{"id":4364,"date":"2018-07-02T11:06:45","date_gmt":"2018-07-02T10:06:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=4364"},"modified":"2024-05-22T11:32:00","modified_gmt":"2024-05-22T10:32:00","slug":"andreas-rossmann-mit-dem-ruecken-zum-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=4364","title":{"rendered":"Andreas Rossmann \u00bbMit dem R\u00fccken zum Meer\u00ab"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4365 alignright\" src=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/510Isee8MPL._SX324_BO1204203200_-196x300.jpg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/510Isee8MPL._SX324_BO1204203200_-196x300.jpg 196w, https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/510Isee8MPL._SX324_BO1204203200_.jpg 326w\" sizes=\"auto, (max-width: 196px) 100vw, 196px\" \/>F\u00fcr alle, die die Lesung des ehemaligen Kulturkorrespondenten der FAZ, Andreas Rossmann, am 7. Juni auf dem Kulturgut Haus Nottbeck verpasst haben und die es jetzt v\u00f6llig sonnentrunken vom herrlichen Sommerwetter in die Ferne zieht, gibt es hier nochmal das Intro von Walter G\u00f6dden als kleinen Appetizer. Mit Rossmanns <em>Mit dem R\u00fccken zum Meer. Aus einem sizilianischen Tagebuch<\/em> im Gep\u00e4ck ist man auf der Mittelmeer Insel auf der sicheren Seite. Zudem wird am Beispiel Rossmanns erneut deutlich wie international NRW-Autoren verflochten und beheimatet sind.<!--more--><\/p>\n<p><strong>NRW-Autoren unterwegs <\/strong>(Das Intro zur Lesung von Andreas Rossmann aus <em>Mit dem R\u00fccken zum Meer. Aus einem sizillianischen Tagebuch<\/em>, 2017)<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein ergiebiges, bislang in seiner Gesamtheit noch nicht in den Blick genommenes Thema.<\/p>\n<ul>\n<li>Peter Paul Althaus in der Villa Pazzi in Florenz.<\/li>\n<li>Armin T. Wegener auf der Insel Stromboli.<\/li>\n<li>Adolf von Hatzfeld in Positano am Golf von Neapel.<\/li>\n<li>Ernst Meister auf Ibiza und in der Provence.<\/li>\n<li>Von den fr\u00fchen Entdeckungsreisen eines Engelbert K\u00e4mpfer ganz zu schweigen oder einem Weltenbummler wie Helge Timmerberg.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und all dies, das Reisen, das Leben unterwegs, hat \u2013 nat\u00fcrlich \u2013literarische Spuren hinterlassen, ergiebige und nachhaltige, Reflexe in Gedichten wie in der Prosa.<\/p>\n<p>Ein Thema vielleicht einmal f\u00fcr eine Ausstellung hier auf dem Kulturgut, wer wei\u00df\u2026<\/p>\n<p>Und ja, nat\u00fcrlich Sizilien. Wunderbar beschrieben \u2013 literarisch und auch dokumentarisch \u2013 nein, wir sind noch nicht bei Andreas Rossmann, sondern vorerst noch bei Thomas Valentin in seinem Erz\u00e4hlband Schnee vom \u00c4tna. Der Lippst\u00e4dter Autor verbrachte regelm\u00e4\u00dfig seine Sommermonate auf der Insel und betrachtet man die Fotos solcher Aufenthalte blickt man in das Gesicht eines ganz anderen, weniger leidgepr\u00fcften Menschen, der Valentin ja sonst in der Hauptsache war. Eine Insel, die ihn wie andere nicht mehr loslie\u00df. Auch das Reiseehepaar Ulrich und Ilse Straeter nicht \u2013 er Autor, sie Malerin, gemeinsam verewigt in dem Reportageband <em>Sizilianische Zitronen<\/em> \u2013 beide waren hier schon zu Gast.