{"id":4393,"date":"2018-10-16T10:49:47","date_gmt":"2018-10-16T09:49:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=4393"},"modified":"2024-05-22T11:31:14","modified_gmt":"2024-05-22T10:31:14","slug":"sex-drugs-and-rocknroll-marc-degens-fuckin-sushi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=4393","title":{"rendered":"Sex, Drugs and Rock\u2019n\u2019Roll: Marc Degens \u00bbFuckin\u2018 Sushi\u00ab"},"content":{"rendered":"<p>Verlag: Dumont 2015<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/9783832197476.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4394 alignleft\" src=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/9783832197476-194x300.jpg\" alt=\"\" width=\"194\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/9783832197476-194x300.jpg 194w, https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/9783832197476.jpg 419w\" sizes=\"auto, (max-width: 194px) 100vw, 194px\" \/><\/a>Unser aktueller Praktikant hat eine Leseempfehlung f\u00fcr alle Pendler und Pendlerinnen, die sich die Zeit mit einem unterhaltsamen Roman vertreiben wollen!<\/p>\n<p>\u00bbDegens&#8216; Roman zu lesen macht ungemein Spa\u00df. Der schnelle Rhythmus der meist kurzen S\u00e4tze und die lakonischen Dialoge geben \u201eFuckin Sushi\u201c einen Geschmack von Kino.\u00ab (Bernhard Hartmann, Generalanzeiger Bonn)<\/p>\n<p>\u00bbF\u00fcr mich der Pop-Roman (bzw. Progrock-Roman) des Sommers. Smart, kurzweilig und eine tolle Sprache.\u00ab (Linus Volkmann)<!--more--><\/p>\n<p>Viele Bands zersplittern genauso schnell, wie sie sich gefunden haben. Meistens bekommt man das au\u00dferhalb gar nicht mit, einen Einblick in das kurze Leben einer Band aus Jugendlichen gibt Marc Degens 2015 erschienener Roman \u201eFuckin\u2018 Sushi\u201c. Es geht um die Entstehung, das kurze Aufbl\u00fchen und das Ende der gleichnamigen Band. Erz\u00e4hlt wird die Geschichte aus der Perspektive von Niels, der zu Beginn in eine neue Stadt, n\u00e4mlich Bonn, zieht und neue Freunde finden muss. Naja, nicht ganz. Zu Beginn wird uns n\u00e4mlich ein kurzer Vorgriff auf ein kommendes Ereignis gegeben, in dem Niels und sein Vater ein M\u00e4dchen \u201everschleppen\u201c, nicht gegen ihren Willen, aber ganz offensichtlich gegen den ihrer Mutter. Diesen Vorgriff braucht die Geschichte nicht, die Figuren sind auch so interessant genug und die Lekt\u00fcre ist ohnehin sehr kurzweilig. Mit den Jungs Ren\u00e9 und Yannick freundet Niels sich an, findet ersteren aber cooler, da Yannick ein ziemlicher Nerd ist. Aus einem Impuls heraus entscheiden beide, auch wenn Niels zuerst eher zur\u00fcckhaltend dabei ist, miteinander Musik zu machen. Beide reisen in ein nahegelegenes Kaff, n\u00e4mlich nach Bad M\u00fcnstereifel, und spielen vor dem Heino-Cafe, ohne \u00dcbung, ohne Noten, ganz experimentell. Dabei entsteht eine Bindung, aus der ein(e) Band entsteht. Ohne zu viel verraten zu wollen: Nach und nach werden neue Bandmitglieder eingef\u00fchrt, ein Proberaum organisiert und Auftritte zustande gebracht. Nebenbei passieren auch privat ein paar Dinge bei den Figuren, aber das sei hier mal dahingestellt.