{"id":2344,"date":"2013-10-09T10:21:37","date_gmt":"2013-10-09T09:21:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=2344"},"modified":"2025-11-05T09:42:27","modified_gmt":"2025-11-05T08:42:27","slug":"jacques-was-here","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=2344","title":{"rendered":"Jacques was here."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es war ein Konzert der besonderen Art. Wann bekommt man Jacques Palminger in hiesigen Breiten schon mal zu Gesicht? Am 28. September aber war es so weit. Er gastierte mit dem vorz\u00fcglichen 440Hertz-Trio auf dem Kulturgut. Anlass war die Abschlussveranstaltung des Festivals <em>Literaturland Westfalen<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Palminger und Co. brachten ihre im Fr\u00fchjahr erschienene CD <em>Jzz und Lyrk<\/em> (kein Tippfehler!) zu Geh\u00f6r, auf der sich so herrlich melancholische Verse finden wie: \u201eIm Schuppen liegen hundert Gehwegplatten \/ aus der Zeit, als wir noch Tr\u00e4ume hatten \/ die h\u00e4tte ich so gern f\u00fcr dich verlegt.\u201c Im Sprechgesang zu s\u00fcffigen Jazz-Arrangements hingeraunt, verbreiten Palmingers Texte zun\u00e4chst einen seltsam fremden H\u00f6reindruck. Beim zweiten Anh\u00f6ren von <em>Jzz und Lyrk<\/em> stellt sich bereits eine ganz andere Stimmung ein. Man bekommt ein Ohr f\u00fcr die Raffinessen und Feinheiten der Produktion und auch f\u00fcr die traumverlorenen Texte, die sich in einem ganz eigenen Kosmos bewegen. Nach dem dritten bis zehnten H\u00f6ren m\u00f6chte man dann nur noch jubeln: Wunderbar, bezaubernd, was f\u00fcr ein Meisterwerk! Eine CD mit dem Zeug zum Klassiker, die es verdient, den Meisterwerken des Genres \u201eJazz und Lyrik\u201c an die Seite gestellt zu werden \u2013 also etwa Gert Westphals legend\u00e4rer Interpretation der Gedichte Gottfried Benns, Peter R\u00fchmkorfs wunderbar-melodischen, in wechselnden Formationen eingespielten Versionen eigener Gedichte oder Ernst Jandls genial intoniertem Lyrikvortrag mit der NDR-Big-Band (<em>Laut und Luise<\/em> \/ <em>Aus der K\u00fcrze des Lebens<\/em>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Palminger interpretiert \u201eJazz und Lyrik\u201c anders, auf ganz eigene Weise. Mit unaufdringlicher, einschmeichelnder Stimme erz\u00e4hlt er merkw\u00fcrdig verst\u00f6rende \u201eIch\u201c-Geschichten, verliert sich in surreal angehauchten Miniaturen, changiert augenzwinkernd zwischen Gr\u00f6\u00dfenwahn, schw\u00fcler Erotik, Lebensphilosophie und Kindheitsphantasie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Sch\u00f6ne an Palmingers Auftritten ist die routinierte L\u00e4ssigkeit und Selbstverst\u00e4ndlichkeit, mit der Text und Musik lustvoll zusammenspielen. Wobei immer wieder Palmingers Hang zum Perfektionismus auffiel. So bizarr die Texte auch sind \u2013 alles klingt harmonisch-stimmig, wie f\u00fcreinander geschaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Publikum fand es gro\u00dfartig und spendete reichlich Beifall. Palminger m\u00f6chte \u00fcbrigens gern wiederkommen. Das Kulturgut gefiel ihm ausgesprochen gut. Vielleicht bringt er das n\u00e4chste Mal seine Mitstreiter Rocko Schamoni (<em>Dorfpunks<\/em>) und Heinz Strunk (<em>Fleisch ist mein Gem\u00fcse<\/em>) mit, mit denen er das anarchistische Komik-Trio <em>Studio Braun <\/em>bildet, das es \u2013 allem B\u00fcrgerschreck-Image zum Trotz \u2013 inzwischen bis zu Inszenierungen am Deutschen Theater in Berlin gebracht hat (aktuell: <em>Fahr zur H\u00f6lle, Ingo Sachs<\/em>). Im letzten Jahr waren die drei in dem schon jetzt zum Kult avancierten Film <em>Fraktus<\/em> zu sehen. Der Film handelt vom Comeback einer Band, die es nie gegeben hat. Muss man erstmal drauf kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Walter G\u00f6dden<\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D2344&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war ein Konzert der besonderen Art. Wann bekommt man Jacques Palminger in hiesigen Breiten schon mal zu Gesicht? Am 28. September aber war es so weit. Er gastierte mit dem vorz\u00fcglichen 440Hertz-Trio auf dem Kulturgut. Anlass war die Abschlussveranstaltung des Festivals Literaturland Westfalen. 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