Allgemein, Interview

Leidenschaft für Theater, Pädagogik und Literatur

Bruns_Schmilgun (c) Felix Jung

Auf dem Kulturgut wird auch Theater gespielt. Unter der Leitung von Henrike Bruns und Julia Schmilgun entwickeln Kinder und Jugendliche bei den „Nottbecker Theatertagen“ kleine Szenen nach literarischen Vorbildern. Im Interview erklären die Theaterpädagoginnen, was junge Schauspielbegeisterte bei diesen Workshops erwartet.

Was genau sind die Nottbecker Theatertage?

Die Nottbecker Theatertage sind theaterpädagogische Workshops für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 14 Jahren auf dem Kulturgut Haus Nottbeck. Die Kinder erarbeiten (meist an einem Wochenende) kleine Stücke oder Szenencollagen zu literarischen Vorlagen wie Carolls „Alice im Wunderland“, Kästners „Das fliegende Klassenzimmer“ oder auch Stücken von Shakespeare. Da das Kulturgut ja schöne Übernachtungsmöglichkeiten bietet, bleiben die Kinder über die gesamte Workshopzeit auf dem Kulturgut.

Wie laufen die Workshops ab? Was erleben die Kinder in der Theaterwerkstatt?

Wir konzipieren jeden Workshop individuell auf das von uns gewählte literarische Thema zugeschnitten. Natürlich gibt es immer, wie es in der Theaterpädagogik üblich ist, Übungen und Grundlagen was Ausdruckskraft und Schauspieltechnik angeht. Dann werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (ja, wir haben auch theaterbegeisterte Jungs dabei) an das Thema herangeführt und entwickeln selbstständig, zumeist auf Improvisations-Basis, kleine Stück-Szenen. Am letzten Workshoptag wird das Ergebnis der harten Theaterarbeit dann Eltern, Freunden und Verwandten in einer kleinen Aufführung vorgestellt.

Gab es besonders schöne Erfahrungen oder Situationen mit den Kindern?

Jede Theaterwerkstatt ist für sich sehr spannend. Meist ergibt sich eine Gruppe aus Teilnehmern, die bereits vorherige Workshops besucht haben und solchen die zum ersten Mal dabei sind. Daher sind es die Gruppenbildungsprozesse, die immer wieder toll und spannend zu beobachten sind. Bereits nach dem ersten halben Tag entwickelt sich meist eine inspirierende Gruppendynamik. Schön ist es auch zu beobachten, wie sich Kinder entwickeln: Manche, die im wahren Leben eher schüchtern sind, haben plötzlich eine richtige Bühnenpräsenz!

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, auf dem Kulturgut Kindertheater zu machen?

Wir haben uns während Julias wissenschaftlichem Volontariat auf dem Kulturgut kennengelernt. Rike arbeitete dort bereits als freie Mitarbeiterin. Schnell haben wir unsere gemeinsame Leidenschaft für Theater, pädagogisches Arbeiten und natürlich Literatur entdeckt. Da war es einfach so naheliegend, diese Sachen zu vereinen und eine Theaterwerkstatt für Kinder und Jugendliche anzubieten, die sich hauptsächlich mit literarischen Themen und Grundlagen auseinandersetzt. Außerdem sind natürlich die Bedingungen, die Nottbeck bietet, von Vorteil: der große Saal für Proben und Aufführungen, das Café als Aufenthaltsraum und das Gästehaus für die Übernachtungen!

Henrike Bruns, geb. 1988, studierte Komparatistik und Theaterwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Neben ihrem Studium absolvierte sie zahlreiche Regiehospitanzen am Jungen Schauspielhaus Bochum. Sie ist Mitglied der Freilichtspiele Burgbühne Stromberg e. V. und dort als Schauspielerin und als Regieassistentin tätig.
Julia Schmilgun, geb. 1986, studierte Germanistik, Geschichte und Pädagogik an der Universität Bielefeld. Sie war Schauspielerin und Regieassistentin im Jugendtheaterclub der LAG-Theater in Herford und leitete neben ihrem Studium Theater-AGs und Literaturprojektwochen an Grundschulen. Von 2012 bis 2014 absolvierte sie ein wissenschaftliches Volontariat mit dem Schwerpunkt Museumspädagogik auf dem Kulturgut Haus Nottbeck.
Gemeinsam bieten Henrike Bruns und Julia Schmilgun als SchnickSchnack Puppenspiel & Theaterpädaogik Workshops für Kinder und Jugendliche an.

Das Workshop-Programm des Kulturguts findet sich hier.

Das Foto zeigt Henrike Bruns (links) und Julia Schmilgun (rechts), (c) Felix Jung.
Die Fragen stellte Sonja Lesniak, wissenschaftliche Volontärin bei der LWL-Literaturkommission.

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