{"id":2987,"date":"2014-06-14T12:47:59","date_gmt":"2014-06-14T11:47:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=2987"},"modified":"2014-06-16T11:04:15","modified_gmt":"2014-06-16T10:04:15","slug":"tagebuchtage-tag-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=2987","title":{"rendered":"TAGEBUCHTAGE \u2013 Tag 1"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/SozialpalastHaus-Nottbeck1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2990\" title=\"&quot;Sozialpalast&quot;, Kulturgut Haus nottbeck (Foto: Sylvia Kokot)\" src=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/SozialpalastHaus-Nottbeck1-300x225.jpg\" alt=\"Sozialpalast_Haus Nottbeck\" width=\"500\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/SozialpalastHaus-Nottbeck1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/SozialpalastHaus-Nottbeck1.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lang ersehnt und herbeigefiebert: Freitag, der 13. Juni, Er\u00f6ffnungstag des auf zwei Tage angelegten Tagebuchfestivals auf dem Kulturgut Haus Nottbeck \u2013 endlich! Vortragende K\u00fcnstler, Musiker, Schauspieler, Autoren und Besucher trudelten bei bestem Festivalwetter ein und machten es sich auf dem idyllisch in Ostwestfalen gelegenem Landsitz gem\u00fctlich.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein skurril anmutendes Vorhaben besch\u00e4ftigt diesen Freitag und Samstag die Anwesenden auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde. Auf dem Landsitz werden Tageb\u00fccher teilweise bereits verstorbener Pers\u00f6nlichkeiten \u2013 allesamt auf ihre jeweilige spezielle Art und Weise Ikonen des 20. und 21. Jahrhunderts \u2013 neu inszeniert, vertont, bearbeitet, dargestellt. Tageb\u00fccher als \u201eInspiration gelebter Zeit anderer\u201c hei\u00dft es im Veranstaltungsflyer. Das Tagebuch, das Intimit\u00e4t versprechende Medium, das durch seine Publikation in Buchform diese Grenze bereits \u00fcberschreitet und \u00fcber die Ma\u00dfe \u00f6ffentlich und zug\u00e4nglich wird, erf\u00e4hrt in diesen Tagen nun eine weitere kreative (Grenz-)\u00dcberschreitung, als Ausgangspunkt f\u00fcr ganz eigene Zug\u00e4nge und Interpretationen der jeweiligen adaptierenden K\u00fcnstler und K\u00fcnstlerinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Thomas Hoeveler, Mitbegr\u00fcnder des Kleinewelttheaters, brachte Jack Kerouacs Eintr\u00e4ge in mehrfach medialisierter Spielart auf die B\u00fchne. Ein-Mann-Schauspiel, Synthesizer-Electro-Kl\u00e4nge und Video-Einspieler verwoben sich zu einem ganz eigenen Zugang zu diesem Helden der Beat-Generation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Tagebuchtage_CAETHE_Vorbereitung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2992 size-medium\" title=\"Tagebuchtage \u2013 C\u00c4THEs Vorbereitungen zu Else Lasker-Sch\u00fcler (Foto: Sylvia Kokot)\" src=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Tagebuchtage_CAETHE_Vorbereitung-300x225.jpg\" alt=\"Tagebuchtage: C\u00c4THE \u2013 Else Laser-Sch\u00fcler\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Tagebuchtage_CAETHE_Vorbereitung-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Tagebuchtage_CAETHE_Vorbereitung.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">C\u00c4THE lie\u00df es dann eher konventionell angehen und wechselte zwischen dem Vortrag von Lyrik Else Lasker-Sch\u00fclers und eigenen Songs. Nach den Liedern noch au\u00dfer Atem, las sie die Zeilen mit einer halb zerbrechlichen und zugleich rauchigen Alt-Stimme und hauchte so den Versen Laser-Sch\u00fclers eine fast k\u00f6rperliche Lebendigkeit ein. Die Diskrepanz zwischen aufgekratzten Songs und sprachlich fokussierten Gedichten war dann vielleicht auch ein Grund, warum es die Zuh\u00f6rer so brav in den Stuhlreihen hielt, rief dieses Konzert doch eigentlich, trotz seiner Intimit\u00e4t, zum Tanz auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht ist das jedoch (zum