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text&talk: Der hochroth Verlag

Wir freuen uns auf den hochroth Verlag Bielefeld, der in diesem Jahr zum zweiten Mal auf der text&talk-Messe vertreten ist. Bielefeld ist einer der acht Standorte des europäischen Verlagskollektivs, welches in Handarbeit gefertigte Lyrik publiziert. hochroth Bielefeld unter der Leitung von Florian Polkowski beschäftigt sich vor allem mit mehrsprachiger Minderheitenliteratur und Übersetzungen. Mehr im heutigen Portrait: 

 

Der hochroth Verlag versteht sich als Modellprojekt zur alternativen Verlagsszene und setzt in klassischer Weise auf „Bücher zum Anfassen“. Die Lyrikbände werden in Handarbeit vom Verlag selbst „on-demand“ gefertigt und einzelne Titel laufend durchnummeriert. Mittlerweile organisiert sich der 2008 gegründete Verlag über ein Netzwerk aus Dependancen, die sich in Städten in ganz Europa gegründet haben. Neben Berlin, Leipzig und Wiesenburg bestehen derzeit Dependancen in Budapest, Wien, Paris und Bielefeld. hochroth Bielefeld ist seit 2016 aktiv und beschäftigt sich vor allem mit mehrsprachiger Minderheitenliteratur, besonders aus dem skandinavischen Raum und Finnland. Daneben wird das Verlagsprogramm seit neuestem auch durch deutschsprachige Autor*innen erweitert. Ziel des Verlags ist es außerdem, neben dem Ausbau der oben genannten Schwerpunkte, einen Beitrag zum heimischen Kulturbetrieb zu leisten. Lyrik aus Ostwestfalen-Lippe soll ein Zuhause im hochroth Verlag Bielefeld finden und vor allem jungen Lyrikern und Lyrikerinnen aus der Region eine Anlaufstelle bieten.

Viele der Publikationen sind Übersetzungen aus dem Nord-Samischen. Das einzige indigene Volk Europas bietet eine reiche Lyriktradition, in der die Kultur und das Leben der Sámi sowie deren Bezug zur Natur aufgezeigt werden. „Die Sonne leckt Sahne“ von Inger-Mari Aikios, einer der aktivsten zeitgenössischen Autorinnen Sápmis, ist eine Übersetzung beeindruckender Naturlyrik und bedient somit genau diese Thematik. Auch Niillas Holmbergs Gedichte in „Der dem Wind auf dem Schoß sitzt“ gehen dieser Thematik nach und geben Einblicke in das Leben eines Volkes, das über vier Länder verteilt lebt, über Identität, Familie und Liebe, aber auch Umweltverschmutzung und -zerstörung. Bücher zu verlegen, die die Sprache, Kultur und die gesellschaftlichen Anliegen von Minderheiten wie den Sámi dem Lesepublikum zugänglich machen, ist, was die Mitarbeiter*innen in besonderem Maße zu der Arbeit in ihrem Verlag motiviert.

Seit Mitte 2017 bereichern auch mehrsprachige Autorinnen das Programm, die sich in der Reihe „Translingual” der Ästhetik in der intensiven Kombination von Sprachen widmen. Die Reihe, herausgegeben von Johanna Domokos, soll auch in Zukunft den poetischen Stimmen Raum geben, die unterschiedlichen Weisen des Umgangs mit dem Klang, den Worten und den Schriften verschiedener Sprachen zeigen. In diesem Jahr ist der dritte Band der Reihe (Jennifer Kwon Dobbs – „Necro Citizens/Nekrobürger) erschienen und ist im englischen Original und/oder in der deutschen Übersetzung erhältlich.

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