{"id":2522,"date":"2013-12-11T14:18:58","date_gmt":"2013-12-11T13:18:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=2522"},"modified":"2025-12-17T09:39:41","modified_gmt":"2025-12-17T08:39:41","slug":"gegenteil-von-fluechtigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=2522","title":{"rendered":"Gegenteil von Fl\u00fcchtigkeit"},"content":{"rendered":"<p>\u201eMuster, Schablonen, eingefrorene Metaphern und Bilder bewusst aufbrechen\u201c<br \/>\n<strong>Christoph Wenzel, Lyriker<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch habe mal in einem kleinen Essay den Lyriker mit einem Allergiker verglichen. (\u2026) Irgendetwas, sei es eine Nachrichtenmeldung, sei es ein verquerer Satz in der Zeitung, in dem ein Druckfehler steht, oder eine v\u00f6llig unscheinbare Kleinigkeit, ist dann so ein Partikel, ein Allergen sozusagen, das eine allergische Reaktion hervorruft, die dann ins Schreiben m\u00fcndet. Das Schreiben ist dann dabei so eine Art Symptom-Bek\u00e4mpfung, w\u00fcrde ich sagen, weil sich so was nur symptomatisch behandeln l\u00e4sst und nicht urs\u00e4chlich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas Gedicht ist ja, trotz seiner K\u00fcrze und Pr\u00e4gnanz, das Gegenteil von Fl\u00fcchtigkeit. Es ist im besten Falle nachhaltig, differenziert, bildhaft, kritisch und gleichzeitig eben doch auf den Punkt und in einer kurzen Zeitspanne rezipierbar. Das hei\u00dft, es kann in einer kurzen Zeitspanne eine Wirkung entfalten, also eine sinnliche Wirkung zun\u00e4chst. Wenn man sich damit im Nachgang noch intellektuell mit auseinandersetzt, umso besser.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eJa, der Ausgang ist h\u00e4ufig eine subjektive Erinnerung, aber ich m\u00fcsste die nicht in Literatur umsetzen, wenn ich nicht davon ausginge, dass das, sagen wir mal, eine kollektive Relevanz hat. Ein St\u00fcck weit zumindest.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">____________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christoph Wenzel, 1979 in Hamm geboren und aufgewachsen, lebt und arbeitet nach Studium der Germanistik und Anglistik in Aachen und ist gemeinsam mit Daniel Ketteler Verleger des <em>[SIC]-Literaturverlags<\/em> und Herausgeber der Literaturzeitschrift<em> [SIC]<\/em>. 2005 erschien der Lyrikband <em>zeit aus der karte <\/em>(Rimbaud Verlag), 2010 <em>tagebr\u00fcche<\/em> (yedermann Verlag), 2012 <em>weg vom fenster<\/em> \u2013 in der Reihe <em>roterfadenlyrik<\/em>, Edition Haus Nottbeck. Gemeinsam mit Adrian Kasnitz ist er Herausgeber einer empfehlenswerten Anthologie zeitgen\u00f6ssischer Lyrik.<\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D2522&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eMuster, Schablonen, eingefrorene Metaphern und Bilder bewusst aufbrechen\u201c Christoph Wenzel, Lyriker \u201eIch habe mal in einem kleinen Essay den Lyriker mit einem Allergiker verglichen. 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