{"id":252,"date":"2011-03-25T09:14:34","date_gmt":"2011-03-25T08:14:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=252"},"modified":"2024-05-22T13:35:18","modified_gmt":"2024-05-22T12:35:18","slug":"68-69-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=252","title":{"rendered":"68, 69, aus"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/untitled.bmp\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-253\" title=\"untitled\" src=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/untitled.bmp\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Hannelies Taschau hat 1978 einen Roman \u00fcber die miefige m\u00fcnsterl\u00e4ndische Provinz und den Verrat an Idealen der 1968er Bewegung geschrieben. Das Museum f\u00fcr Westf\u00e4lische Literatur stellt Buch und Autorin in der Reihe \u201elost\/found\u201c vor.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ER ist Ende, SIE Anfang zwanzig. ER ein smarter, karrierebedachter Junglehrer, dem die Herzen nur so zufliegen. SIE eine introvertierte angehende Journalistin mit Hang zum Tr\u00fcbsinn. Gemeinsam haben sie einen folgenschweren Entschluss gefasst. Raus aus der Stadt, hinein ins Gr\u00fcn, in die m\u00fcnsterl\u00e4ndische Provinz. Kann das gut gehen? Nat\u00fcrlich nicht.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lebenslinien passen fortan einfach nicht mehr zueinander. W\u00e4hrend er euphorisch in seinem neuen Job aufgeht, will sie sich nicht akklimatisieren. Ekel stellt sich ein. Lethargie. Wut. Sie beginnt zu trinken, nimmt Tabletten, f\u00e4llt v\u00f6llig aus der Zeit. Die Beziehung geht <em>peu<\/em><strong> <\/strong>\u00e0<strong> <\/strong><em>peu <\/em>in die Br\u00fcche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Argw\u00f6hnisch belauert sie das, was sich da vor ihren Augen abspielt. Und das ist nichts Gutes, Wahres, Sch\u00f6nes. Da ist Besserer-Leute-D\u00fcnkel, chauvinistisches, dumpf-d\u00fcmmliches Sch\u00fctzenfestgehabe, ein alles erstickender Konservatismus, ein latenter Faschismus ohne Selbstzweifel und Reue. Ein Szenario des Misstrauens, der L\u00fcge und Heuchelei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fassade ist eben nur Fassade. Und dahinter sieht es erb\u00e4rmlich aus. Die Unser-Dorf-soll-sch\u00f6ner-Werden-Mentalit\u00e4t entpuppt sich als Abgrund kaputter Existenzen. Und die Jungen? Die sind teilweise um keinen Deut besser. Sie sind von der Wohlstandsgesellschaft gepr\u00e4gt und laufen Gefahr, in die Konformismus-Falle zu geraten. Progressiv und rebellisch zu tut, ist eine Sache, gesellschaftliche Ver\u00e4nderung nicht nur herbeireden, sondern auch wirklich herbeif\u00fchren zu wollen, eine andere. ER gibt seine Ideale bereitwillig auf, SIE geht in die innere Emigration und verzweifelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hannelies Taschaus Roman &#8222;Landfriede&#8220;, schon 1978 ver\u00f6ffentlicht, geht unter die Haut. Weil er den Personen so nahe kommt. Weil er nicht drumrumredet. Weil er kalt, bissig und trotzig gesellschaftliche Zust\u00e4nde glasklar seziert. Und weil er obendrein spannend ist. Denn SIE, Anne, bekommt den Auftrag journalistisch \u00fcber die Provinz zu berichten. Wie wird Er reagieren, wie die eingeschworene Dorfgemeinschaft?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Landfriede&#8220; ist ein Sittengem\u00e4lde, das sich einreiht in \u00e4hnlich gelagerte westf\u00e4lische Gesellschaftspanoramen von Autoren wie Paul Schall\u00fcck, Thomas Valentin, Ulrich Schamoni, Otto J\u00e4gersberg, Hermann Kinder oder Norbert Johannimloh. Hannelies Taschau setzt diesen \u201eKlassikern\u201c eine starke weibliche Stimme entgegen, die in vielem radikaler und entlarvender ist als die ihrer Vorg\u00e4nger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Dienstag, den 12.4.2011 um 19.30 begr\u00fc\u00dfen wir Hannelies Taschau zu einer Lesung aus dem Roman \u201eLandfriede\u201c und ihrem Lyrikband \u00a0&#8222;Mittellange Lustfahnen&#8220;, der von Eric van der Wal 1992 gestaltet und herausgegeben wurde. Die Lesung findet im Rahmen der \u00a0Sonderausstellung &#8222;B\u00fccherlust und Druckertrost\u201c statt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Walter G\u00f6dden<\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D252&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannelies Taschau hat 1978 einen Roman \u00fcber die miefige m\u00fcnsterl\u00e4ndische Provinz und den Verrat an Idealen der 1968er Bewegung geschrieben. Das Museum f\u00fcr Westf\u00e4lische Literatur stellt Buch und Autorin in der Reihe \u201elost\/found\u201c vor. ER ist Ende, SIE Anfang zwanzig. 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