{"id":1301,"date":"2012-09-19T10:40:42","date_gmt":"2012-09-19T09:40:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=1301"},"modified":"2025-12-17T08:45:23","modified_gmt":"2025-12-17T07:45:23","slug":"schreiben-ist-knochenarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=1301","title":{"rendered":"Schreiben ist Knochenarbeit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">\u201eIch habe mal gesagt: In Deutschland leben, hei\u00dft knietief durch Kot waten&#8230; Knietief war m\u00f6glicherweise etwas optimistisch.\u201c<\/p>\n<h4 style=\"text-align: center;\">Wiglaf Droste. Ein Gespr\u00e4ch in Zitaten<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eRoutine ist heikel. Man braucht allerdings Routine und ist immer in der Gefahr, zu viel davon zu haben. So entsteht sehr viel von dem, was unser Literaturbetrieb so liebt: routinierte M\u00e4\u00dfigkeit.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas Wort \u201aProjekt\u2018 war einer der Gr\u00fcnde, warum ich aus Berlin weggezogen bin. In Berlin hat jeder ein Projekt, das ist so was wie Latte Macchiato trinken. Ich habe keine Projekte. Ich ziehe es wirklich vor zu arbeiten.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs ist nicht gut f\u00fcr das Privatleben, wenn man das Schreiben zu sehr in die Abendstunden dehnt. Man muss sich da wirklich die Disziplin auferlegen, aufzuh\u00f6ren. Dieses Bild des manisch st\u00e4ndig Schreibenden \u2013 das kann uns G\u00fcnter Grass von mir aus erz\u00e4hlen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch glaube schon, dass es eine Literatur gibt, deren St\u00e4rke darin besteht, das Leben, so wie es wirklich ist, zu erkennen, zu durchdringen und Menschen, so wie sie sind und wie sie sich verhalten, das wirklich auf den Punkt zu bringen und einzukochen und g\u00fcltig aufzuschreiben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie systematische Unterforderung durchschnittlicher Zehnj\u00e4hriger, die m\u00f6chte ich nicht mitmachen. Das ist das, was einen im Fernsehen, in Zeitschriften, ja auch in der Literatur andauernd begegnet. Das wird einem als Unterhaltung definiert und verkauft. Das interessiert mich nicht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wiglaf Droste<\/strong>, geboren in Herford, lebt heute in Leipzig. Der oft polemische Satiriker gilt manchen als der \u201eTucholsky unserer Tage\u201c (Willi Winkler). Aktuell: <em>Sprichst du noch oder kommunizierst du schon? Neue Sprachglossen <\/em>(2012).<\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D1301&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch habe mal gesagt: In Deutschland leben, hei\u00dft knietief durch Kot waten&#8230; Knietief war m\u00f6glicherweise etwas optimistisch.\u201c Wiglaf Droste. Ein Gespr\u00e4ch in Zitaten \u201eRoutine ist heikel. Man braucht allerdings Routine und ist immer in der Gefahr, zu viel davon zu haben. 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