{"id":1979,"date":"2013-08-16T15:24:12","date_gmt":"2013-08-16T14:24:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=1979"},"modified":"2025-11-05T09:34:01","modified_gmt":"2025-11-05T08:34:01","slug":"rolf-dieter-brinkmann-stipendium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=1979","title":{"rendered":"Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium 2013"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Christoph Wenzel ist Preistr\u00e4ger des diesj\u00e4hrigen Stipendiums<\/strong>, das im Namen des von 1962-1975 in K\u00f6ln lebenden Lyrikers, Schriftstellers und Herausgebers Rolf Dieter Brinkmann seit 1990 von der Stadt K\u00f6ln vergeben wird. Das mit 10.000 \u20ac dotierte Stipendium haben neben bekannten Autoren wie Thomas Kling und Marcel Beyer auch die noch vor wenigen Wochen in Nottbeck beim \u201eLaut und Luise\u201c-Lyrikfestival pr\u00e4sentierten Schriftsteller Adrian Kasnitz (2005) und Julia Trompeter (2012) erhalten. Bewerben k\u00f6nnen sich Autoren und Autorinnen, die in NRW wohnen und das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wir gratulieren<\/strong> Christoph Wenzel, der neben Ausz\u00fcgen aus j\u00fcngsten Publikationen auch aktuelle Arbeitsmanuskripte eingereicht hatte, herzlich. Seine Gedichte erkunden sehr pr\u00e4zise die pr\u00e4gende Physiognomie des Ruhrgebiets, erforschen die Mentalit\u00e4ts- und Sprachgeschichte(n), kartographieren und memorieren in Schnappsch\u00fcssen, Ann\u00e4herungen und Collagen die Jahrzehnte des Bergbaus, des Strukturwandels und die postindustriellen Landschaften. Zurzeit besch\u00e4ftigt sich Christoph Wenzel mit den Geisterd\u00f6rfern und den verschwundenen Ortschaften im rheinischen Braunkohlerevier. Man darf auf die Publikation neuer Texte gespannt sein\u2026<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">In der <strong>Begr\u00fcndung der K\u00f6lner Jury zur Preisvergabe<\/strong> hei\u00dft es u.a.:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Christoph Wenzel, Aachener Lyriker und Literaturwissenschaftler mit westf\u00e4lischen Wurzeln, hat seine Gedichte \u00fcber Jahre hinweg beharrlich und konsequent weiterentwickelt. Sein Formbewusstsein hat sich besonders in j\u00fcngster Vergangenheit deutlich gest\u00e4rkt, dies gepaart mit einer gewachsenen Souver\u00e4nit\u00e4t im Umgang mit dem lyrischen Bild.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Wenzels Gedichte handeln vom ganz Allt\u00e4glichen und sie beflei\u00dfigen sich dabei einer einfachen, verst\u00e4ndlichen, nicht aber schlichten Sprache. Er scheut sich dabei nicht, \u201eHeimatlyrik\u201c in einem guten und ganz neuen Sinne zu schreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">Eine \u201eHeimatlyrik\u201c, die sich \u2013 nat\u00fcrlich bar jeglicher T\u00fcmelei \u2013 in buchst\u00e4blich bodenst\u00e4ndiger Weise mit dem westf\u00e4lischen Erinnerungsraum, dem Wenzel entstammt, befasst. Er scheut sich nicht einmal, \u00fcber den \u201eBoden\u201c, also die westf\u00e4lische \u201eErde\u201c zu schreiben, und siehe da, es gelingt, ohne dass auch nur im Keim Missverst\u00e4ndliches aufscheinen w\u00fcrde. Denn sein Westfalen besteht nicht aus Mythen und metaphorisch Aufgeladenem, sondern aus dem unmittelbar Gegebenen: realistisch nachempfundenen Kindheitsszenerien, Kleinb\u00fcrgersiedlungen, Nutzfeldern und nicht zuletzt echten Menschen, knurrig, aber rechtschaffen. Ihre Redensarten und Sprechweisen dringen ein ins Gedicht, impfen die Gedichte gewisserma\u00dfen mit einem Authen- tizit\u00e4tsserum und weisen ihnen so aufgrund des offenkundigen Montage-Charakters, ohne sich dem Verst\u00e4ndnis k\u00fcnstlich zu verschlie\u00dfen, eine mehrschichtige Tektonik zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer war <strong>Rolf Dieter Brinkmann<\/strong>? Thomas Ernst hat es als <a href=\"http:\/\/jetzt.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/24148\/Basiswissen-Brinkmann\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Basiswissen<\/a> kundig und pointiert zusammengefasst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer ist <a href=\"http:\/\/www.literaturport.de\/Christoph.Wenzel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Christoph Wenzel<\/a>? 1979 in Hamm geboren und aufgewachsen, lebt und arbeitet nach Studium der Germanistik und Anglistik in Aachen und ist gemeinsam mit Daniel Ketteler Verleger des <em>[SIC]-Literaturverlags<\/em> und Herausgeber der Literaturzeitschrift<em> [SIC]<\/em>. 2005 erschien der Lyrikband <em>zeit aus der karte <\/em>(Rimbaud Verlag), 2010 <em>tagebr\u00fcche<\/em> (yedermann Verlag), 2012 <em>weg vom fenster<\/em> \u2013 in der Reihe <em>roterfadenlyrik<\/em>, Edition Haus Nottbeck.<\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D1979&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christoph Wenzel ist Preistr\u00e4ger des diesj\u00e4hrigen Stipendiums, das im Namen des von 1962-1975 in K\u00f6ln lebenden Lyrikers, Schriftstellers und Herausgebers Rolf Dieter Brinkmann seit 1990 von der Stadt K\u00f6ln vergeben wird. 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