Entdeckung, TAGEBUCHTAGE

TAGEBUCHTAGE – reloaded

Messer-Romy-TapeIm Nachgang zu den TAGEBUCHTAGEN im Juni auf dem Kulturgut Haus Nottbeck / Museum für Westfälische Literatur veröffentlicht die Band MESSER die Audiokassette »Ein Film war zuende, nur ein Film«.

Zwischen MESSER und Romy Schneider besteht eine besondere Verbindung, schließlich hat die Gruppe der Schauspiel-Ikone doch bereits einen Song gewidmet und sich wiederholt von der strahlenden und abgründigen Filmdiva inspirieren lassen. Hendrik Otremba im jetzt.de-Interview:

„Romy Schneider ist bei uns ein Leitmotiv. Ich habe sie oft gemalt und sie ist auch auf dem Cover unseres aktuellen Albums. Auf der ersten Platte ist auch ein Text drauf, der „Romy“ heißt. Irgendwie interessiert sie mich. Eine Lichtgestalt mit ganz dunklen Seiten. Tom Liwa hat mir den Tipp gegeben, ihr Tagebuch zu lesen. Die ersten zwei Drittel sind die klassische Form des Tagebuchs, sie fängt in der Kindheit an. Für Messer ist es schwierig, so glückliche Sachen abzubilden. Darum haben wir es uns einfach gemacht und uns [für die TAGEBUCHTAGE, S.K.] eher mit dem letzten Drittel beschäftigt, wo es tragisch und traurig wird. (lacht)

Im Gespräch mit Sebastian Witte wird außerdem deutlich, dass es sich nicht um eine bloße Imitation Romy Schneiders handelt, sondern um eine persönliche Adaption und künstlerische Auseinandersetzung mit ihr. Die Hörer der nun veröffentlichten Audiokassette werden sich davon überzeugen können. Denn: MESSER interpretierten die Tagebücher von Romy Schneider neu und lieferten damit wohl einen der experimentellsten Auftritte der TAGEBUCHTAGE. Zu hören ist eine Tour de Force durch die Tagebuchaufzeichnungen, unglaublich laut und unglaublich wütend: der Text – gesprochen, gerufen, gesungen – und die akustische Klangperformance von Gitarre, zwei Schlagzeugen und Bass. Der dem Auftritt noch hinterlegte, stumm auf einen schwarzen Vorhang projizierten Romy Schneider Film „Nachtleben“ (1975) fällt bei der Audioversion natürlich weg. Dennoch wird auch das reine Klangerlebnis eine Unmittelbarkeit vermitteln, die man erst einmal aushalten muss. So hat Romy Schneider wohl noch niemand gelesen.

Sylvia Kokot

 

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