auf dem hei\u00dfen Stein werden wird.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Wie beeinflusst die aktuelle Situation Ihr Schreiben selbst? Inwiefern nehmen Sie die letzten Monate als (Schreib-)Krise wahr und inwiefern eventuell auch als inspirierende Zeit?<\/strong><\/p>\n<p>Von den vielen ausgefallenen oder verschobenen Auftritten abgesehen hat sich f\u00fcr mich pers\u00f6nlich zun\u00e4chst gar nicht viel ge\u00e4ndert, da ich es gewohnt bin, von zuhause aus zu arbeiten. Dar\u00fcber hinaus waren wir Ende M\u00e4rz mit der Band im Studio und haben den ersten neuen <a href=\"https:\/\/orcd.co\/waswillstdu\">Muff Potter Song<\/a> seit 11 Jahren ver\u00f6ffentlicht. Das w\u00e4re ohne Corona sicher nicht passiert, zumindest nicht so schnell. Dann erschien Ende April mein neuer Roman, so dass ich mit Interviews und vereinzelten Auftritten besch\u00e4ftigt war. Im Zuge des Romans kamen nach und nach immer mehr Anfragen f\u00fcr neue Texte und andere Projekte rein. Ich hatte also trotz Corona kaum Ruhe in den letzten Monaten. Im Gegenteil hatte ich eher das Gef\u00fchl, dass diese Krise und die ganzen mit ihr verbundenen Unsicherheiten meine Grundnervosit\u00e4t ziemlich befeuert haben. Was manchmal unangenehm sein, sich aber auch in einem st\u00e4rkeren kreativen Output \u00e4u\u00dfern kann.<\/p>\n<p><strong>Ihr ku\u0308rzlich erschienener Roman \u201e<a href=\"https:\/\/www.fischerverlage.de\/buch\/thorsten-nagelschmidt-arbeit-9783103974119\">Arbeit<\/a>\u201c wird schon jetzt als \u201eCorona-Roman\u201c oder \u201eGrabrede auf das Nachtleben\u201c beschrieben. Angenommen, das Coronavirus wa\u0308re bereits wa\u0308hrend des Schreibprozesses ausgebrochen \u2013 ha\u0308tte das den Text vera\u0308ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Oh ja, bestimmt. Dar\u00fcber mag ich gar nicht nachdenken. Vielleicht h\u00e4tte ich die Arbeit an einem Text wie diesem f\u00fcr v\u00f6llig obsolet gehalten und alles abgebrochen. Dass der Roman dann so gelesen werden w\u00fcrde, wie er jetzt teils gelesen wird, das konnte ich nat\u00fcrlich nicht ahnen.<\/p>\n<p><strong>Die Einteilung in systemrelevante und -irrelevante Jobs zu Beginn der Krise hat fu\u0308r Kontroversen gesorgt. Insbesondere Verba\u0308nde von Kunst- und Kulturschaffenden warnten immer wieder eindringlich vor einer Vernachla\u0308ssigung ihrer Branche. Wie sehen Sie Ihre Rolle in der Gesellschaft? Fu\u0308hlen Sie sich vernachla\u0308ssigt \u2013 im allgemeinen Bewusstsein, aber auch bei der Verteilung der oben genannten Gelder zur Soforthilfe? Warum ist Literatur (und andere Kunst) ebenfalls wichtig fu\u0308r eine Gesellschaft, vielleicht gerade in einer Krise?<\/strong><\/p>\n<p>Literatur hat die Kraft, Dinge sp\u00fcr- und erlebbar zu machen, die man sonst allenfalls auf einer rationalen Ebene versteht. Literatur kann Fehlentwicklungen, aber auch Handlungsm\u00f6glichkeiten aufzeigen. Literatur kann Menschen eine Stimme, die sonst kaum gesehen oder geh\u00f6rt werden. Das kann auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen passieren \u2013 lustvoll, verspielt, abstrakt, hurmorvoll, eindringlich, unterhaltend oder wie auch immer. Wichtig ist aber, dass Literatur und Kunst allgemein nicht zum Feierabendprogramm f\u00fcr eine immer exklusiver werdende Schicht von Menschen mit ausreichend \u00f6konomischem oder kulturellem Kapital verkommt. Wenn es zum reinen Distinktionsmerkmal wird, mit dem man auf Dinnerpartys oder den eigenen Social-Media-Kan\u00e4len Punkte sammelt, wird es uninteressant. Und auf lange Sicht auch gef\u00e4hrlich. Der Kuchen ist ungerecht verteilt, immer mehr Menschen fehlt aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden jeglicher Zugang zu Kunst und Kultur. Deswegen glaube ich, dass sozialpolitische Ma\u00dfnahmen wie das bedingungslose Grundeinkommen, Arbeitszeitverk\u00fcrzung oder ein bundesweiter Mietendeckel positiven Einfluss auf eine Gesellschaft und ihre Kulturlandschaft h\u00e4tten. Mit einer progressiven Regierung, die sich zum Beispiel endlich einer gerechten Steuer- und Erbschaftspolitik annimmt, w\u00e4re all das auch zu realisieren und zu finanzieren. Dar\u00fcberhinaus w\u00e4re in einem Land wie Deutschland auch das Geld da, aktuell vom Aus bedrohte Existenzen und Clubs zu retten, und zwar nicht nur die ohnehin schon subventionierten Orte der sogenannten E-Kultur.