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Spacejamiri wasn’t here – Auftakt des Sci-Fi-Projekts „Aliens welcome!“

„Spacejamiri musste sich leider einer Darmspiegelung unterziehen. Da seine Superheldenfähigkeit bekanntermaßen die unschlagbare Larmoyanz ist, rekonvalesziert er quasi mit Absicht nur in Zeitlupe. Er entrichtet, an Schläuche angeschlossen, sehr herzliche Grüße und freut sich wie ein Schneekönig über Ihr Erscheinen! sein persönliches Lieblingsdetail aus allen Spacejamiricomics ist übrigens eine Fahrzeugbeschriftung in dem Comic „Doom Job“ mit dem Stau. „Unsere Leistung können Sie überholen. Unseren LKW nicht“.“ (Jan-Michael Richter)

Mit diesen Worten richtete der Illustrator Jan-Michael Richter, besser bekannt als Jamiri, den Besuchern der neuen Gartenhausausstellung des Kulturgut Haus Nottbeck seine Grüße aus. Leider konnte er bei der Ausstellungseröffnung am vergangenen Samstag (18.05.2019) aus oben genannten Gründen nicht anwesend sein. Die Ausstellung „Spacejamiri“, welche sich mit den Spacejamiri-Weltraumepisoden des Illustrators beschäftigt, bildet den Prolog der Hauptausstellung „Aliens Welcome! Science-Fiction-Literatur aus Westfalen 1904-2018“, die ab dem 24. August 2019 auf dem Kulturgut zu sehen sein wird.

Jan-Michael Richter wurde 1966 in Hattingen an der Ruhr geboren und begann bereits 1990 seine Arbeit als Comic-Illustrator. Er arbeitete zunächst für das Ruhrgebiet-Stadtmagazin Marabo, später unter anderem für die Universitätszeitschrift Unicum und Spiegel-Online.

Seit 1994, dem Geburtsjahr des ersten Spacejamiri-Abenteuers, ist Jamiri immer mal wieder im Weltraum unterwegs. Bei seinen Abenteuern wird kein Bereich des alltäglichen Lebens unberührt gelassen. Jamiri thematisiert die Dinge, mit denen wir uns alle herumplagen: widerspenstige Computer, kaputte Autos, die Gebrechen des Alters oder das übliche Beziehungsdrama. Auch gesellschaftliche Fragen werden konsequent auf Alltagsszenen heruntergebrochen. Seine einzelnen Episoden sind dabei von einer radikal-liebevollen Selbstironie durchzogen, die dadurch ermöglicht wird, dass Jamiri in fast all seinen Comics selbst auftaucht. Jamiri stellt sich selbst meist unrasiert, strubbelig und untrainiert dar, wobei er immer etwas neben der Spur ist. Er glänzt nicht als Superman und Space-Imperator, sondern als ihr genaues Gegenteil. Ein Loser, der sich Aliens, Allmachtfantasien oder bizarren Begegnungen mit kraftstrotzenden Monstern stellen muss. Trotz all dieser Schwierigkeiten scheint er dennoch ein zufriedener Weltraumbummler zu sein. Hierbei kommt der Humor nicht zu kurz und reicht von »gepflegten literarischen Anspielungen« bis zum »brachialen Jungs-Humor«.

Die zunächst ohne zusammenhängende Themenstrecke erschienen Spacejamiri-Episoden wurden 2016 zu einem eigenen Album mit dem Titel Spacejamiri Redux zusammengestellt. Auf den insgesamt 48 Seiten fügen sich die zuvor vereinzelt veröffentlichten Spacejamiri-Abenteuer lückenlos zu einer Chronik zusammen, die alle Geschichten seit dem Anbeginn bis heute umfassen. Jamiri selbst bezeichnet den Weltraumepos als sein albernstes unter vielen albernen Werken.

Wer mehr über Jan-Michael Richter und seine Werke erfahren möchte, findet auf seiner Homepage einen detaillierten Lebensabriss, bei dem der Humor selbstverständlich nicht zu kurz kommt. Die Ausstellung „Spacejamiri“ ist bis zum 04. August 2019 im Gartenhaus des Kulturgut Haus Nottbeck zu sehen.

(Walter Gödden/Nadine Watt)

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