{"id":1064,"date":"2012-08-22T16:40:24","date_gmt":"2012-08-22T15:40:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=1064"},"modified":"2025-11-05T09:04:52","modified_gmt":"2025-11-05T08:04:52","slug":"exilwestfale-auf-heimaturlaub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=1064","title":{"rendered":"Exilwestfale auf Heimaturlaub"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>R\u00fcckzug in die Natur, ins l\u00e4ndliche Idyll, mitten ins Gr\u00fcne,<\/strong> weit weg von jeglicher Zivilisation. So stellt man sich die Arbeit der gro\u00dfen Dichter der Vergangenheit vor. Was zun\u00e4chst nach altmodisch-romantischer Genie- \u00e4sthetik klingt, ist tats\u00e4chlich gar nicht so antiquiert und unzeitgem\u00e4\u00df, wie es auf den ersten Blick scheint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der aus Hamm in Westfalen stammende Autor und Verleger der Literaturzeitschrift <em>[SIC]<\/em>, Christoph Wenzel, entschied sich, wie schon voriges Jahr, eine Woche zur\u00fcckgezogen auf dem Kulturgut Haus Nottbeck zu verbringen und sich ganz der Lyrik zu widmen. Anders als in den sogenannten Aufenthaltsstipendien, welche K\u00fcnstlern nach vorangegangener Bewerbung f\u00fcr mehrere Monate die M\u00f6glichkeit bieten, sich intensiv mit einem Projekt zu besch\u00e4ftigen, arbeitete der heute in Aachen lebende \u201eExilwestfale\u201c auf Einladung von Walter G\u00f6dden ein paar Tage auf dem Kulturgut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesmal ohne ein konkretes Projekt, sondern in der Absicht, Ordnung in Skizzen und unfertige Projekte zu bringen. Um sich einfach mal Zeit zu nehmen und die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, \u201eohne den brotberuflichen Kontext als Filter\u201c mit sich herum zu tragen. Gemeint sind damit Wenzels Anstellung an der Universit\u00e4t Aachen und seine T\u00e4tigkeit als Verleger. F\u00fcr die eigene Lyrik bleiben da meist nur die Abendstunden.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das beh\u00e4lt er auch w\u00e4hrend seines Aufenthalts auf dem Kulturgut bei. \u201eAuch hier bin ich erst abends produktiv.\u201c Trotz des sch\u00f6nen Wetters und der vielen sch\u00f6nen locations auf dem Kulturgut \u2013 hinter dem Gartenhaus auf der Terrasse direkt \u00fcber der Gr\u00e4fte denkt man tats\u00e4chlich an die romantischen Dichter zur\u00fcck \u2013 arbeitet Wenzel nicht in freier Natur. Der Schreibtisch \u2013 ein Muss. Genau so wie das Gef\u00fchl, zu Hause zu sein. Auch das findet er auf dem Gut mitten in Westfalen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenzel selbst sieht sich als Westfale. Besonders, wenn er in Aachen als solcher auff\u00e4llt \u2013 als \u201eExilwestfale\u201c. Aufgewachsen in Hamm, quasi im Grenzgebiet von Ruhrpott und M\u00fcnsterland, mischen sich bei ihm rheinischer Singsang und westf\u00e4lische Mundart. \u201eMan kokettiert mit dem Westf\u00e4lischen, allerdings ohne ernsthaften Lokalpatriotismus.\u201c Da kehrt man den \u201eJaust\u201c besonders bei der Zusammenarbeit mit dem aus dem Ermland (Polen) stammenden Autor Adrian Kasnitz heraus. Wenzel und Kasnitz geben kommenden Herbst die Anthologie <em>Westfalen, sonst nichts?<\/em> mit Werken junger westf\u00e4lischer Lyrikerinnen und Lyriker heraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwas Westf\u00e4lisches pr\u00e4sentierte Christoph Wenzel auch auf dem Kulturgut im Rahmen der Literaturperformance \u201eroterfadenlyrik spezial\u201c, einer Zusammenarbeit von deutschen und niederl\u00e4ndischen Autoren. Er las eigene Gedichte, die w\u00e4hrend seines ersten l\u00e4ngeren Aufenthalts in Nottbeck entstanden waren und von der damaligen Atmosph\u00e4re inspiriert sind. Zu finden sind einige der Texte in Wenzels gerade erschienenem Gedichtband <em>weg vom fenster<\/em> &#8211; als Band 6 der Reihe<em> roterfadenlyrik<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Claudia-Ehlert3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-1085\" title=\"Claudia Ehlert\" src=\"http:\/\/www.kreis-warendorf.info\/wordpress\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Claudia-Ehlert3-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Claudia Ehlert<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verfasserin dieser Zeilen absolviert zurzeit ein Praktikum auf Haus Nottbeck und nutzte diese Gelegenheit zu einem Interview mit Christoph Wenzel.<\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D1064&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00fcckzug in die Natur, ins l\u00e4ndliche Idyll, mitten ins Gr\u00fcne, weit weg von jeglicher Zivilisation. 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