{"id":1538,"date":"2012-11-29T11:27:56","date_gmt":"2012-11-29T10:27:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=1538"},"modified":"2025-12-17T08:57:56","modified_gmt":"2025-12-17T07:57:56","slug":"geschichten-aus-bernstein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=1538","title":{"rendered":"Geschichten aus Bernstein"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">&#8222;Nottbeck ist einfach ein sch\u00f6ner Ort.&#8220;<br \/>\nSabrina Janesch bei ihrer Lesung im Museum f\u00fcr Westf\u00e4lische Literatur<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die inzwischen in M\u00fcnster lebende Jungautorin ist zurzeit mit ihrem zweiten Roman <em>Ambra<\/em> auf Lesetournee. Und wie schon beim mehrfach preisgekr\u00f6nten Vorg\u00e4nger <em>Katzenberge<\/em> schw\u00e4rmt die Kritik f\u00fcr die Zwischent\u00f6ne, die diese Autorin so meisterhaft und leichtf\u00fc\u00dfig beherrscht. In beiden B\u00fcchern arbeitet die Autorin, wie sie im Gespr\u00e4ch erl\u00e4utert, auch Themen und Fragen ihrer Identit\u00e4t auf. In Nottbeck gab es nach ihrer Lesung gro\u00dfe Anerkennung und zahlreiche Nachfragen zum Bem\u00fchen, das Geflecht der deutsch-polnischen Vergangenheit und Gegenwart literarisch angemessen darzustellen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sabrina Janesch ist Tochter einer Polin, wuchs aber in Deutschland auf. Solche Voraussetzungen teilt sie mit der Titelheldin von <em>Ambra<\/em>, der jungen Kinga. Jene erbt v\u00f6llig \u00fcberraschend eine Wohnung in Danzig. Kinga wusste bis dahin weder etwas von der Wohnung noch von ihren polnischen Verwandten. Sie reist in die faszinierende &#8222;Stadt am Meer&#8220; und lernt ihre neue, alte Familie kennen. Sie bezieht ein Zimmer in besagter Wohnung und schliddert immer mehr in kuriose Situationen hinein. Man erkl\u00e4rt ihr beispielsweise, dass sie f\u00fcr das von ihr bewohnte Domizil (also ihr Eigentum) nicht die vollst\u00e4ndige Miete aufbringen m\u00fcsse, sondern nur die H\u00e4lfte. Das Testament, das ihr die Wohnung zuspreche, sei ein Missverst\u00e4ndnis gewesen. Alles habe sich ganz anders zugetragen. Doch wie? Es wird uns im vorliegenden Roman auf fast vierhundert Seiten erkl\u00e4rt. Mit Szenen, die in der Gegenwart spielen und R\u00fcckblicken, die bis ins 19. Jahrhundert hineinreichen und vier Generationen und rund 150 Jahre umfassen. Es gibt also viel aufzuarbeiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist ein h\u00f6chst lohnenswertes Unterfangen, die in fast \u00fcberbordender F\u00fclle dargebotenen Erz\u00e4hlkerne zu entwirren. <a href=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Janesch-Lesung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-1546\" title=\"Janesch-Lesung\" src=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Janesch-Lesung-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Janesch-Lesung-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Janesch-Lesung.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Jede Zeit erz\u00e4hlt ihre eigenen Geschichten. Pers\u00f6nliche Kon- flikte, Bruderzwist, Armut, Krieg, Flucht, vieles Weitere mehr. Zusammengehalten wird die Familiensaga durch ein Bern- steinamulett, das zuletzt bei Kinga landet, halb Gl\u00fcckbringer, halb Fluch. Es ist ein gleichsam magisches Requisit. Anhand einer kleinen Spinne, die darin eingeschlossen ist, kann Kinga in den Erinnerungen anderer Menschen lesen. Es ist dies nicht die einzige mythische Komponente des Romans. Auch das aufgebotene Personal k\u00f6nnte Geschichten aus <em>Tausendundeiner Nacht <\/em>entlehnt sein. <em>Ambra<\/em> changiert zwischen Doku- mentation und M\u00e4rchen, zwischen Mythos und Saga. Dabei wirft der Roman einen intimen Blick auf das Polen der Jetztzeit, das vor allem bei der j\u00fcngeren Generation von einem Gef\u00fchl der Verlorenheit gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Walter G\u00f6dden<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sabrina Janesch wurde 1985 in Gifhorn geboren und studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universit\u00e4t Hildesheim, sowie Polonistik in Krakau. Neben ihren zwei Romanen kann die junge Autorin auf zahlreiche andere literarische wie journalistische Ver\u00f6ffentlichungen verweisen. Weitere Informationen finden Interessierte auf ihrer <strong><a title=\"Homepage Sabrina Janesch\" href=\"http:\/\/www.sabrinajanesch.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Homepage.<\/a><\/strong><\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D1538&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Nottbeck ist einfach ein sch\u00f6ner Ort.&#8220; Sabrina Janesch bei ihrer Lesung im Museum f\u00fcr Westf\u00e4lische Literatur Die inzwischen in M\u00fcnster lebende Jungautorin ist zurzeit mit ihrem zweiten Roman Ambra auf Lesetournee. 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