Teil) diese eigent\u00fcmliche Zur\u00fcckhaltung, welche den Westfalen gemeinhin zugesprochen wird, die auch der Autor und Tagebuchbeauftragte des Festivals Martin Becker zu sp\u00fcren bekam, der zwischen den B\u00fchnenprogrammen las. Denn wirklich nah heran wagte sich wohl niemand, als er, wegen der Fu\u00dfball\u00fcbertragung vertrieben aus dem im Hof aufgebauten Sozialpalast \u2013 ein Traum von einem mit Sofas, Sesseln, Teppichen, Lampen, Fernsehern und Radios best\u00fcckten Oma und Opa-Wohnzimmer \u2013 im Campingwagen las. Ein Abstand von mindestens 5 Metern schien der Zuschauerschaft angemessen. Martin Becker stellte schon vor dem eigentlichen Tagebuchfestival dem Hausblog Nottbeck seine Tagebuchaufzeichnungen (M\u00e4rz bis Juni) zur Verf\u00fcgung (nachzulesen <a title=\"Angekommen\" href=\"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=2865\" target=\"_blank\">hier<\/a>, <a title=\"IM BAHNHOF GEWESEN. GEWEINT.\" href=\"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=2878\" target=\"_blank\">hier <\/a><a title=\"IM BAHNHOF GEWESEN. GEWEINT.\" href=\"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=2887\" target=\"_blank\">und <\/a><a title=\"IM BAHNHOF GEWESEN. GEWEINT.\" href=\"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=2982\" target=\"_blank\">hier<\/a>). Ein Tagebuch, das er erst auf Anregung dieses Festivals hin begonnen hatte. Ein \u201eechtes\u201c Tagebuch, wenn man so will, voller intimer Eingest\u00e4ndnisse, Erlebnisse, Selbstzweifeln, aber auch wiederum ein Text, fiktiv, gestaltet, performativ. Die Ambivalenz bringt Becker dann auch gerade durch seine Lesung zur Geltung, wenn er zwischendrin auch immer wieder (selbst-)ironische Einsch\u00fcbe anbringt: [O-Ton-Tagebuch] \u201eAndy sagt: Die ganze Zeit fragt man sich, ob Martin gerade wieder Angst hat oder nicht,\u201c korrigiert sich dann zu \u201eAndy hat in Wirklichkeit gesagt\u2026du gehst mir tierisch auf die Nerven\u201c. Das Tagebuch ist eben auch ein bewusster Schreibakt, der zwar mehr oder weniger unmittelbar autobiographisches Erleben zu dokumentieren scheint, dieses zugleich jedoch wieder in Literatur \u00fcberf\u00fchrt, ver\u00e4ndert und gestaltet. Und vielleicht bleibt gerade deswegen die Distanz w\u00e4hrend der Pausenlesung gewahrt, denn wer wei\u00df, vielleicht wird man sonst noch Teil dieses performativen Tagebuchs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">MESSER liefern schlie\u00dflich dem experimentellsten Auftritt des Abends. Die Zuh\u00f6rer sahen sich einem H\u00f6llenritt durch das Tagebuch Romy Schneiders ausgesetzt, unglaublich laut und unglaublich w\u00fctend: der Text \u2013 gesprochen, gerufen, gesungen von Hendrik Otremba \u2013 und die akustische Klangperformance von Gitarre, zwei Schlagzeugen und Bass, hinterlegt mit dem stumm auf schwarzen Vorhang projizierten Romy Schneider Film \u201eNachtleben\u201c (1975). Eine so ausgefeilte Darstellung, die gerade durch ihre Pr\u00e4zision eine Unmittelbarkeit erlangt, die das Publikum erstmal aushalten musste. So hat Romy Schneider wohl noch niemand gelesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute beginnt das Tagebuchfestival um 18:30 Uhr. Barbara Morgenstern widmet sich Sylvia Plath, das Tim Isfort Quartett und Tom Liwa setzen sich mit Laura Naukkarinen auseinander und Gisbert zu Knyphausen &amp; Band und Naema Faika mit Kurt Cobain.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Sylvia Kokot<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Tageskarte: 24,-\/22,- Euro<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kulturgut Haus Nottbeck<br \/>\nMuseum f\u00fcr Westf\u00e4lische Literatur<br \/>\nLandrat-Predeick-Allee 1<br \/>\n59302 Oelde\/Stromberg<\/strong><\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D2987&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lang ersehnt und herbeigefiebert: Freitag, der 13. 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