1914

Die Zeit und ihre Gottserbärmlichkeit

Blick in die Ausstellung (17)

 

 

Paul Zech

Unsere Nächte haben keine Schreie mehr

Unsere Nächte haben keine Schreie mehr,
voll von Falten brechen unsere Munde.
Und doch reißt uns jede Stunde eine neue Wunde,
tobt Verfall durch unsere Gehirne quer.

Noch den Schlaf zu rufen haben wir
nicht den Mut; das Blut vergreist …
Weißt Du wirklich, was das heißt –:
Bach und Stern … ein Baum … ein Tier?

Weißt Du wirklich noch, daß Du das bist,
was Du scheinst mit Gang und Klang und Haar?
Eine große Lücke zwischen dem, was war,

zwischen dem, was ist,
klafft auf Deiner Stirne in die Zeit;
zeigt die Zeit und ihre Gottserbärmlichkeit.

 

 

 

 

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