<\/p>\n<p>Kurzum: Sizilien \u2013 eine Insel, die offenbar zu feuilletonistischen Exkursen einl\u00e4dt, zu Gedankenspazierg\u00e4ngen. Und damit sind wir nun endlich bei Andreas Rossmann angekommen und seinem wunderbaren Buch <em>Mit dem R\u00fccken zum Meer. Aus einem sizilianisches Tagebuch<\/em>, unl\u00e4ngst erschienen und schon in zweiter Auflage vorliegend. Es zeigt einen Kosmopoliten unterwegs. Einen kulturell und politisch allseits bewanderten Flaneur, der die Insel durchstreift und Eindr\u00fccke gelassen auf sich zukommen l\u00e4sst \u2013 so wie sie sich mehr oder weniger zuf\u00e4llig ergeben. Weniger interessiert an touristischen Attraktionen als daran, wie diese Insel tickt, wie die Inselbewohner ticken. Er f\u00fchrt viele Gespr\u00e4che vor Ort, l\u00e4sst sich erz\u00e4hlen, ordnet ein, besucht mehrere Jahre lang \u2013 von 2013 bis 2017 \u2013 dieselben Orte und St\u00e4tten, auch, um Ver\u00e4nderungen wahrzunehmen. Und: Verluste zu registrieren. Vieles l\u00e4uft schief auf dem italienischen Eiland, davon k\u00f6nnen am besten die Einheimischen ein Lied singen. Andreas Rossmann hat ihre Lamenti notiert. Um diese Menschen geht es, um die Dagebliebenen, R\u00fcckkehrer, Emigranten und Immigranten, Adlige und &#8222;kleine Leute&#8220;, Mafiagegner und Mafiaverdr\u00e4nger \u2013 wie es im Klappentext hei\u00dft. Bei Rossmann erscheinen sie alle, das gesamte erw\u00e4hnte Personal, die Oberen wie die Marginalisierten, auf einer Augenh\u00f6he \u2013 als gleichberechtigte Zeitzeugen. Ein Buch der Umwege und der Nebenstrecken, die oft \u00dcberraschendes zu bieten haben, das Allt\u00e4gliche halt, und das ist oft um vieles spannender als jeder Hochglanzprospekt. Rossmann will uns teilhaben lassen und nicht belehren. Sein Reisebuch weist einen, wie es in einer Rezension hie\u00df, &#8222;von allzu gro\u00dfen Reflexionen bereinigten Blick&#8220; auf.<br \/>\nDer m\u00fcndige Leser wird vorausgesetzt. Rossmann bl\u00e4tterte auch nicht in anderen Sizilien-Reisef\u00fchrern, die es ja en masse gibt, sondern verl\u00e4sst sich auf seine eigenen Erfahrungen. Und vermittelt diese ohne aufgest\u00fclpte Emphase, sondern aufgekl\u00e4rt-n\u00fcchtern, authentisch. Und dazu passen die Fotos von Barbara Klemm, der Fotografin aus M\u00fcnster, langj\u00e4hrige Fotografin der FAZ, eine der Fotografie-Ikonen unserer Gegenwart. Sie steuerte dem Band <em>Mit dem R\u00fccken zum Meer<\/em> knapp 50 Schwarz-Wei\u00df-Bilder bei.<\/p>\n<p>Kurzum: Ein Buch, das uns \u201edas Fernweh ins Herz\u201c pflanzt: Reiseerz\u00e4hlungen, deren Aufrichtigkeit und Lebensphilosophie beeindrucken.<\/p>\n<p>Noch kurz zum Autor: Andreas Rossmann wurde in Karlsruhe geboren. Er studierte Anglistik, Germanistik und Philosophie in Heidelberg, London und Norwich. Nach dem ersten Staatsexamen war er f\u00fcnf Jahre lang wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut f\u00fcr Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der FU Berlin, arbeitete daneben aber bereits journalistisch f\u00fcr verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Von 1986 bis 2017 war er der Kulturkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung f\u00fcr Nordrhein-Westfalen. Zwischen 1990 und 1995 war Rossmann zudem Mitglied im Auswahlgremium der M\u00fclheimer Theatertage. Er hatte Lehrauftr\u00e4ge an den Universit\u00e4ten Hildesheim, K\u00f6ln, Essen und Bochum inne. Rossmann wurde 2000 mit dem Journalistenpreis des Deutschen Nationalkomitees f\u00fcr Denkmalschutz und 2014 mit dem Preis des <em>Forums Geschichtskultur an Ruhr und Emscher<\/em> f\u00fcr seinen Band <em>Der Rauch verbindet die Stadt nicht mehr<\/em> ausgezeichnet, der \u00fcbrigens ebenfalls mit Fotos von Barbara Klemm illustriert ist.<\/p>\n<p>(Walter G\u00f6dden)<\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D4364&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr alle, die die Lesung des ehemaligen Kulturkorrespondenten der FAZ, Andreas Rossmann, am 7. 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