{"id":413,"date":"2011-04-11T09:48:22","date_gmt":"2011-04-11T08:48:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=413"},"modified":"2024-05-22T13:35:07","modified_gmt":"2024-05-22T12:35:07","slug":"bauernland-in-arbeiterhand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=413","title":{"rendered":"Bauernland in Arbeiterhand"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Bild-Gruppe-611.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-416 alignleft\" style=\"margin: 0px;\" title=\"Bild Gruppe 61\" src=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Bild-Gruppe-611.jpg\" alt=\"\" width=\"328\" height=\"181\" srcset=\"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Bild-Gruppe-611.jpg 360w, https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Bild-Gruppe-611-300x166.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 328px) 100vw, 328px\" \/><\/a><strong>Schreibwelten-Erschriebene Welten. Beitr\u00e4ge zur Ausstellung zum 50. Geburtstag der Gruppe 61 vom 19.05.2011 &#8211; 03.07.2011 in Nottbeck<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im kommenden Monat ist es soweit: das Nottbecker Bauernland f\u00e4llt in Arbeiterhand. Eine von Gertrude Cepl-Kaufmann, Jasmin Grande und Hanneliese Palm kuratierte Ausstellung zur Dortmunder Gruppe 61 und ihrer Literatur der Arbeitswelt gastiert in Nottbeck. F\u00fcr uns ein Anlass, in den n\u00e4chsten Wochen in einem Schwerpunkt literarische Highlights, Facts und Wissenwertes zur Gruppe 61 zu repr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beginnen wollen wir mit einem kurzen Hinweis auf eine vom Fritz-H\u00fcser-Institut organisierte wissenschaftliche Konferenz zur Gruppenliteratur, die am letzten Wochenende im Dortmunder Rathaus stattfand. <!--more-->Die Tagung war ein gelungenes wissenschaftliches Update der Forschung zur Arbeiterliteratur, die nach einer Hochphase in den \u201eroten\u201c siebziger und achtziger Jahren ein eher randst\u00e4ndiges Dasein in der Literaturwissenschaft fristet. Die Konferenz und die Ausstellung zur Gruppe 61 k\u00f6nnen \u2013 darin waren sich alle Teilnehmer einig \u2013 als ein erster erster Schritt betrachtet werden, dass sich diese Situation wieder \u00e4ndert. Denn die Nicht-Besch\u00e4ftigung mit der westdeutschen Arbeiterliteratur ist, das haben die Vortr\u00e4ge gezeigt, weniger ihrer Antiquiertheit anzulasten als ein Ergebnis zeitgeistiger wissenschaftlicher Konjunkturen und Moden. Denn \u201eArbeitswelt\u201c und Produktionsverh\u00e4ltnisse sind als literarisches und k\u00fcnstlerisches Thema aktueller denn je. Stichworte sind Prekarisierung, Ausbeutung, Arbeitslosigkeit und Flexibilisierung. Ein R\u00fcckblick auf die Arbeiterliteratur der sechziger und siebziger Jahre dr\u00e4ngt sich geradezu auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Autoren der Gruppe 61 wie Max von Gr\u00fcn, G\u00fcnther Wallraff und Wolfgang K\u00f6rner (um nur einige zu nennen), besetzten vor 50 Jahren mit literarischen Mitteln die Innenr\u00e4ume der Fabriken und eroberten sich diskutierend und schreibend die Deutung ihrer eigenen \u201eArbeitswelt\u201c zur\u00fcck. Die Produktionsverh\u00e4ltnisse, Entfremdung und Konsumwahn wurden zum Stoff ihrer dezidiert engagierten und politischen Literatur. Methodisch war Stilpluralismus angesagt. Max von der Gr\u00fcn schrieb realistisch, Wallraff dokumentarisch und K\u00f6rner eklektisch-postmodern. Viele Texte sind lesbar geblieben und wirken \u2013 in einer, wie letztens sogar Frank Schirrmacher wetterte, leidenschaftslosen und unpolitischen Gegenwartsliteratur \u2013 erstaunlich erfrischend. Die Konferenzteilnehmer erkundeten das literarische Feld der Arbeiterliteratur. Kontinuit\u00e4tslinien in die Weimarer Republik wurden gezogen, Gruppendynamiken und Widerspr\u00fcche thematisiert, Ber\u00fchrungspunkte mit der damaligen Gegenkultur aufgezeigt und diskursive Anschlussm\u00f6glichkeiten an zeitgen\u00f6ssische Debatten (Digitale Boheme\/Prekarisierung) und Theaterprojekte (Ren\u00e9 Pollesch) diskutiert. Ein Kompendium der Beitr\u00e4ge soll im Fr\u00fchjahr 2011 erscheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Steffen Stadthaus<\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D413&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schreibwelten-Erschriebene Welten. Beitr\u00e4ge zur Ausstellung zum 50. Geburtstag der Gruppe 61 vom 19.05.2011 &#8211; 03.07.2011 in Nottbeck Im kommenden Monat ist es soweit: das Nottbecker Bauernland f\u00e4llt in Arbeiterhand. 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