<\/p>\n<p><strong>Insbesondere wa\u0308hrend des \u201eLockdowns\u201c scheint sich bei einigen durch die dazugewonnene Zeit eine plo\u0308tzliche Produktivita\u0308t entwickelt zu haben. Wa\u0308hrend manche zwischen Kinderbetreuung und gleichzeitigem Homeoffice kaum mehr zur Ruhe kamen, fanden andere die Zeit, sich mit Heimwerken, Gartenarbeit oder Kochen selbst zu verwirklichen. Wie war das bei Ihnen? Hatten Sie beispielsweise mehr Zeit fu\u0308r neue Themen, Experimente? Vielleicht auch fu\u0308r alternative Formate, etwa Online- Lesungen?<\/strong><\/p>\n<p>Mein aktueller Roman erschien Ende April, also mitten in der Krise. Mein Verlag hatte mir im Vorfeld angeboten, die Ver\u00f6ffentlichung um ein halbes oder auch ganzes Jahr zu schieben. Ich habe dies abgelehnt, auch wenn der Ausfall von \u00fcber 20 Lesungsterminen f\u00fcr die Promotion eines Buches nat\u00fcrlich ein Problem ist, von den Ausf\u00e4llen der Gagen mal ganz abgesehen. Aber wer konnte im M\u00e4rz schon sagen schon sagen, wie es sechs oder zw\u00f6lf Monate sp\u00e4ter aussehen w\u00fcrde? Ich hatte au\u00dferdem das Gef\u00fchl, dass das Buch raus muss, dass es genau jetzt gelesen werden soll. Auch weil ich sonst vermutlich bis zur endg\u00fcltigen Ver\u00f6ffentlichung an dem Text festgehalten h\u00e4tte und es mir schwer gefallen w\u00e4re, mich in der Zwischenzeit auf etwas Neues einzulassen. Ich war dann sehr froh \u00fcber das gro\u00dfe Interesse an \u00bbArbeit\u00ab und dankbar f\u00fcr jedes Ding, dass doch noch stattfinden konnte. Wir haben uns M\u00fche gegeben, eine optisch, \u00e4stehtisch und qualitiativ hochwertige Online-Buchpremiere auf die Beine zu stellen, die \u00fcber das \u00fcbliche Schriftsteller-sitzt-vorm-B\u00fccherregal-und-redet-in-die-Webcam-Format hinausging, an dem viele sich zu diesem Zeitpunkt ja l\u00e4ngst sattgesehen hatten. Dann gab es im Sommer doch noch einzelne Lesungen mit Publikum. Auf dem Parkplatz des Zakk D\u00fcsseldorf sa\u00dfen 70 sehr weit auseinandersitzenden Menschen. Es war f\u00fcr alle Anwesenden, inklusive der Veranstalter und mir, die erste echte Live-Veranstaltung seit Monaten, es war ein Britzeln in der Luft und die 70 f\u00fchlten sich an wie 700. Wochen sp\u00e4ter hat mich ein Freund auf den Hof seines Weinguts an der Mosel eingeladen. Das sind die kleinen Momente, in denen man das, was man vorher f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich hielt, umso mehr wertzusch\u00e4tzen wei\u00df. Ich freue mich auch sehr auf den Auftritt beim Kulturgut Haus Nottbeck am 29. August; bei gutem Wetter findet er drau\u00dfen statt und Frank Goosen moderiert. Ich denke, das k\u00f6nnte ein guter Abend werden.<\/p>\n<p><strong>Durch Homeoffice und Reiseverbot waren die meisten in der letzten Zeit ungewo\u0308hnlich viel zuhause. Was bedeutet \u201eZuhause\u201c fu\u0308r Sie \u2013 den Ort, an dem Sie sich aufhalten, oder etwas ganz Anderes? Hat sich diese Wahrnehmung in den letzten Monaten vera\u0308ndert? Wie denken Sie jetzt u\u0308ber Reisen und Auslandsaufenthalte in der Vergangenheit? Wonach bzw. wohin sehnen Sie sich?<\/strong><\/p>\n<p>Meine vier W\u00e4nde sind mir schon seit Kindertagen enorm wichtig. Es gibt auf der ersten Muff-Potter-LP von 1995 sogar einen Song dar\u00fcber, er tr\u00e4gt den martialisch anmutenden Titel \u201eMein Sch\u00fctzengraben\u201c. Ich sehne mich momentan besonders nach Live-Musik, also nach dem physischen und k\u00f6rperlichen Erleben von Kl\u00e4ngen und Lautst\u00e4rke und Energie gemeinsam mit anderen Menschen. Manche Konzertbesucher h\u00e4tte in der Vergangenheit auf Konzerten vielleicht lieber den Moment genossen, statt sich selbst und anderen das Liveerlebnis durch ihre in die Luft gereckten Smartphones zu ruinieren. Wobei man sich auch da auch nicht wirklich sicher sein kann &#8230;<\/p>\n<p><strong>Mit welchen Gedanken blicken Sie in die Zukunft?