{"id":1007,"date":"2012-07-16T11:17:12","date_gmt":"2012-07-16T10:17:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=1007"},"modified":"2025-11-05T09:03:53","modified_gmt":"2025-11-05T08:03:53","slug":"du-sollst-nicht-langweilig-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hausblog-nottbeck.de\/?p=1007","title":{"rendered":"Du sollst nicht langweilig sein"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Karr &amp; Wehner, als Autorenduo aus dem Ruhrgebiet mit ihren \u201eGonzo\u201c- Thrillern bekannt geworden,<\/strong> erhielten 1996 den Friedrich-Glauser-Preis f\u00fcr den besten Krimi des Jahres und 2000 den Literaturpreis Ruhrgebiet. Nottbeck verlie\u00dfen sie als Gewinner des Westf\u00e4lischen Kurzh\u00f6rspiel-Awards. Mit Arnold Maxwill sprachen sie \u00fcber die allerwichtigste Krimiregel und ihren Ehrgeiz beim Schreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Herzlichen Gl\u00fcckwunsch, Sie beide haben als das langbew\u00e4hrte Autorenduo Karr &amp; Wehner mit Ihrem Text \u201eDas Robinson-Dilemma\u201c, einem trickreichen Kurzkrimi, der wohl als Hommage an Daniel Defoe, den <\/em><em>\u201a<\/em><em>Erfinder<\/em><em>\u2018<\/em><em> des Robinson Crusoe, gelten kann, beim Westf\u00e4lischen Kurzh\u00f6rspiel-Award \u201eShortcuts\u201c auf dem Kulturgut Haus Nottbeck vom Publikum einen der ersten drei Preise zugesprochen bekommen! Zudem wurde Stefanie Heim, Bauhaus-Universit\u00e4t Weimar, f\u00fcr die Inszenierung Ihres Textes der Regiepreis zugesprochen. Ein gutes Gef\u00fchl?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Karr: Ein tolles Gef\u00fchl, gerade auch wegen der wirklich starken Konkurrenz, gegen die wir antreten durften<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wehner: Und besonders wegen der Doppelauszeichnung \u2013 ein ganz dickes Dankesch\u00f6n an die Regisseurin!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Seit vielen Jahren verfassen Sie gemeinsam Erz\u00e4hlungen, Krimis und H\u00f6rspiele, sind auch schon \u00f6fter mit Preisen bedacht worden. Trotz oder gerade aufgrund Ihrer naturgem\u00e4\u00df verschiedenen Biografien will ich fragen: Wie sind Sie zum Schreiben, zum H\u00f6rspiel gekommen?<!--more--><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Karr &amp; Wehner: Gleich zu Beginn unser Zusammenarbeit hatten wir ein H\u00f6rspiel \u00fcber eine Taxifahrerin im Ruhrgebiet geschrieben, durch das Frank H\u00fcbner vom WDR auf uns aufmerksam wurde und uns f\u00fcr seine beiden gro\u00dfen H\u00f6rspiel-Serien \u201eBlackbox B1\u201c und \u201eJezz abba feste\u201c einlud. So kam eins zum anderen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Was ist f\u00fcr Sie der Anlass zu schreiben? Was reizt Sie am Kurzh\u00f6rspiel?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Karr: Mich reizt es, eine Idee auf den Punkt zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wehner: Und mir l\u00e4sst die Aufgabe so lange keine Ruhe, bis ich denke, ich habe eine literarische Konstruktion gefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Was macht f\u00fcr Sie ein gelungenes Kurzh\u00f6rspiel bzw. einen guten Krimi aus?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Karr &amp; Wehner. Es muss spannend und gut erz\u00e4hlt sein. Es gilt immer die Regel Nummer 1 aus dem Kriminalgenre: Du sollst nicht langweilig sein!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Robinson Crusoe, die Robinsonade \u2013 das ist bei Ihnen kein zuf\u00e4llig gew\u00e4hltes Thema. Herr Wehner, erkl\u00e4ren Sie bitte kurz Ihr Interesse f\u00fcr dieses literarisches Motiv, das ja bis heute kaum etwas von seinem utopischen Reiz verloren hat.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wehner: Die Robinsonade hat unendlich viele M\u00f6glichkeiten, was Ort, Zeit und Figuren betrifft. Ob Staatsutopie, Weltraumoper, Psychodrama, ob zwei M\u00e4nner und eine Frau, hundert Frauen und ein Mann, ein Boot voller Kinder oder der Schiffbruch der Arche Noah \u2013 an der hat sich \u00fcbrigens noch keiner versucht, das m\u00fcssten wir eigentlich mal \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>War es f\u00fcr Sie schwierig, sich auf eine DIN A4-Seite beschr\u00e4nken zu m\u00fcssen?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Karr &amp; Wehner: Nicht wirklich. Wenn es eine Vorgabe gibt, kann man seinen Stoff gleich so konzentrieren, dass man nicht l\u00e4nger wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Auch wenn Sie sicherlich schon oft gen\u00f6tigt wurden, darauf zu antworten: Wie hat man sich die Zusammenarbeit zwischen Ihnen konkret vorzustellen? Was sind die Freuden und Leiden?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Karr &amp; Wehner: Die Zusammenarbeit besteht zu 90 Prozent aus reden: dar\u00fcber reden, welche Geschichten interessant sind, dar\u00fcber reden, wie man eine Geschichte aufbaut, wie man sie erz\u00e4hlt, wie es funktionieren k\u00f6nnte und wie nicht. Dann, wenn alles halbwegs feststeht, beginnt einer zu schreiben und mailt es dem Kollegen. Der korrigiert, erg\u00e4nzt, streicht, macht alles anders und schreibt weiter. Beim Schreiben hat also jeder jederzeit Zugriff auf den gesamten Text, und so geht es hin und her, bis der Text fertig ist. Am Ende steht dann die Schlussredaktion, bei der wir den Text laut lesen; wie bei einer Lesung. Das ist die Nagelprobe, bei der langweilige Stellen, Wiederholungen und schlechte Formulierungen sofort auffallen \u2013 und bereinigt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/em><\/p>\n<div id=\"facebook_like\"><iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.hausblog-nottbeck.de%2F%3Fp%3D1007&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=500&amp;action=like&amp;font=segoe+ui&amp;colorscheme=light&amp;height=60\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:500px; height:60px;\" allowTransparency=\"true\"><\/iframe><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karr &amp; Wehner, als Autorenduo aus dem Ruhrgebiet mit ihren \u201eGonzo\u201c- Thrillern bekannt geworden, erhielten 1996 den Friedrich-Glauser-Preis f\u00fcr den besten Krimi des Jahres und 2000 den Literaturpreis Ruhrgebiet. 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