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Peter Marggraf illustriert Thomas Manns »Der Tod in Venedig«

Verlag: San Marco Handpresse

Neben dem Text Thomas Manns (Der Tod in Venedig) sind in der Ausgabe zwölf Holzschnitte von Peter Marggraf enthalten. Das Buch wurde im Frühjahr 2014 auf einer Linotype aus der Palatino, 12 Punkt, gesetzt. Gedruckt wurde es auf 120g/qm Werkdruck der Firma Hahnenmühle und von Hand gebunden. Die Auflage beträgt 24 Exemplare. Die Holzschnitte Marggrafs wurden vom Stock gedruckt und sind in die Bücher eingebunden. Der Text wurde mit freundlicher Genehmigung des S. Fischer Verlags (Frankfurt am Main) nachgedruckt.

»Venedig, eine sterbende Stadt – heute mehr denn je Realität angesichts des immer häufigeren acqua alta, des dramatischen Einwohnerschwunds, der verfallenen Paläste, der Millionenschar an Touristen. Diese Entwicklung war auch schon zu Thomas Manns Zeiten deutlich und insofern konnte seine am Vorabend des Ersten Weltkriegs erschienene Künstlernovelle keinen besseren Schauplatz für den Untergang seines Helden finden als diese »gesunkene Königin«. Die sich verschlingenden, tief mit dem Metallstift eingegrabenen Linien von Peter Marggraf erinnern an das Lafyrinthische dieser Stadt und damit, wenn man so will, an die erd- und wassergebundene Seite der verspielten Pracht. Und aus den Linien wachsen dann in wenigen, andeutenden Konturen charakteristische Bauwerke heraus: San Marco, Santa Maria della Salute, Ponte die Rialto, Palazzo Ducale, Ca d’Oro.

Irritierend mag zunächst erscheinen, dass Marggraf die Figur des Knochenmanns, der auf der Bühne der Lagunenstadt zum Tanz bittet, im Rotdruck erscheinen lässt. Aber die Farbe Rot vermittelt nicht nur allgemein die Assoziation großer Gefahr, sie nimmt auch die durchgängige Eigenschaft der roten Haare bei allen Todesfiguren der Novellenhandlung auf. Der in kräftigeren Rot gehaltene Leinenband hat ein schwarzrotes Titelschild erhalten, der Umschlag erneuert den Kontrast in leiseren, rotbraunen Tönen. Um die Kompaktheit des Textes und die Satzverschachtelungen Thomas Manns zu unterschtreichen, hat der Künstler einen eng gesetzten Textkorpus mit breiten Stegen gewählt.«

                        (Gerd Kolter in Berichte aus der Werkstatt, 2014)

 

 

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