Museum, Was läuft?

Das weiße Blatt Papier II

Das weisse Blatt II – Ausstellungsraum

Über mein Schreiben

Was den AutorInnen ihr weißes Blatt, war uns der weiße Raum. Der leere Ausstellungsraum auf dem Kulturgut Haus Nottbeck wird in den nächsten Tagen noch mit letzten Dingen gefüllt. Mit Ideen, Farben, Papieren, mit Gesichtern von AutorInnen und weißen Blättern. Und so wenig, wie den AutorInnen nach der Ideensuche ihr weißes Blatt bleibt, bleibt uns der leere Raum. Mit großformatigen Collagen haben wir ihn tapeziert und stellen den je individuellen Prozess des Schreibens westfälischer AutorInnen vor. Weiterlesen…

Museum, Was läuft?

Das weiße Blatt Papier

Das weiße Blatt_Schreibtisch_pic

Über mein Schreiben.

Für SchriftstellerInnen hat das weiße Blatt Papier wahrlich zwei Seiten: Zum einen ist es Inbegriff schöpferischen Neubeginns und kreativer Prozesse, zum anderen hat seine gähnende Leere einen unbarmherzigen Aufforderungscharakter. Die neue Sonderausstellung des Museums für Westfälische Literatur auf dem Kulturgut Haus Nottbeck widmet sich diesem weißen Blatt und den Schreibprozessen, die von westfälischen SchriftstellerInnen auf ihren weißen Blättern getätigt werden. Weiterlesen…

Autoren, Entdeckung

Fehl-Kommunikation

Das neue Buch des Kommunikations- und Literaturwissenschaftlers, Philosophen, Schriftstellers und Künstlers Siegfried J. Schmidt  „Passagen – Transitions – Hyper“ ist eine gekonnte Ausgestaltung Visueller Poesie und der Kopie als Werkprinzip, so denn der „Werk“-Begriff überhaupt noch als solcher fassbar ist. Daneben persifliert es auch das Versagen der Sprache, die eben nicht mehr Zugang zum Gegenüber ermöglicht. Weiterlesen…

Autoren, Entdeckung

„Kopie der Kopie ad infinitum“

Siegfried Schmidt_Passagen Transitions Hyper_Cover

Der Kommunikations- und Literaturwissen-
schaftler, Philosoph, Schriftsteller und Künstler Siegfried J. Schmidt legt mit „Passagen – Transitions – Hyper“ ein neues Buch vor: Eine Inszenierung und Ausgestaltung Visueller Poesie und der Kopie als Prinzip einer „Endgültigkeit der Vorläufigkeit“.

„Das Besondere an diesem Buch ist das überraschende Neben- und Ineinander, das Schmidt hier nicht nur zwischen ganz unterschiedlichen Text- und Bildtypen, sondern auch zwischen Wissenschaft und Kunst in einem weiten Sinn entstehen lässt. […] Weiterlesen…

Autoren, Entdeckung

Wiederentdeckt – Erich Grisar

Hier ein zweiter kleiner Einblick in die Lyrik Erich Grisars, der später eher als Dortmunder Anekdotenschreiber bekannt und erfolgreich wurde. (Erster Einblick: hier).

Dämmerstunde

Wenn der Abend in die Gassen fällt
und das Licht auf den Plätzen verdämmert,
wenn der Himmel sein Blau verliert
und in allen Farben matt aufzuleuchten beginnt,
kommen die Frauen aus ihren Häusern,
um nach den Kindern zu sehn. Weiterlesen…

Autoren, Entdeckung

Wiederentdeckt – Erich Grisar

Grisar_AusgewaehlteWerke

Nun ist sie erschienen, die erste umfangreichere Werkausgabe des Dortmunder Autors Erich Grisar (1898–1955). Ein Band, der den Ausgangspunkt einer Wiederentdeckung dieses Schriftstellers bilden kann und soll, dessen Erzählungen mit Texten Heinrich Bölls, Siegfried Lenz’ und Wolfgang Weyrauch verglichen werden.

„Sein ureigenes Thema war die Industrie- und Arbeitswelt als Faszinosum und Fluch, als menschenzerstörendes Ungeheuer. Er blickte in die Fabrikhallen, er schaute in die Gesichter der Arbeiter, er thematisierte privates Alltagsleben und Alltagsleid – aber, und das ist wichtig, ohne Sentiment, ohne aufgesetzte Attitüde. Sein begrenztes Stoffreservoir bedingte gleichzeitig eine eingeschränkte überregionale Leserschaft.“ (Nachwort) Weiterlesen…

Allgemein, Was läuft?

„A Day in the Life“

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Wir sprechen über Weckschafe in Unterstromberg. Das sind Schafe, die durch ihr Blöken zu nachtschlafender Zeit auch dem tiefsten Schlaf den Garaus machen. Wir reden aber auch über Fracking im Münsterland und das Öldesaster in Gronau-Epe.