<\/strong><\/p>\n<p>Ich bef\u00fcrchte leider, dass das allgemeine Hauen und Stechen in einem zusammengesparten und deregulierten kapitalistischen System durch die Krise zunehmen wird und dass die Verteilungsk\u00e4mpfe noch h\u00e4sslichere Z\u00fcge annehmen k\u00f6nnte, zumal einige der von sozialer Ungerechtigkeit Betroffenen an vielen Stellen von h\u00f6chst unsozialen Kr\u00e4ften wie der AfD oder auch der CDU eingesammelt und vereinnahmt werden. Von einem SPD-Kanzlerkandidaten Scholz und einer sozial- und wirtschaftspolitisch immer weiter nach rechts r\u00fcckenden Gr\u00fcnen Partei ist da auf parlamentarischer Ebene wenig Gegengewicht oder progressive Politik zu erwarten. Dagegen blicke ich, was meine eigene Kunst angeht, momentan recht optimistisch oder zumindest inspiriert in die Zukunft. Sowohl als Schriftsteller wie als Musiker habe ich mich lange nicht so angefixt gef\u00fchlt. Wahrscheinlich stimmt es, was Zack de la Rocha uns damals in einem Song von Rage against the Machine so eindringlich zugefl\u00fcstert hat: Anger is a gift.<\/p>\n<p><strong>Wie, glauben Sie, wird sich die Literatur in na\u0308chster Zeit inhaltlich mit Corona auseinandersetzen? Wann wird man anfangen, die Krise zu thematisieren? Was bedeutet das evtl. fu\u0308r zuletzt popula\u0308re Genres wie Endzeitszenarien, Apokalypse etc.? Planen Sie selbst, Ihr Erleben der Corona-Zeit literarisch zu verarbeiten?<\/strong><\/p>\n<p>Das erste Coronabuch von Paolo Giordano ist ja bereits im April erschienen und ich denke, da wird noch mehr kommen. Wobei es interessant ist, dass zum Beispiel die Spanische Grippe vor 100 Jahren kaum literarisch verarbeitet wurde, obwohl unter anderem F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway und Franz Kafka sich damit infiziert hatten, wie ich neulich in einem schon 2007 erschienenen Artikel meines guten Freundes Jan Brandt gelesen habe. Abgesehen davon wird die momentane Krise sicher auch in Texten eine Rolle spielen, die sich gar nicht explizit mit diesem Thema besch\u00e4ftigen. Weil man sich zumindest bei der im weitesten Sinne sozialrealistischen Literatur der nahen Zukunft immer fragen wird, wann sie spielen \u2013 vor oder nach Corona, oder etwa mittendrin? Und das ist dann nat\u00fcrlich auch davon abh\u00e4ngig, wie sich diese Krise entwickelt, also ob also der gegenw\u00e4rtige Zustand in Zukunft als eine Art Z\u00e4sur betrachtet werden wird oder als Normalzustand \u2013 oder auch als der Beginn von etwas v\u00f6llig Anderem.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">&#8211; Interview: Hannah von Legat<\/p>\n<p>Am 29. August liest Thorsten Nagelschmidt auf dem Kulturgut Haus Nottbeck aus seinem j\u00fcngsten Roman &#8222;Arbeit&#8220;. Die Veranstaltung findet nach M\u00f6glichkeit unter freiem Himmel statt. Die Moderation \u00fcbernimmt der Autor Frank Goosen. Weitere Informationen zur Open-Air-Lesung und Thorsten Nagelschmidt gibt es <a href=\"https:\/\/www.kulturgut-nottbeck.de\/veranstaltungen\/lesungen?tx_news_pi1%5Baction%5D=eventDetail&amp;tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=Event&amp;tx_news_pi1%5Bnews%5D=265&amp;cHash=2cb0e3590cef3f43db5b77328918cdc2\">hier<\/a>.<\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D4705&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr unsere Reihe &#8222;Kreativit\u00e4t in der Krise&#8220;\u00a0interviewen wir Thorsten Nagelschmidt: Vorweg eine Frage ohne Literaturbezug: Kurz vor dem sogenannten Lockdown waren Sie mehrere Wochen in Chile und dokumentierten die dortigen Proteste u. a. auf Ihrem Facebook-Account. 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