Autor*innen, Interview

Chaos ist wichtiger als Routine

„Ich empfinde mein Schreiben auch als eine Lebensform.“
Erwin Grosche – Autor, Kabarettist und Kleinkünstler des Skurrilen

„Ich glaube an das Unperfekte, an das Suchen, das Nicht-Stillstehen. Da bin ich sehr empfindlich, wenn ich merke, dass ich etwas vollständig begriffen habe, ich bin sehr unzufrieden, wenn ich jede Ecke in meinem Haus kenne. Dann müsste ich umziehen.“

„Wenn ich arbeite, denke ich nicht daran, wofür das ist, was man damit machen könnte oder warum ich das mache. Also, ich mach’ es, weil ich es so machen muss, wie ich es dann mache. Und das ist auch ein gewisser Selbstschutz. Ich bin mir auch bewusst, dass Vieles gar nicht von mir ist, sondern dem Augenblick zu verdanken ist. Oder meiner Stimmung.“

„Ich schreibe auch etwas, was dann nicht unbedingt gut ist, weil danach das, was gut ist, viel besser auffällt. Ich schreibe eine ganze Seite für eine Kolumne, da drin ist dann nur ein guter Satz. Aber der kommt dabei so dann rausgesprungen, weil der Rest drum herum darauf hinarbeitet. Und das, finde ich, ist ein sehr gesundes Arbeiten.“

„Für mich ist es immer ein Ziel gewesen, ein Buch zu schreiben, was sich nicht verkauft, weil ich sonst das Gefühl hätte, das gibt’s ja schon. Und das kriege ich im Augenblick sehr gut hin, dass die Bücher, die ich schreibe, sich nicht verkaufen. Aber das sind natürlich dann auch die schönsten, die man wirklich nicht geschrieben hat für den Leser, sondern weil sie geschrieben werden mussten. Und die haben schon ihre Leser. So ganz spezielle. Und dann freut man sich ganz besonders. Aber man kann sie dann auch fast alle einzeln begrüßen.“

Erwin Grosche, 1955 in Anröchte (Kreis Soest) geboren, ist Autor, Schauspieler, Filmemacher und, so die Frankfurter Rundschau, „mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit der poetischste und skurrilste unter Deutschlands Kabarettisten“. Einblick in Grosches unermüdliche Produktivität gewährt seine Homepage. Das komplette Interview findet sich hier.

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