Diesmal ist Sabine Scho in Nottbeck zu Gast. Sie schaut sich das Gartenhaus als möglichen Ort einer Ausstellung über ihren aktuellen Lyrikband „Tiere in Architektur“ an. Weiterlesen…

Autoren, Bücher

„Schalldämpfer“ – Appetizer III

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Wiglaf Droste. Foto: ©Silvia Heinz

„Es gelang uns, einigermaßen manierlich auszusehen, als wir die Aufnahmestation betraten. Jan hatte sich das Resthaar gestrubbelt, Ralle zog den Bauch ein und ich versuchte, seriös aus der Katzenwäsche zu kucken. Wir hockten uns hin und starrten die Wände an. Die Innenarchitektur war in jedem Sinne des Wortes ernüchternd, aber der Raum war nicht sprachlos. Weiterlesen…

Autoren, TAGEBUCHTAGE, Was läuft?

ode …

Martin Becker – Tagebuchbeauftragter (Foto: Kulturgut Haus Nottbeck)

… an den tagebuch-beauftragten

tagebuchbeauftragter, sagt er, das
höre sich ja an wie datenschutz-
beauftragter, aber, doch ja, er mache den
job gern, einer müsse diese drecks-
arbeit ja tun, und wer, wenn nicht er

und überhaupt, das sei
ja eine ganz neue erfahrung, hier so
im regen, den letzten versprengten, den
wackeren, den durchhaltewilligen, etwas
über seinen trip in die usa zu er-

zählen, als tagebuchbeauftragter müsse er
das tun, das sei ein geradezu offizielles
amt, auch für ihn, der zuvor nie
ein tagebuch geführt habe und
es auch nachmals nie wieder tun

werde, pflicht sei schließlich pflicht, auch
jetzt, so im regen oder im camping-
wagen vom sozialpalast, zwischen
all dem plunder und dem ganzen alten
high-tech-gedöns, jetzt

erst recht, sagt martin, und ja, wir bewundern
dich dafür, du hältst durch, und deine
geschichten, deine tagebücher, die es, wie du
sagst, eigentlich gar nicht gibt, geben uns
kraft, hier im regen, im gottverdammten regen,

der doch irgendwie dazu passt, zu allem, auch
zum tagebuch und zur ganz speziellen
melancholie grad dieses orts an einem
verregneten frühsommertag im westfälischen
nowhereland

red.

TAGEBUCHTAGE, Was läuft?

TAGEBUCHTAGE – Tag 1

Sozialpalast_Haus Nottbeck

Lang ersehnt und herbeigefiebert: Freitag, der 13. Juni, Eröffnungstag des auf zwei Tage angelegten Tagebuchfestivals auf dem Kulturgut Haus Nottbeck – endlich! Vortragende Künstler, Musiker, Schauspieler, Autoren und Besucher trudelten bei bestem Festivalwetter ein und machten es sich auf dem idyllisch in Ostwestfalen gelegenem Landsitz gemütlich. Weiterlesen…

Autoren, TAGEBUCHTAGE, Was läuft?

IM BAHNHOF GEWESEN. GEWEINT.

Ein Tagebuch (6–20)

Martin Becker

6. Sinnkrisenhausen (26.05.2014)

Das Erwartbare ist eingetreten, ich bin verloren im Tagebuchsein. Nicht in der Lage, nicht diszipliniert genug, um täglich Notizen zu machen. Dafür zu zweifelnd an dem, was ich hier mache: Ein öffentliches Tagebuch, dessen Inhalt ich von Vornherein für belanglos halte, weil ich gerade und derzeit meinen Belang (gibt es das Wort?) eigentlich ständig in Frage stelle – wem soll das also was bringen, diese melancholische und viel zu ausschweifende Nabelschau? Kurz und gut, herzlich willkommen in Sinnkrisenhausen.

Fassen wir mal zusammen: Ein Tagebuchbeauftragter, der sich, in Amerika sitzend, ständig selbst bejammert, ein Tagebuchbeauftragter, der zu viel säuft und dadurch noch viel weniger zur Arbeit kommt, ein Tagebuchbeauftragter, der sich selbst das Wort auf dem Papier nicht mehr glaubt, ein Tagebuchbeauftragter mit Glaubenskrise, ein Tagebuchbeauftragter ohne Tagebuch.

Weil das Ganze aber doch irgendwie weitergehen muss (noch schlimmer als Jammerei ist nämlich das Scheitern), treffe ich drakonische Entscheidungen, nämlich: Weiterlesen…

Bücher, Entdeckung

Richtung Norden

Richtungsding_Norden_Cover

 

Eine „Zeitschrift für Gegenwartsliteratur“ auf neuen Wegen

Am 23. Mai 2014 war es so weit. Die neue Ausgabe vom Richtungsding wurde in der Zeche Carl in Essen released. Natürlich fulminant, wie sich das gehört, mit Lesung und anschließender Party.

Das ist soweit nichts Neues, neu war hingegen diesmal die Ausrichtung des Heftes. Denn zum ersten Mal wurde ein Heftthema gestellt, zu dem Gegenwartsautoren ihre Texte einsenden konnten. „Norden“. Und dann geschah das, womit wohl niemand aus dem sechsköpfigen Team gerechnet hat: Weiterlesen…