{"id":2709,"date":"2014-03-20T09:32:00","date_gmt":"2014-03-20T08:32:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=2709"},"modified":"2025-11-06T09:04:28","modified_gmt":"2025-11-06T08:04:28","slug":"schreiben-ist-das-spannendste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=2709","title":{"rendered":"Schreiben ist das Spannendste"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">\u201eOhne Disziplin geht gar nichts. Dabei ist meine Disziplin gar nicht \u00fcbertrieben.<br \/>\nIch versuche sozusagen, jeden Tag etwas zu machen.<br \/>\nIm Alter muss man sich nicht dazu zwingen.\u201c<br \/>\n<strong>Harald Hartung \u2013 Lyriker, Essayist und Literaturwissenschaftler<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs gibt Momente der Anstrengung beim Schreiben, aber man kann es sozusagen nicht willentlich erzwingen. Wenn sozusagen der Gedankenapparat nicht frei l\u00e4uft, sozusagen von selbst sich abspult, hilft alle Anstrengung nichts. Arbeit, jedenfalls intellektuelle Arbeit oder geistige Arbeit, ist eigentlich keine Anstrengung, sondern ist die Kanalisierung von spontanen Dingen, die dann unter dem kritischen Blick zu einem Resultat werden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMan sollte den Mythos der Verzweiflung etwas zur\u00fccknehmen. Wenn die Leute wirklich verzweifelt sind, schreiben sie nicht. Schreiben ist aber m\u00f6glicherweise der Reflex auf ein Faktum der Verzweiflung. Wenn der Schmerz nachl\u00e4sst, um es ganz volkst\u00fcmlich zu sagen, dann kann man auch \u00fcber den Schmerz schreiben. Mitten im Schmerz kann man nicht schreiben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMein erstes Buch hie\u00df <i>Hase und Hegel<\/i>. Da muss man beide Komponenten betrachten, n\u00e4mlich das Philosophische und das Existentielle \u2013 also die Angst des Hasen, gefangen oder erschossen zu werden. Diese Angst, wenn man so will, ist ein Antrieb aller Poesie. Von Rilke gibt es den sch\u00f6nen Satz: \u201aDinge machen aus Angst\u2018. Das w\u00fcrde auch ungef\u00e4hr f\u00fcr mich gelten, als jemand, der aus einer Generation kommt, in der ja die Angst, jedenfalls f\u00fcr die Kriegszeit, durchaus vorhanden war, obwohl man andererseits gesagt als Kind erstaunlich robust ist, auch gegen\u00fcber Situationen, in denen Angst vorkommt.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMein Ehrgeiz ist eigentlich ganz einfach. Ich m\u00f6chte Dinge machen, die auf den ersten Blick ganz einfach sind, die auch von jedem, der lesen kann, nach ein- oder zweimaliger \u2013 ich bin anspruchsvoll \u2013, meinetwegen auch dreimaliger Lekt\u00fcre aufgefasst werden. Aber der Text selbst soll nicht ambitioniert wirken. Die Ambition ist in der Sache drin. Die Ambition ist sozusagen so einfach wie m\u00f6glich und so komplex wie m\u00f6glich zugleich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Harald Hartung<\/strong> wurde am 29. Oktober 1932 in Herne als Sohn eines Bergmanns geboren. Er studierte Germanistik und Geschichte in M\u00fcnster und M\u00fcnchen. Ab 1971 Professor f\u00fcr Deutsche Sprache und Literatur an der PH Berlin. 1981-1998 Professor an der TU Berlin. 1983-1986 als Nachfolger Walter H\u00f6llerers Direktor des Literarischen Colloquiums Berlin. Neben seinen <a href=\"http:\/\/www.wallstein-verlag.de\/autoren\/harald-hartung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">literarischen Arbeiten<\/a> ist er Herausgeber der beiden lesenswerten Lyrik-Anthologien <i>Luftfracht. Internationale Poesie 1940 bis 1990<\/i> und <i>Jahrhundertged\u00e4chtnis. Deutsche Lyrik im 20. Jahrhundert<\/i>. Ein Portr\u00e4t zum 80. Geburtstag im Herbst 2012 findet sich <a href=\"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=1511\">hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D2709&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eOhne Disziplin geht gar nichts. Dabei ist meine Disziplin gar nicht \u00fcbertrieben. Ich versuche sozusagen, jeden Tag etwas zu machen. 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