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Zwiesprache

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Am kommenden Sonntag startet in unserem Museum für Westfälische Literatur die neue Ausstellung „Ich kann doch denken, was ich will!!!“ – Arno Schmidt und Hans Wollschläger im Gespräch über Karl May, James Joyce und Edgar Allan Poe.

Sie waren eines der eigentümlichen Gespanne der deutschen Literaturgeschichte. Auf der einen Seite der berühmte, ja, von vielen vergötterte Arno Schmidt, der mit vielen Preisen ausgezeichnete Sprach-Experimentator und Schöpfer des epochalen Werks Zettels Traum. Auf der anderen Seite der 21 Jahre jüngere Schriftsteller Hans Wollschläger. Er war Schmidts bedeutendster Schüler, der später durch seine genialen Übersetzungen von James Joyce Ulysses, seinen experimentellen Roman Herzgewächse oder der Fall Adams, als Essayist und Karl May-Forscher von sich reden machte. Nach einer schwierigen, nicht konfliktfeien Anlaufphase lernten sich beide schätzen und vereinbarten eine literarische Zusammenarbeit. All dies ist in Briefen niedergelegt, die bislang noch unbekannt waren.

Beide Autoren treten in der Ausstellung – in Form einer Hör-Collage von Walter Gödden – in einen Dialog, der auf ihrem noch unveröffentlichten Briefwechsel fußt. So erfährt man durch den fiktiven Dialog zweier Sprecher etwas über den realen Dialog zwischen Schmidt und Wollschläger:

„B: Ein Wort zu den Akteuren selbst.
A: Gemeinsamkeiten?
B: Überbordendes Talent, „Geistesgröße“ – und, wie Schmidt es nennt, eine hypersensible Empfänglichkeit für Kunst und Literatur.
A: Unzweifelhaft aber auch was Egomanisches, Exzentrisches und Geniehaftes…
B: Da stand der eine dem anderen in nichts nach…
A: Unterschiede?
B: Jede Menge. Ein enormes Hierarchiegefälle tut sich auf.
A: Schon, was Alter und „Stand“ angeht.
B: Als sie sich kennen lernen, ist Arno Schmidt 43 Jahre alt… Und schon ein arrivierter Autor.Von vielen geachtet und verehrt, von anderen wegen seiner Eigenwilligkeit und Sprachexperimente verschmäht…“

Die ganze Collage gibt es vom 18.10.15 bis zum 17.01.15 im Museum zu hören. Darüber hinaus bietet die Ausstellung Erstdrucke und den Blick auf Gemeinschaftsprojekte der Autoren, unter anderem eine Edgar Allan Poe-Werkausgabe. Zur Eröffnung lesen Bernd Rauschenbach (Arno Schmidt-Stiftung) und Joachim Kersten (Autor) aus dem unveröffentlichten Briefwechsel zwischen Schmidt und Wollschläger.

SO 18.10.2015 | 16.00 Uhr
Lesung zur Ausstellungseröffnung
Bernd Rauschenbach und Joachim Kersten lesen aus dem Briefwechsel zwischen Arno Schmidt und Hans Wollschläger.
Eintritt: VVK 9,00 EUR / 7,00 EUR; AK 10,00 EUR / 8,00 EUR

Kartenvorverkauf:
www.adticket.de, Ticket-Hotline (Tel. 0180-6050400)
Die Glocke – Kartenservice (Tel.: 02522-73300)
Forum Oelde (Tel.: 02522-72800)
Kulturgut Haus Nottbeck (Tel.: 02529-945590)

Mehr zu Arno Schmidt bei der Arno Schmidt-Stiftung.
Die Facebookpräsenz der Stiftung findet sich hier.

Mehr zu Hans Wollschläger im westfälischen Autorenlexikon.
Eine Bibliographie findet sich unter www.hans-wollschlaeger.de.

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