<\/p>\n<p>So kurzweilig wie das Leben der Band ist, ist auch die Sprache des Romans. Direkt und pr\u00e4gnant, eine Aktion folgt auf die Andere, klar und ohne viel drum herum. Es ist eine einfache und vergn\u00fcgliche Lekt\u00fcre, die jedoch auch sehr unmittelbar und schn\u00f6rkellos abl\u00e4uft. Anders gesagt: \u00dcberraschend ist an der Geschichte doch wenig und viel Fleisch an den Rippen hat sie auch nicht. Ob das nun gut oder schlecht ist muss jeder f\u00fcr sich selbst entscheiden, das h\u00e4ngt von Gewohnheiten und Vorlieben ab. Die reduzierte Beschreibung, l\u00e4sst den Leser teilweise orientierungslos in Raum und Zeit zur\u00fcck. Nicht zuletzt ist dies vermutlich dem hohen Tempo der Erz\u00e4hlung geschuldet, das die Lebensrealit\u00e4t der Figuren reflektiert.<\/p>\n<p>Spa\u00df, ja am Ende geht es in dem Buch auch um Spa\u00df. Darum, den Figuren beim Leben ihrer gr\u00f6\u00dftenteils unbeschwerten Jugend zu verfolgen, wie sie auf den Auftritten Stimmung verbreiten, wie sie Zeit miteinander verbringen, die Sexualit\u00e4t entdecken, stets ein Bier zur Hand haben. Die geschilderten Ereignisse wirken glaubhaft, scheinen zwar zun\u00e4chst surreal zu sein, aber genauso ist es doch, wenn eine Gruppe junger Menschen pl\u00f6tzlich unvorhersehbar ber\u00fchmt wird. Wie ein Traum, aus dem man irgendwann erwacht.<\/p>\n<p>Ich empfehle dieses Buch weiter, gerade an j\u00fcngere Leute. Es ist zwar kein Buch, welches einem die Welt aus einer komplett neuen Perspektive zeigt, keines, das sich intensiv mit einem komplexen Thema auseinandersetzt, aber das will es auch gar nicht sein. Was dieses Buch ist, ist eine am\u00fcsante, leichtherzige Lekt\u00fcre f\u00fcr Zwischendurch. Gerade wenn man j\u00fcnger ist, vor allem wenn man dazu noch selbst Musik macht, d\u00fcrfte dieses Buch eine gute Lekt\u00fcre sein. Ich f\u00fcr meinen Teil bin jetzt gespannt auf Degens aktuelles Buch, das den Titel <em>Eriwan<\/em> tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Eriwan, das ist die Hauptstadt von Armenien. Das Buch ist kein Roman, es ist das Portr\u00e4t eines Landes, welches dem Leser anhand von Beschreibungen und Bildern ausgebreitet wird. Zwar thematisch ein gewaltiger Sprung von <em>Fuckin\u2018 Sushi<\/em>, aber gerade deshalb auch interessant. Degens war in seinem Leben Mitglied in mehreren Bands und hat daraus sicherlich viel Inspiration f\u00fcr <em>Fuckin\u2018 Sushi<\/em> gewonnen. Er versteht also etwas von dem, wor\u00fcber er schreibt, und das merkt man. Ebenso ist dies in seinem neuen Buch, denn in Eriwan hat er drei Jahre lang, von 2007 bis 2010, gelebt. Nun erz\u00e4hlt er uns davon, von einem Land, das hierzulande vermutlich nur wenige gut kennen, \u00fcber das es aber vermutlich viele interessante Dinge zu erz\u00e4hlen und zu lernen gibt. Es erschien am 15.8.2018 bei Ille &amp; Riemer.<\/p>\n<p>Von Mark Remisch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mehr Infos zu Marc Degens:<\/p>\n<p>http:\/\/marc-degens.de\/<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D4393&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verlag: Dumont 2015 Unser aktueller Praktikant hat eine Leseempfehlung f\u00fcr alle Pendler und Pendlerinnen, die sich die Zeit mit einem unterhaltsamen Roman vertreiben wollen! \u00bbDegens&#8216; Roman zu lesen macht ungemein Spa\u00df. 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