{"id":4163,"date":"2017-08-18T09:44:27","date_gmt":"2017-08-18T08:44:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=4163"},"modified":"2025-11-12T11:48:11","modified_gmt":"2025-11-12T10:48:11","slug":"sabrina-janesch-die-goldene-stadt-eine-geschichte-ueber-die-sehnsucht-nach-reichtum-anerkennung-und-identitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=4163","title":{"rendered":"Sabrina Janesch \u00bbDie goldene Stadt\u00ab \u2013 Eine Geschichte \u00fcber die Sehnsucht nach Reichtum, Anerkennung und Identit\u00e4t."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Preisgekr\u00f6nte Autorin Sabrina Janesch, die zuletzt den Annette-von-Droste-H\u00fclshoff-Preis erhielt, wurde 1985 in Gifhorn (Niedersachsen) geboren und lebt derzeit mit ihrer Familie in M\u00fcnster. Bis 2009 studierte sie Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universit\u00e4t Hildesheim sowie Polonistik an der Jagiellonen-Universit\u00e4t Krakau. Seitdem ist sie auch erfolgreich als Schriftstellerin und Publizistin t\u00e4tig. Heute erscheint ihr neuer Roman \u00bbDie goldene Stadt\u00ab im Rowohlt Verlag.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DieGoldeneStadt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4165 alignleft\" src=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DieGoldeneStadt-184x300.jpg\" alt=\"\" width=\"184\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DieGoldeneStadt-184x300.jpg 184w, https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DieGoldeneStadt-768x1254.jpg 768w, https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DieGoldeneStadt-627x1024.jpg 627w, https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DieGoldeneStadt.jpg 1512w\" sizes=\"auto, (max-width: 184px) 100vw, 184px\" \/><\/a>Was f\u00fcr eine Geschichte! Und was f\u00fcr Mythen, die sich um sie ranken! Augusto Berns gab in den bisher vorliegenden und zudem spekulativen Quellen das Abbild eines Hochstaplers und Ausbeuters ab. Der Entdecker der sagenumwobenen Inka-Stadt Machu Picchu soll die Stadt skrupellos ausgepl\u00fcndert und die erbeuteten Sch\u00e4tze in alle Himmelsrichtungenverkauft haben. Und das nicht still und heimlich, sondern mit dem Segen der peruanischen Regierung. Forscher, Institute und Universit\u00e4ten besch\u00e4ftigten sich mit seinem Raubrittertum, ohne Berns&#8216; Identit\u00e4t n\u00e4her auf die Spur zu kommen. Man kannte weder seinen genauen Namen noch seine Lebensdaten, geschweige denn die genaueren Umst\u00e4nde seines Aufstiegs in dem s\u00fcdamerikanischen Land. Und nun schreibt Sabrina Janesch ein 535 Seiten z\u00e4hlendes Buch \u00fcber den vermeintlich Unbekannten. Es bietet nicht nur die fehlenden Fakten zur Vita \u2013 eine ungemeine F\u00fclle an Informationen \u2013, sondern auch ein genaues Psychogramm des Entdeckers.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser steht nun nicht mehr als Unhold da, sondern als Schw\u00e4rmer, Idealist, als Besessener, der schon in fr\u00fchester Jugend im Rhein \u2013 er stammt aus Uerdingen \u2013 nach Gold sch\u00fcrfte und von der fixen Idee besessen war, die sagenumwobene goldene Stadt der Inka zu entdecken. Er las alle verf\u00fcgbaren B\u00fccher \u00fcber \u203asein\u2039 El Dorado, suchte die Forscher-Ikone Alexander von Humboldt auf (der den jungen Hei\u00dfsporn allerdings der T\u00fcr verwies), bevor er als knapp 20-j\u00e4hriger sein Schicksal selbst in die Hand nahm. Er machte sich vor seiner Familie und dem preu\u00dfischen Milit\u00e4r aus dem Staub und ging auf eigene Faust nach Peru \u2013 geradezu manisch angetrieben von dem Wunsch, als gr\u00f6\u00dfter Entdecker der Welt in die Historie einzugehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sabrina Janesch hat sich jahrelang mit Rudolf August Berns (so sein richtiger Name) besch\u00e4ftigt, ist seinen Spuren in unz\u00e4hligen \u00f6ffentlichen und privaten Archiven nachgegangen, war selbst mehrfach zu Recherchezwecken in Peru, stand mit zahlreichen internationalen Forschern und Universit\u00e4ten im Austausch. In ihrem Buch \u00bbDie goldene Stadt\u00ab hat sie Berns&#8216; Werdegang vom mittellosen Einwanderer zum gefeierten Gro\u00dfaktion\u00e4r detailliert nachgezeichnet. Er steht pl\u00f6tzlich als Wesen aus Fleisch und Blut vor uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Geschichte voller Verwicklungen und Zuf\u00e4lle, die einen st\u00e4ndigen Auf und Ab gleicht. Wiederholt steht Berns vor dem Ruin, doch immer wieder rafft er sich auf und findet neue G\u00f6nner und Unterst\u00fctzer. Sein Entdeckertraum hatte unangefochten Bestand \u2013 bis an sein Lebensende.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Berns fand die sagenhafte Inka-Stadt zwar, aber ohne die Goldsch\u00e4tze, die sie beherbergt haben soll. Dies entmutigte ihn jedoch nicht. Er lebte bis zuletzt seinen Traum. Die Financiers seiner Unternehmungen lie\u00df er allerdings in dem Glauben, vor Ort l\u00e4ge das Gold in H\u00fclle und F\u00fclle \u2013 man brauche nur die Finger danach auszustrecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also doch ein verdammenswerter T\u00e4ter? Oder eher ein Opfer seiner Verblendung? Der Roman l\u00f6st diesen Widerspruch nicht auf. Das macht ihn \u2013 neben der an sich schon spektakul\u00e4ren Folie \u2013 spannend wie einen guten Krimi. Einmal kommt es Berns vor, als trete er in seinem eigenen Schauspiel auf. Diese Lust (und das K\u00f6nnen) an der Inszenierung teilt die Autorin mit ihrem Helden \u2013 und sicherlich auch die Leidenschaft, bis zuletzt f\u00fcr eine Idee zu k\u00e4mpfen. Das Resultat liegt nun f\u00fcr jeden greifbar vor. Ein historischer Abenteuerroman auf 535 Seiten.<\/p>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <em>Walter G\u00f6dden<\/em><\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D4163&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Preisgekr\u00f6nte Autorin Sabrina Janesch, die zuletzt den Annette-von-Droste-H\u00fclshoff-Preis erhielt, wurde 1985 in Gifhorn (Niedersachsen) geboren und lebt derzeit mit ihrer Familie in M\u00fcnster. 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